„Es hat mich so richtig gepackt“

Stefan Griebenow kämpft in der Königsklasse um den Deutschen Titel im Trial: „Ein Platz auf dem Podest wäre ein Traum.“

Schwemlitz/Westerweyhe - Von Eckart Warnecke. Wenn am kommenden Wochenende in Schwemlitz die nächsten beiden Läufe zu den Deutschen Meisterschaften im Trial ausgetragen werden (AZ berichtete), dann ist auch der Uelzener Stefan Griebenow in der Klasse 1 mit von der Partie. Er startet für den Motorsportclub Uelzen.

Auch wenn es Trial nie in das ganz große Rampenlicht der Öffentlichkeit gebracht hat, so bietet es hochklassigen Sport, der den Fahrern alles abverlangt. Auf der einen Seite wird eine perfekt auf den Fahrer und auf die Bedingungen abgestellte Trialmaschine benötigt, auf der anderen muss der Pilot über eine Vielzahl von Qualitäten verfügen. Es sind nicht nur Kraft, Geschicklichkeit und Routine gefordert, sondern es kommt auch und vor allem auf hervorragende mentale Fähigkeiten an. Griebenow: „Viele der Fahrer nehmen sich nicht viel. Wer sich am besten konzentrieren kann und seinen Kopf frei bekommt, der hat die besten Chancen.“

Der Westerweyher sitzt seit seinem neunten Lebensjahr auf dem Motorrad. Angefangen hatte es auf einer SWM 80ccm Maschine. Sein erstes Motorrad hatte einen Stahlrahmen mit einem luftgekühlten Motor. Das Fahrwerk bestand aus einer normalen Vorderradgabel, die sich nicht einstellen und auf den Fahrer abstimmen ließ, die hinteren Federkomponenten (Twinshock) aus zwei Stoßdämpfern, die sich ebenfalls nicht einstellen ließen. Somit ist dieses Motorrad mit der heutigen Technik nicht mehr zu vergleichen.

Regelmäßiges Üben und Training mit Vaters Hilfestellung, der ebenfalls im Trialsport aktiv ist, sorgten dafür, dass sich die ersten Erfolge bei verschiedenen Norddeutschen Meisterschaften in den Leistungsklassen 6 und 5 einstellten. Über die Jahre fuhr Griebenow oben mit, bis er dann mit Beginn der Lehre immer weniger Zeit für seinen Sport hatte. Griebenow: „In dieser Phase hatte ich zu viel andere Sachen um die Ohren. Aber ich habe meine Maschine auch nie richtig weggestellt.“ Als er dann mit 22 Jahren mit seinem Hochschulstudium begann, entwickelte sich eine neue Motivation. Griebenow stieg in die Leistungsklasse 2 auf, in der er nicht nur etliche Läufe bei den Norddeutschen Meisterschaften gewann, sondern auch schon mal bei internationalen Veranstaltungen wie dem Hallentrial in Bielefeld oder dem Nachttrial in Fürstenhagen an den Start ging.

Im letzten Jahr gelang Stefan Griebenow das Kunststück, sämtliche zehn Läufe der Klasse 2 in Norddeutschland zu gewinnen – Ergebnis: unangefochtener Meister. In diesem Jahr will er es nun noch mal wissen und startet in der Königsklasse, in der es naturgemäß noch einmal ganz anders zur Sache geht. Auch wenn viele seiner Konkurrenten bis zu zehn Jahre jünger sind und oft auch wegen Sponsorenunterstützung über besseres Material verfügen, so will der Westerweyher angreifen. Griebenow: „Es hat mich jetzt noch mal so richtig gepackt. Ich konnte mich ganz gut vorbereiten, bin privat wie beruflich zufrieden und muss gleichzeitig keinem mehr beweisen, was ich drauf habe – höchstens noch mal mir selbst ... “

Und wo ließen sich derartige Ziele nicht besser umsetzen, als bei Läufen um die Deutschen Meisterschaft, zumal der dritte und vierte davon am Wochenende auf seiner Hausbahn in Schwemlitz ausgerichtet werden.

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