Teutonia Uelzen steckt tief im Abstiegskampf / Fast-Meister FC Hagen hat nichts zu verschenken

„Rechnerei lähmt Kopf und Beine“

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Auf eine blau-gelbe Abwehrwand hoffte Teutonias Torwart Ken Venancio zuletzt vergebens, in den vergangenen fünf Pflichtspielen kassierte der Uelzener Schlussmann 20 Gegentreffer. Heute Abend geht es gegen die Hagener Tormaschine.

Uelzen. Zwei aus Neun. Die Abstiegslotterie in der Fußball-Landesliga ist in vollem Gange. Auf den Rängen vor dem weit abgeschlagenen Schlusslicht FC Eintracht Cuxhaven müssen die Mannschaften hoch bis Platz sechs um den Klassenverbleib zittern.

Mitten drin in der Verlosung: Teutonia Uelzen. Die Blau-Gelben erwarten im heutigen, letzten Heimspiel der Saison (19 Uhr, Sportpark) ausgerechnet Spitzenreiter FC Hagen/Uthlede, der im Titelrennen noch nicht am Ziel ist.

Das raubt den Uelzenern die Hoffnung, dass die Gäste aus dem Bremischen eine Reisetruppe auf die fast 200 Kilometer lange Anfahrt schicken. Teutonia-Trainer Frank Heine: „Da kommt eine Truppe, bei der alle rechtzeitig Feierabend gemacht haben werden oder Urlaub genommen haben.“ Dennoch geht Heine trotz der zuletzt schlechten Ergebnisse entspannt an die Aufgabe: „Von den drei noch ausstehenden Spielen ist dies für uns das leichteste. Wir haben nichts zu verlieren.“

Anschließend warten auf die Blau-Gelben die Auswärtsaufgaben bei den Abstiegskonkurrenten in Ahlerstedt und Ottersberg. Nach einer möglichen Heimpleite gegen Hagen würde der auf den Uelzenern lastende Druck enorm steigen. Heine: „Ich halte nichts von der Rechnerei, die lähmt Kopf und Beine.“

So ist der Klassenerhalt bei Teutonia abgemachte Sache. Heine: „Wenn wir die Klasse halten, dann haben wir mit dieser jungen Mannschaft eine schöne Sicht auf die nächste Saison in der Landesliga.“ Aus der Mannschaft, so sagt Heine, habe es noch keine Absage gegeben. Einzig Ergänzungsspieler Artur Schmidt habe seinen Wechsel zum Bezirksligisten TuS Bodenteich angekündigt.

Teutonias größte Baustelle im Saisonendspurt ist die Defensivarbeit. In den letzten fünf Pflichtspielen kassierten die Uelzener 20 Gegentore. Heine: „Wir würden gern umbauen, aber wegen des dünnen Kaders können wir nicht so hin- und herschieben.“ So fehlen heute gegen Hagen Robert Bruck (Dienst), Nicolai Bäsler (Adduktoren), Gregor Trowitzsch (Zerrung) und vermutlich Alberto Mendes (Knie). Heine: „Wir müssen auf die Zähne beißen!“ Auch den Spitzenreiter plagen einige Sorgen: Der überragende Zentrumsspieler und 15-fache Torschütze Kai Diesing sowie Mittelstürmer Tim Grundmann (19 Treffer) mussten zuletzt angeschlagen pausieren. Mit Justin Dähnenkamp (11) und Erik Köhler (10) hat Hagen noch zwei weitere Kicker, die in dieser Saison bereits im zweistelligen Bereich einnetzten.

Von Bernd Klingebiel

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