VfL Suderburgs Teammanager Hubertus Kopp über seinen Barcelona-Trip in der Vorwoche

„Es gab nichts zu beißen“

+
Hubertus Kopp und seine Frau Susanne besuchten in der letzten Woche in Barcelona zahlreiche berühmte Sehenswürdigkeiten wie das Hospital de Sant Pau.

Suderburg/Barcelona – Er hat den Shutdown in Spanien aus nächster Nähe miterlebt. Und war heilfroh, dass der Rückflug aus Barcelona nach Deutschland ohne Komplikation verlief.

Hubertus Kopp, Teammanager des Fußball-Bezirksligisten VfL Suderburg, wird seinen letztwöchigen Trip nicht so schnell vergessen.

Amsterdam, Lissabon, Palma, Köln oder Dresden. Kopp erkundet gerne die schönsten Metropolen. Der Abstecher nach Barcelona wird ihm wegen des Corona-Virus (leider) in ganz besonderer Erinnerung bleiben.

Vor einer Woche. Hubertus Kopp im Hop on Hop off-Bus. Seit Sonntag herrscht in Spanien Ausgangssperre.

Als Kopp am vergangenen Mittwoch in den Flieger steigt, deutet in Spanien nichts auf einen kompletten Stillstand und drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie hin. Am Donnerstag pulsiert das Leben in der kosmopolitischen Hauptstadt der spanischen Region Katalonien. Denn im Gegensatz zu dem schwer betroffenen Madrid macht das Corona-Virus weitestgehend einen Bogen um Barcelona. Menschen schlendern durch die Gassen, sitzen bei herrlichem Wetter in Cafés und kaufen in Geschäften munter ein. Sie besuchen Museen und Kirchen. Kopp und seine Frau Susanne entdecken berühmte Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Sitzen verboten

Doch spätestens am Sonnabend kippt die Urlaubsstimmung. Bars, Restaurants und Museen müssen schließen. Es gibt kaum noch Essensstände. In der Innenstadt beobachtet Kopp Polizei-Patrouillen auf Rollern, damit sich niemand in Cafés aufhält. Immer mehr Personen tragen Atemschutzmasken. Selbst Toiletten sind geschlossen. Die U-Bahnen sind leer. Nur noch Touristen sind zu sehen. Die einheimische Bevölkerung hat Ausgehverbot!

Die Kopps ergattern in einer Seitenstraße eine Pizza zum Mitnehmen und verlassen den Platz. „Man durfte sich nirgendwo mehr hinsetzen und musste mit dem Essen gleich verschwinden“, berichtet Kopp, der zeitgleich die Sportsituation in Uelzen beobachtet und am Freitag vom ausgesetzten Punktspielbetrieb mitbekommt. „Ich habe im Urlaub jeden Tag ins elektronische NFV-Vereinspostfach geschaut.“

Nur noch weg

Sonntag, am Tag seiner Abreise, folgt der Höhepunkt, nachdem Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstagabend in einer TV-Ansprache die Einzelheiten des Notstandsdekrets mitteilt und eine Ausgangssperre verkündet. Plötzlich ist ganz Spanien unter Quarantäne.

Kopps Rückflug geht planmäßig ohnehin am Sonntag. Am Flughafen bekommt er chaotische Zustände mit. Denn dort sind alle Essensstände geschlossen. Nur ein Asia-Imbiss hat offen. „Wir haben anderthalb Stunden auf ein paar Nudeln gewartet. Nach uns war alles ausverkauft. Es gab nichts zu beißen“, schildert Kopp, der sich nun auch in der Heimat einschränken muss.

30 Jahre spielte Kopp Fußball. Inzwischen fährt er Rad und geht schwimmen. Da Bäder inzwischen geschlossen sind, der Fußballbetrieb ruht, bleibt ihm vorerst nur noch sein geliebtes Rennrad.

VON AREK MARUD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare