Seit 23 Jahren stand Teutonia nie näher am Landesligaabstieg / Ostern gegen zwei Spitzenreiter

Der Papa hat’s durchlitten

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Marvin Drewes kann mit Teutonia bis zum Saisonende keine ruhige Kugel schieben, ist aber überzeugt: „Unsere spielerischen Fähigkeiten reichen aus, um die Liga zu halten.“

Uelzen. Spieler wie Mittelstürmer Philipp Hatt und Torwart Ken Venancio waren nicht mal geboren, als Teutonia Uelzen 1995 mit dem Abstieg in die Fußball-Bezirksliga den tiefsten Absturz erlebte und drei Jahre im Keller schmachten musste.

„In den knapp neun Wochen bis zum Saisonende können wir in den Spielen nur noch Vollgas geben und lieber mal das Training auf 80 Prozent herunterfahren.“ so Frank Heine, Trainer des Fußball-Landesligisten Teutonia Uelzen.

Seitdem waren die Uelzener nie wieder so sehr bedroht vom Fall in die Siebtklassigkeit wie jetzt. Sie rangieren in der Landesliga auf einem Abstiegsplatz, nachdem der enorm aufgerüstete SV BW Bornreihe gestern Abend ein Nachholspiel in Ritterhude gewann. Uelzens Trainer Frank Heine: „Wir haben erst ein Spiel nach der Winterpause absolviert und werden die Ruhe bewahren. “.

Ausgerechnet jetzt wartet auf Teutonia eine Doppelspitze mit dem Ligaspiel am Sonnabend (16 Uhr) im heimischen Sportpark gegen Tabellenführer FC Hagen/Uthlede und mit dem Halbfinale des Bezirkspokals am Ostermontag (15 Uhr) beim Primus der Bezirksliga-Staffel 4, VfL Güldenstern Stade. Heine freut sich drauf: „Ich messe mich gern mit den Besten.“

Innenverteidiger Marvin Drewes war sechs Wochen alt, als Teutonia in die Bezirksliga abstürzte. Sein Vater Mario hütete damals das Tor der Uelzener. Drewes junior bleibt cool: „Wir haben uns darüber nicht unterhalten. Ich beschäftige mich nur mit dem Klassenerhalt und nicht mit dem Abstieg.“ Die momentane Situation nehme das Team aber „sehr ernst“. Drewes: „Wir werden alles geben, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt schnellstmöglich zu holen.“

Die Aufbruchstimmung im Uelzener Lager nach dem Trainerwechsel im Winter erhielt bei der 1:2-Heimpleite gegen Eintracht Lüneburg am letzten Sonnabend allerdings einen herben Dämpfer. Marvin Drewes: „Wir hatten uns natürlich mehr erhofft. Allerdings sehe ich schon eine Steigerung im Gegensatz zur Hinrunde. Wir haben geordneter und disziplinierter verteidigt.“

Und so ist der Defensivspezialist überzeugt, den Abstiegskampf zu gewinnen und packt eine Handvoll guter Gründe aus: „Weil wir uns der Situation bewusst sind und mit unserem sehr guten Teamgeist, unserem Willen und dem Kampfgeist die Klasse halten werden. Außerdem bin ich der Meinung, dass unsere spielerischen Fähigkeiten ausreichen, um die Liga zu halten.“

Auch Heine ließ sich bestätigen, dass die Mannschaft gegen Lüneburg den Ball kontrollierter nach vorn getragen habe als in der Herbstserie. Heine: „Ich habe die Messlatte zu hoch gelegt und dachte, wir wären schon viel weiter.“ Große Erwartungen verbindet er mit dem Comeback von Andris Kuvsinovs nach einer Knieoperation. Sollte der Lette zu altbekannter Spielstärke aufblühen, „bringt er Schwung rein“, sagt Heine. Gegen Lüneburg wurde Kuvsinovs nach 78 Minuten eingewechselt.

48 Stunden nach dem Duell gegen Hagen (Heine: „Wir haben nichts zu verlieren und werden uns nicht verstecken!“) will sich Teutonia in Stade mit dem Einzug in das Pokalendspiel auch Motivation für den Abstiegskampf verschaffen (Heine: „Wir wollen weiterkommen!“). Drewes legt den Fokus über Ostern allerdings auf den Ligabetrieb: „In unserer Situation sind Punkte natürlich wichtiger, wir würden uns aber auch über einen Finaleinzug freuen.“

Bezirkspokal

Die Wege ins Halbfinale:

VfL Güldenstern Stade

Teutonia Uelzen

3:2 n.E. (H) TSV Apensen

4:2 (A) FC Oldenstadt

6:2 (H) TuS Harsefeld

6:1 (A) TuS Bodenteich

4:0 (A) FC Mulsum/K.

3:1 (A) SC 09 Uelzen

7:5 n.E. (H) FC Hagen/Uthlede

4:3 (A) SV Bendestorf

2:1 (H) Rotenburger SV

5:2 (A) SV Küsten

An der Elbe erwartet die Uelzener ein Team, das mit Hagen, Rotenburg und Harsefeld bereits drei Landesliga-Hochkaräter aus dem Wettbewerb warf. Nach so einem Erfolgsweg ist klar: „Dann will man natürlich auch ins Finale“, sagt Stades Trainer-Instanz Martin König (49). Er wird im Sommer überwiegend aus beruflichen Gründen ausscheiden und von Ex-Profi Dirk Dammann (50) und Matthias Quadt ersetzt.

Von Bernd Klingebiel

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