Hanna Ballhaus trainiert seit vier Wochen die Männer des Basketball-Regionalligisten Team Heide

Respekt von beiden Seiten

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Auf dem Sprung in die neue Saison: Jakob Kettenburg (rechts).

rp Bad Bevensen/Lüneburg. Bis zum ersten Punktspiel der Saison 2011/12 in der 2. Regionalliga dauert es zwar noch drei Wochen (24. September gegen TSG Bergedorf), aber seit einem guten Monat bereiten sich die Basketballer des Kooperationsteams MTV Bad Bevensen Lüneburg (Team Heide) intensiv auf die kommenden Aufgaben vor.

Das ist auch dringend notwendig, denn seit Mai und dem Gewinn des Bezirkspokals befanden sie sich in einer Art Sommerstarre.

Das lag im Wesentlichen daran, dass der bisherige Trainer Sven Schroeder überraschend sein Amt niederlegte, weil er nach eigenen Angaben eine „Auszeit“ benötigte und sich die erforderliche Trainersuche als schwierig erwies, ehe der MTV Treubund Lüneburg mit Hanna Ballhaus einen Coup landete (AZ berichtete).

Hanna Ballhaus

Die 29-jährige Sportlehrkraft ist neben der Arbeit mit dem Team Heide auch für den Sportpark tätig; sie soll in die Lüneburger Schulen gehen und auch Trainer des MTV Treubund unterstützen.

Ballhaus ist in Göttingen aufgewachsen und hat dort auch die ersten Schritte in die Trainerlaufbahn gesetzt. Seit drei Spielzeiten arbeitet sie hauptamtlich als Trainerin, in der Saison 2008/09 betreute sie die Damen der BG Rotenburg/Scheeßel und gewann den NBV-Pokalwettbewerb. In den beiden letzten Spielzeiten war Ballhaus für die Osnabrück Panthers tätig und schaffte den Aufstieg in die 1. Damen-Bundesliga. Sie und das Osnabrücker Management hatten unterschiedliche Vorstellungen, wie es bei den Panthers weitergehen sollte, deshalb trennten sich die Wege. So landete Hanna Ballhaus in Lüneburg.

Es ist das erste Mal, dass sie mit dem Team Heide eine Herrenmannschaft auf diesem Niveau trainiert. Sie betrachtet es als eine große neue Herausforderung: „Ich bin froh, dass ich hier diese Chance bekommen habe. Die Arbeit macht total Spaß, es ist eine ganz andere Atmosphäre, eine andere Energie und ein anderes Miteinander.“

Für die Spieler des Teams findet sie nur lobende Worte: „Die Jungs haben mir das Eingewöhnen sehr leicht gemacht. Sie sind menschlich sehr kompetent, ziehen in der anstrengenden Vorbereitungszeit sehr gut mit, sie wissen, was sie wollen und arbeiten auch dafür. Die Mannschaft hat durchaus Potenzial.“

Dass sie das Herrenteam als Frau, die jünger ist als ein großer Teil der Mannschaft, betreut, spielt für sie keine Rolle. „Es gibt einen Respekt von beiden Seiten miteinander. Sie erkennen meine Kompetenz an und wir – das Team und ich – sind Teile einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam etwas erreichen wollen.“

Mit Timm von Dressler können die Schnucken überdies noch einen Neuzugang vermelden, nachdem es lange nicht danach ausgesehen hatte, als könnte das Team Heide seinen Kader zur neuen Saison noch aufstocken. Vor seinem Studium in Lüneburg spielte von Dressler in Hannover unter anderem für TK und UBC und zuletzt bei den 1. Herren des MTV Treubund.

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