Tennis: Uelzenerin Gudrun Ruttkowski überzeugt wieder bei hochkarätigen Turnieren

National und international spitze

Gudrun Ruttkowski, die aktuelle Nummer 36 der Welt in der Altersklasse Damen 65, hat in den vergangenen Wochen viele positive Schlagzeilen geschrieben. Foto: Marud

Uelzen. Sie zählt zur nationalen Tennis-Elite und zur erweiterten Weltspitze. Diesen Status hat die Uelzenerin Gudrun Ruttkowski einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt und hervorragende Ergebnisse bei vier hochkarätig besetzten Turnieren der Damen 65 erzielt.

Ihr starkes Abschneiden brachte Ruttkowski vor zwei Wochen Weltranglistenplatz 28. „Es war mein bisher bestes Ergebnis“, erzählt die Nummer sieben der deutschen Rangliste, die international aktuell auf Platz 36 notiert wird.

Wer weiß, wo sie gelandet wäre, wenn sie eine Fingerverletzung im Viertelfinale der Europameisterschaften in Österreich nicht gestoppt hätte. Einen Tag vor dem Match gegen die Italienerin Tonina Giambelluca fiel Ruttkowski die Treppe runter und ging gehandicapt ins Spiel. Satz eins gewann sie noch mit 6:2, verlor dann mit 3:6, 4:6. „Der Finger machte nicht mehr mit. Ich konnte den Schläger nicht mehr richtig halten.“ Auch bei den International Austrian Championships war erst im Viertelfinale Endstation.

Weitere wertvolle Weltranglistenpunkte gab’s bei einem ITF-Turnier in Bad Breisig (Schwarzwald), wo sie den dritten Platz im Einzel belegte und Bronze im Doppel an der Seite von Gisela Breitenstern (Göttingen) holte. Der Erfolgsfaden riss auch beim ITF-Turnier der Kategorie 2 in Essen nicht ab. Ruttkowski wurde erst im Finale von Deutschlands Nummer 4 Heidemarie Oehlsen beim 1:6, 4:6 gestoppt. Bei diesen TVN Seniors Open handelte es sich zugleich um ein nationales Turnier der Kategorie 1, der höchsten überhaupt.

Ein ebensolches bestritt das Mitglied des Blau-Weiß Uelzen (seit 55 Jahren!) in Diensten des TV Schulensee (bei Kiel) bei den 4. Krefeld Open. Beim rein deutschen Top-Event wurde das Tennis-Ass wieder erst im Endspiel von der Nummer eins Barbara von Ende gestoppt (0:6, 0:6). Zuvor gewann Ruttkowski zwei Krimis, nachdem sie im Match-Tiebreak jeweils mit 2:7 hinten gelegen hatte. Zwischen von Ende und ihr liegen Tennis-Welten. Während von Ende täglich trainiert, absolviert Ruttkowski ein bis zwei Einheiten pro Woche, denn gleichwertige Sparringspartner sind in der Region rar gesät. Deshalb geht’s zum Training nach Lüneburg.

Der Höhepunkt steht noch bevor. Im September startet Ruttkowski bei der WM in Klagenfurt und erfüllt sich einen großen Traum. Es ist ihre erste WM. Denn diese findet meist im Ausland, häufig auf anderen Kontinenten statt. „Das ist auch eine Kostenfrage“, berichtet sie. Die Motivation ist riesig. „Ich würde gerne die erste Runde überstehen. Dann weiß ich, dass ich da was zu suchen hatte.“ Zuvor geht die Serie von ITF-Turnieren weiter. Mit weiteren Erfolgen hofft Ruttkowski auf die Rückkehr in die Top 30 der Welt. „Das wäre schon toll.“

Von Arek Marud

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