Niedersachsen bereitet Spielzeitverlängerung vor

Der nächste Fußballverband entscheidet auf Saisonabbruch

Spielerpassmappe liegt auf einer Auswechselbank.
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Bei einer verlängerten Saison werden wechselwillige Spieler erst frühestens zum 22. Juli für ihren neuen Verein eine Pflichtspielfreigabe erhalten.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Während ein weiterer Fußballverband die Saison 2020/21 zumindest in den höheren Ligen abgebrochen hat, schlägt Niedersachsen weitere Pflöcke für deren Fortführung ein.

Barsinghausen/Uelzen – Ungeachtet der Saisonabbrüche in anderen norddeutschen Bundesländern und der sich erneut zuspitzenden Lage in der Corona-Pandemie hat der Niedersächsische Fußballverband (NFV) seine Vereine über weitere Fixpunkte für den von ihm angestrebten Re-Start informiert.

In Niedersachsen sollen alle wichtigen Fußball-Saisonentscheidungen (Meisterschaft, Auf- und Abstieg, Pokal) möglichst auf dem sportlichen Wege fallen. Im Umlaufverfahren hat der NFV-Vorstand daher beschlossen, dass die Saison 2020/21 im Verbandsgebiet in sämtlichen Alters-, Leistungsklassen und Spielgruppen über den 30. Juni hinaus grundsätzlich bis einschließlich zum 21. Juli 2021 verlängert wird.

Saisonverlängerung „sportlich fairer und vorzugswürdiger“ als die Quotientenregelung

Von der Nachspielzeit kann die jeweils zuständige spielleitende Stelle, wie der Fußballkreis Heide-Wendland, Gebrauch machen, muss es aber nicht. Ist zu erwarten, dass Staffeln alle Partien bis zum 30. Juni austragen können, ist dort eine Verlängerung nicht zwingend notwendig.

Marias Kobus aus dem NFV-Team Spielbetrieb und Recht: „Die Spieljahresverlängerung ist als sportlich fairer und vorzugswürdiger einzustufen als eine sofortige Heranziehung von Wertungen anhand der sogenannten Quotientenregelung, weil die ausstehenden Spiele nach derzeitiger Prognose mit Blick auf die Verlängerung des Spieljahres noch ausgetragen werden könnten.“

Sachsen-Anhalt bricht die Saison 2020/21 auf Landesebene ab

Erst Hamburg, dann Schleswig-Holstein und jetzt Sachsen-Anhalt: Der Vorstand des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) hat auf einer Vorstandssitzung entschieden, den Punktspielbetrieb der Spielzeit 2020/21 im Herrenbereich auf Landesebene abzubrechen. Das betrifft die Verbandsliga und die beiden Landesligen. Auf Kreisebene bleibe die Zuständigkeit bei den örtlichen Verbänden. Etwaige Aufsteiger werden anhand der vorliegenden Tabellen nach Anwendung der Quotientenregel festgestellt. Die ermittelten Staffelsieger können dann einen Antrag zum Aufstieg in die höhere Spielklasse einreichen. Sportliche Absteiger soll es in den Staffeln auf Landesebene nicht geben, lediglich „freiwillige“.

Die Quotientenregelung soll aber zusätzlich herangezogen werden können, sofern und sobald sich abzeichnet, dass auch trotzt der Saisonzugabe nicht alle Partien angepfiffen werden können. Dann könnte es erforderlich werden, „Spielserien oder Teile davon mittels der Quotientenregelung zu werten und abzuschließen, um Folgeserien durchzuführen.“

Sei jedoch absehbar, dass die sportliche Lösung aufgrund der politischen/behördlichen Vorgaben/Beschränkungen nicht mehr möglich ist, will der NFV – zu einem späteren Zeitpunkt – eine alternative Lösung für die Spielzeit 20/21 heranziehen, erklärt Kobus.

Saisonverlängerung: Das müssen Spieler bei Vereinswechseln im Sommer beachten

Läuft die Saison bis in den Juli hinein, betrifft das auch die wechselwilligen Spieler. Denn die Transferperiode I des Spieljahres 21/22 beginnt am 1. Juli und läuft bis zum 31. August. Kobus: „Spieler können sich auch nach dem 30. Juni rechtzeitig abmelden, wenn die Abmeldung bis sieben Tage nach dem letzten Pflichtspiel erfolgt.“ Diese Spieler würden so behandelt, als hätten sie ihren Verein zum 30. Juni verlassen.

Wichtige Änderung: Wechselnde Kicker erhalten frühestens zum 22. Juli eine Freigabe für Pflichtspiele ihres Zielvereins. So will der NFV verhindern, dass sie bereits für ihre neuen Farben an eventuell noch ausstehenden Pflichtspielen teilnehmen und somit Einfluss auf Entscheidungen nehmen könnten. kl

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