Corona-Krise trifft Pferdesportler mit voller Härte / Reitvereine bangen um ihre Turniere

„Notversorgungspläne aufstellen“

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Mit der Pferdeleistungsschau des RuF Ebstorf in Allenbostel startet der Kreissreiterverband Uelzen traditionell am 1. Mai in die „grüne Saison“ – ob das Turnier auch in diesem Jahr an dem Feiertag stattfinden kann, ist ungewiss.

Uelzen/Landkreis – Es klingt wie eine Galgenfrist in Zeiten der Corona-Pandemie. Erst am 8. Mai will der Reit- und Fahrverein Suhlendorf anhand „der dann vorherrschenden Situation“ entscheiden, ob er seine traditionellen Pferdetage am 20. /21. Juni ausrichten wird.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, heißt es dazu auf der Facebook-Seite des Vereins.

Auch in Allenbostel, Bad Bodenteich und Brockhöfe sind während der „grünen Saison“ Pferdeleistungsschauen geplant. Abgesagt ist unterdessen das  Hallen-Springturnier der RSG Uelzener Land, das vom 27. bis 29. März in Schlieckau ausgetragen werden sollte.

Eine für ihn schwere Entscheidung fällte auch der RFV Echem/Scharnebeck. Der Verein hat seine seit 70 Jahren am Himmelfahrts-Wochenende stattfindenden Reitertage erstmals verlegt. Er will sie zum größten ländlichen Reitturnier Deutschlands machen, doch ausgerechnet zum 100. Jubiläum des Vereins kommt das Corona-Virus in die Quere. Statt Ende Mai soll das überregional bedeutende Sportevent nun vom 20. bis 23. August ausgerichtet werden, berichtet die Landeszeitung Lüneburg. Das Turnier werde trotz der Verzögerung als 4*CHN (höchste nationale Turnierkategorie) ausgetragen, versichern die Organisatoren.

Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus haben den Pferdesport hart getroffen. Alle Turniere sind für unbestimmte Zeit abgesagt, erklärt die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in Warendorf. Sie ist der Dachverband aller Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer in Deutschland. Die FN rät allen Veranstaltern, den Nennungsschluss näher an das Turnier zu verlegen, um flexibler reagieren zu können. Das gehe auch noch für bereits eingereichte Turniere. Bei einem Nennungsschluss bis zu fünf Tage vor Turnierbeginn handele es sich noch nicht um ein Late-Entry-Turnier.

„Derzeit herrscht viel Unsicherheit darüber, wie die Versorgung der Pferde sichergestellt werden kann“, erklärt FN-Pressesprecherin Tina Pantel. Die FN setze sich auf politischer Ebene dafür ein, dass Pferdebetriebe und Reitvereine unter bestimmten Vorgaben im Sinne der Gesundheit von Menschen und Tieren agieren können. Sie rät deshalb den Betrieben und Vereinen, Notversorgungspläne aufzustellen. So müssten die Pferde im Rahmen des absolut Notwendigen versorgt und bewegt werden.

„Wir setzen uns auf politischer Ebene dafür ein, dass das auch unter den Maßgaben zur Eindämmung des Virus möglich ist“, erklärt Soenke Lauterbach. Der FN-Generalsekretär: „Bei diesen Vorgaben geht es jetzt nicht mehr darum, ob Reitunterricht stattfinden darf oder nicht, sondern allein darum, dass die notwendige Versorgung und Bewegung der Pferde sichergestellt wird. Wir raten dringend dazu, sich auch an diese Vorgaben zu halten.“  kl

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