1. eFootball-Kreismeisterschaft: Turnier findet guten Anklang / Uelzener Teams früh raus

„Richtig, dass es so hochgekurbelt wird!“

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Die Jüngsten beim eFootball-Turnier: Die 17-jährigen Maurice Guskau (links) und Kilian Persch traten für Germania Ripdorf in Wendisch Evern an.

Wendisch Evern/Uelzen – Die Musik ist laut, das Gegröle der fleißigen Spieler ebenso. Im kühlen Vereinsheim des SV Wendisch Evern geht es heiß her. Es wird gezockt. Die erste eFootball-Kreismeisterschaft des Heide-Wendland-Kreises steht an.

24 Teams, darunter 13 Uelzener Vertreter, spielen am Sonnabend um den Titel. Vier Fernseher sind dafür im kleinen Vereinsraum aufgestellt, daneben eine Theke mit erfrischenden Getränken.

In Zweierteams zockten die eSportler, von denen mindestens ein Spieler aktives Mitglied in der Fußballsparte des meldenden Klubs sein muss und beide mindestens 16 Jahre alt sind.

Unter den Zockern sind auch Kilian Persch und Maurice Guskau von Germania Ripdorf. Sie wollen im „FIFA 19“-Wettstreit auf der Playstation 4 das Achtelfinale klarmachen. Immerhin geht es für den Sieger auch um den Einzug ins Landesmeisterschaftsfinale in Hannover, das Anfang 2020 geplant ist, erklärt Christian Röhling, Vorsitzender des Fußballkreises Heide-Wendland.

Noch ist die große Endrunde in Planung, denn die Kreise Heide-Wendland und Gifhorn gelten im gehypten eFootball noch als Vorreiter im Niedersächsischen Fußball-Verband. „In Barsinghausen haben wir aber beschlossen, dass jeder Landkreis eine Kreismeisterschaft austragen muss“, berichtet Röhling.

Im Bereich Heide-Wendland übernimmt Oliver Hansen vom SV Wendisch Evern die Verantwortung für den Konsolen-Sport. Er selbst sei auch stets Verfechter der „FIFA“-Reihe gewesen, plaudert er aus dem Nähkästchen. „Geplant ist ein ganzer Spielbetrieb, wir wissen aber noch nicht, in welcher Form“, erzählt Hansen.

Der Grundgedanke sei, neue Mitglieder für den Fußball ins Boot zu holen. Die Ripdorfer Persch und Guskau sind es bereits. Sie spielen mit dem FC Barcelona auf der Konsole und sind Anhänger des e-Sports. „Ich finde es richtig, dass es so hochgekurbelt wird, weil alles moderner wird. Es zocken viele Jugendliche“, untermauert Guskau.

Das Germania-Team ist mit dem Ziel ins Turnier gestartet, zumindest ins Achtelfinale zu kommen. Dafür ist nach einer 0:5-Auftaktpleite ein Sieg im zweiten Gruppenspiel gegen den TuS Neetze wichtig. In allen vier Sechsergruppen kommen nämlich nur die ersten vier Teams weiter.

Gegen Neetze fangen sich die Ripdorfer schnell ein Gegentor – Divock Origi trifft für die vom TuS gesteuerten Liverpooler. Am Ende verliert das Ripdorf-Duo nach zwölf Spielminuten erneut.

Guskau ist sich sicher: „Wenn wir so weiterspielen, können wir noch drei Punkte holen.“ In der Tat: Die Ripdorfer sammeln drei Zähler – allerdings am Grünen Tisch, weil MTV Treubund Lüneburg II nicht angetreten war. Guskau und Persch werden Fünfter ihrer Gruppe und scheiden frühzeitig aus.

Die andere Ripdorfer Truppe schafft es immerhin bis ins Achtelfinale, kommt allerdings nicht noch eine Runde weiter. Keines der 13 Uelzener Teams erreicht das Viertelfinale. Da ist für die hiesigen Kreisvertreter noch Luft nach oben. Sieger wird Gastgeber SV Wendisch Evern. Die Hausherren gewinnen im Endspiel mit 2:1 gegen den TuS Barendorf II.

Der Frust bei den Verlierern ist nicht groß. Die erste Kreismeisterschaft kommt bestens an. Es wird gelacht, geflachst und – natürlich – gezockt. „Der Anfang ist gemacht. Es ist eine schöne Atmosphäre“, freut sich Hansen. In Kürze ist ein weiteres Turnier geplant. Es wird der nächste Teilnehmer der Landesmeisterschaft gesucht. Bis dahin haben die Uelzener Zeit, um zu trainieren.

VON ROUVEN PETER

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