Remis hat einen Gewinner

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Hat den Konkurrenzkampf um die Nummer 1 im Teutonia-Tor vorerst gewonnen: Thorben Reinhardt.

Uelzen. Der späte Ausgleich zum 1:1-Endstand gegen den TSV Ottersberg, gleich anschließend der umstrittene Abseitspfiff vor einem möglichen 2:1-Siegtreffer – Teutonia Uelzens neuer Trainer Ralf Sievers hat am Sonntag bei seiner Premiere für den Fußball-Oberligisten zumindest in der Schlussphase ein aufregendes Wechselbad der Gefühle genommen.

Zwei Punkte im Kampf gegen den so sehr drohenden Abstieg verloren, oder einen für die Galerie gewonnen? Für die Uelzener begann eine Nacht des Grübelns, nicht aber für Sievers: „Ich schlafe immer ruhig“, erklärte der Ex-Profi gestern. Immerhin reicht der Punktgewinn, um schon im nächsten Nachholspiel am kommenden Sonntag die erste Sprosse auf der Leiter nach oben zu erklimmen. Mit einem Heimsieg gegen Eintracht Northeim würden Gastgeber und Gast die Tabellenplätze tauschen, Teutonia wäre nicht mehr Vorletzter.

Das Remis gegen Ottersberg aber offenbarte weiterhin die Probleme aus dem ersten Teil der Saison: Die Mannschaft findet im Aufbau nur selten spielerische Lösungen. Gut, der Platz im Sportpark war nicht wirklich eben, die Winterpause steckte allen noch in den Knochen, doch das Defizit begründet sich anders. „Das Gerüst ist vielleicht nicht so, wie man es sich wünscht“, sagt Sievers. Heißt: In der Spielöffnung fehlt es an Fähigkeiten, woraus Sievers aber keine Kritik ableiten möchte. Immerhin kicken die Uelzener Feierabend-Fußballer in vielen Fällen gegen profimäßig beschäftigte Fußballer oder zumindest gegen Halbprofessionelle. Ottersberg beispielsweise kanzelte keine 48 Stunden vor der Partie in Uelzen in einem Testspiel mal eben den Regionalligisten Werder Bremen II mit zwei komplett verschiedenen Formationen mit 3:0 ab. Sievers: „Das zeigt doch, dass unsere Leistung so schlecht nicht gewesen sein kann.“

Die Defensive der Uelzener stand sicher, kämpferisch gab es nichts zu meckern. Sievers: „Wir haben nicht viel zugelassen, und jeder hat sich reingehauen.“ Dabei überzeugten vor allem Andreas Berg und Torwart Thorben Reinhardt, den Sievers in einem befruchtenden Konkurrenzkampf gegen Neuzugang Christoph Heckert erst unmittelbar vor Spielbeginn als neue und alte Nummer eins nominierte. Den Ausschlag in dem Kopf-an-Kopf-Rennen gab, dass sich Heckert in der letzten Trainingswoche an der Schulter leicht verletzte. Am Ende fehlten ihm ein paar Einheiten, Sievers’ Entscheidung reifte.

Reinhardt bestätigte das Vertrauen des Trainers und ist zunächst mal gesetzt. Sievers: „Fakt ist: Wer gut spielt, hat die Berechtigung, auch in den nächsten Partien zu spielen.“ Heckert aber werde seine Chance noch erhalten, erklärte der Trainer, der Wert darauf legt, zwei gute Schlussleute im Kader zu beschäftigen. Reinhardt nimmt die für ihn neue Situation mit Kampfgeist und seinen Einsatz als Signal: „Ich hoffe, dass das die Dauerlösung ist.“

Ganz ohne vorheriges Mannschaftstraining tauchte Andreas Berg überraschend in der Startelf auf, weil die Innenverteidigung mit Roman Razza (verletzt) und Manuel Kraft (Studium) ausfiel. Der Routinier knüpfte nahtlos an seine starken Leistungen aus der Hinrunde an. Und dennoch ist Berg nur eine Notlösung, weil er sich mit der Bundeswehr auf einen Afghanistan-Einsatz vorbereitet. Der Marschbefehl ertönt jedoch erst Mitte Februar – Sievers plant auch im Kellerduell gegen Northeim mit Berg.

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