Fußball – 1. Runde im Bezirkspokal: Uelzens Personalsorgen wachsen vor Rosche-Spiel weiter an / Zwei Bezirksliga-Derbys

Ratlos-Teutonia: Da waren’s nur noch zehn

Schöne, aber auch utopische Aussichten: Von so vielen Spielern können die Teutonen beim Aufgalopp gegen den SV Rosche nur träumen. Neun Akteure fallen aus. Fotos: Marud

Uelzen/Landkreis. Zweimal Bezirksliga gegen Landesliga, zweimal Bezirksliga gegen Bezirksliga – zweimal klare Rollenverteilung, zweimal Duell auf Augenhöhe. Das sind die Ausgangsbedingungen in der 1. Bezirkspokal-Runde am kommenden Sonntag.

Die vorgesehene Uhrzeit (15 Uhr) kann sich wegen der Hitze noch kurzfristig ändern. Lediglich das Bienenbüttel-Spiel findet definitiv um 15 Uhr statt.

SV Rosche - Teutonia Uelzen

Mit gemischten Gefühlen blickt Rosches Trainer Holger Meyer dem Spiel gegen Teutonia Uelzen entgegen. „Sportlich ist es ein Hammerlos. Andererseits ist diese Partie auch sehr attraktiv. Teutonia ist die mit Abstand beste Mannschaft aus dem Landkreis. Trotzdem wollen wir sie ein wenig ärgern.“ Umso mehr bedauert Meyer, dass ihm nicht die „Crème de la Crème“ zur Verfügung steht. „Sonst ginge vielleicht etwas.“

Vielleicht geht in der Tat etwas. Denn Teutonias Trainer Frank Heine steht vor einem echten Dilemma. Neun Spieler fallen am Sonntag aus. Thomas Nowak, Torben Tutas, Stephan Blödorn, Sebastian Klepatz sind verletzt. Malte Bertram und Lukas Burghardt rotgesperrt. Torwart Moritz Niebuhr und Qeundrim Xhafolli sind im Urlaub, Kai Salewski in den Flitterwochen. Nur zehn Spieler sind damit einsatzfähig, Ersatz aus der zweiten Mannschaft ist nicht in Sicht, weil Teutonias Reserve ebenfalls im Pokal spielt und gerade einmal eine Fußball-Elf zusammenbekommt. „Wir suchen nach Lösungen, ich kann aber noch nichts Konkretes sagen“, erklärte Heine gestern. Ein erneutes Erstrunden-Aus wie im Vorjahr will er dennoch vermeiden. Ob die Partie später angepfiffen werden kann, entscheidet sich frühestens heute Abend, da haben die Teutonen Training. Emmendorf - Barum

Sollte Teutonia gegen Rosche weiterkommen, wäre Emmendorf oder Barum der nächste Gegner. Ob das beflügelt? „Natürlich würde ich gerne gegen meine Ex-Kollegen spielen“, sagt Barums neuer Spielertrainer Till Marks. Doch die schwere Aufgabe in Emmendorf verbietet solche Gedankenspiele. „Der SVE hat eine richtig gute Truppe. Da kann ich mich nicht mit irgendwelchen anderen Dingen beschäftigen.“ So sieht es auch Emmendorfs Trainer Benjamin Zasendorf, der auf sechs Leute verzichten muss. Zwar genieße der Punktspielauftakt Priorität. Der letztjährige Halbfinaleinzug in dem Bezirks-Cup könnte dem Bezirksligisten dennoch Flügel verleihen. „Wenn man so etwas kennt, ist es eine Zusatzmotivation und ein Motivationsschub“, sagt Zasendorf, der aber Realist genug ist, um zu wissen, dass ein solcher Erfolg nicht so einfach zu wiederholen ist.

Bienenbüttel - Bodenteich

Mit 2:1 gewann Bienenbüttel am Mittwoch beim Kreisligisten TSV Wriedel, spielte aber lange Zeit in doppelter Unterzahl. „Wenn man mit neun gegen elf gewinnt, dann zeugt das von hoher Qualität. Wir haben in dieser Phase nach vorne gespielt“, erzählt Bienenbüttels Trainer Thorsten Geiseler, dem dieser Pokalfight gefiel. „Fußball lebt ja von solchen Spielen.“

Gut möglich, dass es auch gegen den Staffelrivalen TuS Bodenteich wieder spannend wird. Die Gäste sind gut drauf, haben den Ramelow-Cup gewonnen und spekulieren auf ein Duell mit dem Landesligisten Ahlerstedt in der nächsten Runde. „Das wäre noch einmal ein richtiger Härtetest“, sagt Trainer Norman Arndt. Doch auch Bienenbüttel ist ein echter Prüfstein oder eben eine „richtige Standortbestimmung“, wie Arndt sagt. Ein späterer Anstoß ist nicht möglich. Arndt findet diese Idee zwar gut, doch drei seiner Spieler sind in den Abendstunden verhindert, der TuS wäre dadurch geschwächt. Eddelstorf - Treubund Lüneburg

Angriff ist die beste Verteidigung. Die Eddelstorfer denken gar nicht daran, sich gegen den letztjährigen Landesliga-Dritten zurückzuziehen. „Sonst können wir nach zehn Minuten aufhören, weil das Spiel gelaufen ist“, meint Co-Trainer Guido Kahmann. Mit frühem Stören und aggressivem Pressing will sich der Bezirksliga-Neuling Respekt verschaffen und hofft durchaus (leise) aufs Weiterkommen. „Wir wollen und werden dieses Spiel nicht abschenken.“

Sollte Torwart Fabian Hänel erneut zur Höchstform auflaufen und die Achse Jan-Philip Kahmann, Christof Gatzka und Stephan Schenk funktionieren, „dann ist alles möglich“, glaubt Kahmann. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Chancen besser genutzt werden als zuletzt. So oder so: „Es ist für uns der Höhepunkt der Saisonvorbereitung“, freut sich der Co-Trainer.

Von Arek Marud

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