Absagenflut: „Situation noch nicht brenzlig“ / Heidekreis prüft Spielplanreform

Muss Fußball im Winter sein?

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Auf den wahlweise matschigen, verschneiten oder gefrorenen Fußballplätzen in Kreis und Bezirk geht seit Mitte November nicht mehr viel. Die Liste der Spielabsagen wird immer länger.

Uelzen/Landkreis. Seit Ende November immer das gleiche Dilemma. Punktspiele fallen aus und die prompt folgenden Nachholtermine werden gestrichen, weil die Fußballplätze entweder matschig, verschneit oder gefrorenen, auf jeden Fall aber unbespielbar sind.

Die Liste der Absagen wird immer länger. Und wer rechnet schon wirklich damit, dass am kommenden Wochenende in Landes-, Bezirks- und Kreisliga am ersten offiziellen Spieltag des Jahres komplett gekickt werden kann. Muss Fußball im Winter überhaupt sein?

Die Diskussion ist wohl schon so alt wie der Fußball selbst. Doch es kommt den Fans so vor, als würde der Ausnahmezustand von Jahr zu Jahr schlimmer. Kaum etwas geht im Amateurbereich, jedenfalls nicht auf Naturplätzen. Die Kicker diskutieren, lamentieren, trainieren – doch wirklich ändern tut sich nichts.

Der bereits veröffentliche Rahmenspielplan für die kommende Saison ist eine Blaupause seiner Vorgänger. Letzter Nachholspieltag des Jahres ist am 23. Dezember. Die Winterpause beginnt an Heiligabend und ist Ende Januar 2019 schon wieder vorbei. Immerhin beruhigt Bezirksliga- und Kreisliga-Staffelleiter Hartmut Jäkel (Ebstorf): „Ich will am 23. Dezember keine Spiele ansetzen.“ Es sei denn, es ist unbedingt erforderlich.

Zumindest im Heidekreis regen sich die Reformer. Dort prüft der Fußballverband eine „verlässliche“ Winterpause von Anfang November bis Ende Februar. Statt in der dunklen Jahreszeit wird im Juni länger und im Juli eher gekickt, dafür dann in kleineren Staffeln von höchstens 14 Mannschaften. Das spart im Vergleich zur 16er-Staffel vier Spielrunden.

„Ich halte davon gar nichts“, bremst Jäkel. So sei in der jetzt laufenden Saison ja bereits der Herbst mit viel Wasser auffällig geworden. Der Spieleansetzer: „Ich mache das jetzt seit 13 Jahren, und es gab nur zwei Jahre mit Schwierigkeiten.“ Auch aktuell sei die Situation „noch nicht brenzlig“. Himmelfahrt, Pfingsten mit dem Sonnabend und Montag, der 1. Mai seien als Nachholspieltermine noch größtenteils frei. Ostern allerdings nicht mehr. Und notfalls ließe sich auch unter der Woche spielen.

Einen weiteren Einwand äußert Jürgen Stebani (Melbeck), der Vorsitzende im Bezirksspielausschuss: „Und wann sollen die Plätze regenerieren, wenn nicht in der Wachstumszeit?“, wirft er im Weserkurier ein. Dazu die Termindichte im Sommer durch die zusätzlichen Pokalspiele. Er sei für Vorschläge von der Basis ja durchaus offen: „Aber bei jedem Staffeltag, wenn wir über den Rahmenspielplan sprechen, sehe ich nur Schulterzucken“, sagt Stebani.

Von Bernd Klingebiel

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