„Müssen nichts über den Haufen werfen“

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Torwart David-Joel Meyer wird mehr denn je im Mittelpunkt stehen. Besonderen Druck empfindet er deshalb nicht. „Ich denke, dass es in dieser Saison auf alle Mannschaftsteile ankommt, wir gewinnen und verlieren zusammen. Ich persönlich versuche immer, 100 Prozent zugeben. Aber das soll nicht mir helfen, sondern dem Team.“

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„Uns allen war bewusst, dass es eine megaschwere Saison wird“, sagt Emmendorfs Trainer Felix Lüring. Vor dem Heimspiel am Sonntag (15 Uhr, Waldstadion) gegen Meisterschaftsfavorit SV Ahlerstedt/Ottendorf muss der Fußball-Landesligist seine Wunden von der 1:6-Auftaktpleite in Rotenburg lecken – und den kompletten Fehlstart verhindern.

Uelzen/Emmendorf – Rotenburg und Ahlerstedt, das „sind nicht die Gradmesser, die wir weghauen müssen“, sagt Lüring. Obwohl dem Emmendorfer Abstiegskandidaten schon frühzeitig ein Stammplatz im Keller droht, „müssen wir nichts über den Haufen werfen“. Zumal die Personaldecke und mithin die Möglichkeiten dünn sind und aus der ebenfalls gebeutelten Reserve an diesem Wochenende keine Unterstützung zu erwarten ist.

So müssen Lüring und sein Trainerkollege Nick Motzny ohne den urlaubenden Oliver Harms planen; die Foth-Brüder Jonas und Jannik sowie Marlon Rötschke sind angeschlagen. Lüring ist im Kampfmodus: „Wir werden nicht noch einmal so auf der Schlachteplatte liegen wie in Rotenburg. Wenn wir einen Punkt holen, wäre das riesig.“

Den will sich am liebsten auch Emmendorfs Schlussmann David-Joel Meyer greifen. Sechs Gegentreffer wie in Rotenburg gab’s für ihn in bisher zwei Landesliga-Spielzeiten zuvor noch nie. Beim 0:6 im letzten Frühjahr gegen Meister MTV Celle musste Meyer beim Stande von 0:1 verletzt vom Platz. Für ihn rückte Lüring zwischen die Pfosten.

Doch es hätte in Rotenburg auch anders kommen können, sagt Meyer, von einem Fingerzeig könne bei der hohen Pleite jedenfalls keine Rede sein. Der Keeper: „Rotenburg ist am ersten Spieltag als Sieger vom Spielfeld gegangen, ebenso hätten auch wir es sein können, wenn die zweite Halbzeit so verlaufen wäre, wie die erste. Uns fehlte die Stabilität.“

DIe Mannschaft habe auch Positives aus dem Spiel gezogen. „Wir haben versucht, die taktischen Vorgaben in der Defensive so umzusetzen, wie die Trainer es verlangt haben. Dass mal eine Flanke oder ein Konter durchkommt, ist, denke ich, klar. Was wäre ein Spiel, wenn es keine Kontersituationen geben würde?“

Schwierige Situationen ist Meyer spätestens seit dem personellen Aderlass und der sommerlichen Hängepartie um einen freiwilligen Landesligaverzicht der Mannschaft gewohnt. „Diese Situation war für jeden von uns, denke ich, nicht einfach. Es gab viele lange und intensive Gespräche, in denen wir uns klar werden mussten, was geht und was auf uns zukommen möge. Die Mannschaft hat sich für ein weiteres Jahr in der Landesliga entschieden und damit Willensstärke gezeigt. Jetzt gilt es, die auch auf dem Platz umzusetzen.“

VON BERND KLINGEBIEL

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