Riesenfrust und Riesendusel

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Enttäuschung beim SV Holdenstedt, der den Traum vom Bezirksliga-Aufstieg wohl begraben muss (links Co-Trainer Bernd Barankewitz und Chefcoach Martin Lübkert).

Jubel in Bienenbüttel, Bad Bodenteich und bei der SG Rätzlingen/Teutonia II. Frust in Suderburg und Holdenstedt. Der Saisonabbruch mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger sorgt bei Uelzener Vereinen für gemischte Gefühle.

VON AREK MARUD UND BERND KLINGEBIEL

Uelzen/Landkreis – Sollte die vom NFV anvisierte Regelung beim Verbandstag beschlossen werden, hätte sich das Aufstiegsthema für den Bezirksligisten VfL Suderburg erledigt. Der Topfavorit auf den Titel liegt zwei Punkte hinter Tabelenführer VfL Breese-Langendorf. „Der Verein wäre gern aufgestiegen. Die Welt geht davon aber nicht unter“, sagt Teammanager Hubertus Kopp. Verständlich, dass der VfL eine Fortsetzung der Saison begrüßt hätte. „Notfalls hätte man die Saison bis Frühjahr 2021 strecken können“, zeigt sich Kopp enttäuscht, freut sich aber auf die neue Bezirksliga-Saison mit dem freiwilligen Landesligaabsteiger SV Emmendorf und den aufgerüsteten Teams vom TuS Neetze und TSV Bardowick. „Die Bezirksliga wird ein Hammer.“

Quotienten-Wahnsinn

Riesenfrust dagegen beim Heide-Wendland-Ligisten SV Holdenstedt. Als Tabellenvierter hat der Aufsteiger exakt denselben Punkte-Quotienten wie der Drittplatzierte TuS Wustrow (2,0). Der Torquotient spricht aber gegen den SVH (1,12 zu 2,28). „Das ist bitter für uns, wir sind einer der Hauptverlierer dieser Regelung. Es ist schwierig, in dieser Sache eine Entscheidung zu treffen, daher habe ich dafür Verständnis. Wenn wir das Nachholspiel beim SC 09 Uelzen gewonnen hätten, wären wir als Dritter aufgestiegen“, ärgert sich Trainer Martin Lübkert maßlos, könnte aber mit einem solchen Abschluss trotzdem leben. „Wir hatten zu Saisonbeginn nicht das Ziel Aufstieg ausgegeben. Wir werden mit noch größerer Motivation in die nächste Saison gehen, denn jetzt wissen wir, was wir erreichen können.“

Jubel dagegen beim Tabellendritten TSV Bienenbüttel. Das Team aus der 1. Kreisklasse Nord hat Riesendusel und den haarscharf besseren Quotienten. Bienenbüttel kommt auf 2,117 Punkte und verdrängt den Zweitplatzierten Lüneburger SV (2,111) vom Relegationsplatz, der laut NFV-Modell Nummer 2 zum direkten Aufstieg ausreichen würde. Für TSV-Fußballobmann Andreas Blümke wäre das eine Erlösung nach den Abmeldungen zweier Mannschaften während seiner Amtszeit. „Endlich haben wir mal Glück. Die Jungs hätten sich das verdient. Heide-Wendland-Liga wäre für uns eine tolle Sache, da wir zu Saisonbeginn damit nicht gerechnet hatten.“

In der Staffel Nord wäre der SV Molzen der lachende Zweite und dürfte neben Ligaprimus TuS Ebstorf hoch. „Glückwunsch nehme ich aber nicht an, da wir, wie alle andern vermutlich auch, es gern sportlich geschafft hätten“, erklärt der SVM-Vorsitzende Axel Jacobs, der mit der Variante 2 gut leben kann: „In meinen Augen die Lösung mit dem geringsten Konfliktpotenzial. Es ist mehr als eine Halbserie gespielt, somit ist das auch vertretbar.“ Molzens Coach Timo Schulze ist hin und hergerissen. „Grundsätzlich ist ein Aufstieg immer eine schöne Sache verbunden mit einer großen Feier mit Spielern, Fans und Zuschauern und vielen Emotionen. Aufgrund der momentanen Situation alles nicht möglich. Deshalb fühlt es sich etwas eigenartig an. Eine zufriedenstelle Lösung für alle Vereine gibt es leider nicht.“

Lucky Loser

Und noch ein Lucky Loser in der 1. Kreisklasse Süd. Schlusslicht SG Rätzlingen/Teutonia II würde die Klasse halten. Zur Überraschung von Trainer Oliver Kühn, der von Auf- und Abstieg ausging. Selbst wenn es mit dem Klassenerhalt nicht geklappt hätte, wäre es halb so wild. „Die Gesundheit der Spieler steht an erster Stelle.“ Die in der Hinserie personell gebeutelte SG würde in der Klasse bleiben, weil sie zukünftig auf zahlreiche Jugendspieler bauen kann, die mittlerweile schon mittrainieren, betont Kühn. Auch der Tabellenvorletzte TuS Bodenteich II wäre gerettet. In der 2. Kreisklasse Süd würden der SC Kirch-/W.w. (1.) und TSV Lehmke (2), der somit zum zweiten Mal in Folge aufsteigen könnte, profitieren.

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