Uelzener Cupgeschichte: Pokalsiegerin überreicht den Pokal

Emotionale Pokalübergabe.
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Emotionale Pokalübergabe: Die Pokalspielleiterin Anja Timm überreicht am 20. Mai 2012 der Mannschaftsführerin der SG Böddenstedt/Holdenstedt, Doreen Drafz, die Trophäe. Timm spielte von 1980 bis 2001 für ihren Heimatklub VfL Böddenstedt. Im Hintergrund ist Rita Schumann zu sehen (2. von links). Timm und Schumann haben viel für den Uelzener Frauenfußball geleistet. Inzwischen hat Schumann den Staffelleiterin-Posten von Timm übernommen. Beide gewannen mehrfach den Kreispokal.
  • Arek Marud
    vonArek Marud
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Es lebe der Fußballpokal! Die Cup-Endspiele sind die Höhepunkte einer jeden Saison. Die AZ geht auf Zeitreise und lässt die Uelzener Pokalgeschichte(n) rollen. Heute stellen wir Rita Schumann und Anja Timm vor.

Die vielfachen Kreispokal-Siegerinnen zählten zu den Antreiberinnen des Uelzener Frauenfußballs.

Uelzen/Böddenstedt – Sie spielte von 1980 bis 2001 durchgängig für den VfL Böddenstedt und gewann mit den Schwarz-Gelben mehrfach den Kreispokal. Wie oft genau, daran erinnert sich Anja Timm nicht mehr. Ein Triumph ist ihr allerdings in bester Erinnerung geblieben. Ein 2:1-Erfolg gegen Kreisliga-Vizemeister SC 09 Uelzen in der Saison 1997/98. Timm gelang das Führungstor zum 1:0 per Foulelfmeter. „Es hat viele Spiele gegeben, wo wir gesagt hatten, dass wir sowieso gewinnen würden. Aber gegen den SC waren wir der Underdog. Deshalb war dieser Sieg umso schöner.“ Böddenstedt wurde in dieser Saison auch noch Kreisliga-Dritter.

Schumann tritt in Timms Fußstapfen

Beim damaligen Gegner spielte mit Rita Schumann eine weitere Größe des Uelzener Frauenfußballs. „Sie konnte hartnäckig sein. Eine unangenehme Gegenspielerin“, berichtet Timm. Zwischen den beiden Fußballerinnen gibt es einige Gemeinsamkeiten. Schumann spielte zunächst zehn Jahre für den SC Uelzen, mit dem sie am 20. Mai 2006 beim 5:2 gegen den MTV Soltau ebenfalls Kreispokalsiegerin wurde.

Dann löste sich das Team auf. Schumann wechselte für zehn Jahre nach Böddenstedt und läutete eine weitere Ära ein, nachdem Timm dort 2001 aufgehört hatte. Am 26. Mai 2012 folgte ein weiterer Kreispokalsieg (7:4 gegen Teutonia Uelzen). Die damalige Mannschaft hieß für ein Jahr SG Böddenstedt/Holdenstedt. „Beide Vereine verfügten über zu wenig Spielerinnen. Somit waren wir besser bestückt“, sagt Schumann. Das Kuriose: Den Pokal 2012 überreichte ausgerechnet die Ex-Böddenstedterin Anja Timm. Denn seit Mitte der 90er war sie neben ihrer aktiven Laufbahn rund 20 Jahre Kreisliga-Staffelleiterin. Für das VfL-Urgestein war es keine gewöhnliche Pokal-Übergabe an den Heimatverein.

Timms Doppelfunktion führte manchmal zu „Interessenskonflikten“. Bei Kreispokalsiegen oder Böddenstedter Meisterschaften wollte Funktionärin Timm der Spielerin Timm keine Urkunden überreichen. In solchen Fällen sprang der damalige Vorsitzende des Frauenspielausschusses für den Heidekreis Celle/Uelzen, Harry Zimmermann, ein.

Große Verdienste

Die Parallelen gingen weiter. Timms Nachfolgerin als Kreisliga-Staffelleiterin ist seit 2015 – wie könnte es anders sein – Rita Schumann, die inzwischen für Teutonia Uelzen spielt. Die Uelzener Fußballszene hat beiden viel zu verdanken. „Der Frauenfußball steht und fällt mit engagierten Trainern und Spielerinnen. Studium, Job, Kinder: Frauen hören schnell wieder auf. Bei den Männern kann man das besser überbrücken“, findet Timm. Auch ihr Mann Jürgen hatte großen Anteil an Böddenstedts Erfolgsstory, war er 15 Jahre VfL-Coach und vorher Co-Trainer – ein ausgeglichener Genosse, der manchmal aus der Haut fuhr, wie die Ehefrau schmunzelnd verrät. „Er war am Spielfeldrand ganz ruhig, wenn er nicht gerade explodiert ist.“

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