AZ-Serie „Heimliche Stars“: Jörg Köster lebt für den SV Emmendorf

„Meine Vereinstreue ist stark!“

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Jubelnder Jörg Köster: Für ihn war der Sieg beim 13. AZ-Presse-Cup am letzten Sonnabend ein weiterer Höhepunkt seiner langen Betreuerlaufbahn beim SV Emmendorf.

Emmendorf – Tagein, tagaus denkt Jörg Köster an seinen Verein. Sein Herz schlägt für den SV Emmendorf. Und das seit 1977! Der 50-jährige Betreuer ist beim Fußball-Landesligisten nicht wegzudenken und somit verdient ein Teil der AZ-Serie „Die heimlichen Stars“.

So lange sind nur wenige Betreuer im Dienst. Seit 2003 kümmert sich Köster, der vorher selbst als Spieler aktiv gewesen ist, um die Belange der ersten Herrenmannschaft. Er war aber auch schon vorher zeitweise als Betreuer der Reserve aktiv. „Die Aufgabe hat mich gereizt, wieder etwas für den Verein zu tun“, erklärt er.

Der damalige SVE-Trainer Dietmar Heß ist auf ihn zugekommen. So nahm die Betreuer-Ära seinen Lauf. Seit fast 17 Jahren ist Köster die helfende Hand rund um das Team. Dabei hat der 50-Jährige ein großes Tätigkeitsspektrum. Über Auswärts-Organisationen bis hin zur Schiedsrichterbetreuung ist alles dabei. Letzteres „war immer ein Hauptaugenmerk von mir“. Noch heute hat Köster guten Draht zu Unparteiischen, beispielsweise zum Celler Ex-Schiri-Chef Enno Thiele, der Köster zu Weihnachten VIP-Karten für den Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf geschenkt hat.

Die Beziehung zum Klub ist innig. Ans Aufhören denkt Köster nie, auch nicht in dieser sportlich schweren Zeit. Es droht der Abstieg. „Der Verein hat mir so viel gegeben. Deshalb bin ich auch in den schweren Stunden dabei und werde auch im Falle eines Abstiegs weitermachen“, erklärt Köster. „Meine Vereinstreue ist stark!“

Fast 43 Jahre bei den Schwarz-Grünen, 17 davon als Betreuer der Erstvertretung. Siege, Pleite, Freude und Frust – er hat alles miterlebt.

Ein Ereignis, das der Ur-Emmendorfer nie vergessen wird, ist der Aufstieg aus der damaligen Bezirksklasse in die Bezirksliga 2004/05. Sein Team musste gewinnen, Konkurrent Vastorf dagegen in Wustrow verlieren, was als unwahrscheinlich galt. „Ich habe einen Anruf bekommen von Vastorf, dass sie verloren haben. Ich wusste in diesem Moment als einziger Emmendorfer, dass wir aufgestiegen waren“, erzählt Köster. Es platzte aus ihm heraus! „Ich bin Richtung Fankurve gelaufen, habe geschrien ‘Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg!’ und alle haben mich nur blöd angeguckt, weil keiner damit gerechnet hat.“

Dass er nicht ohne das Team kann, zeigt auch, dass er der Mannschaft 2017 ins Trainingslager nach Barsinghausen hinterher reiste. Das Camp war der Lohn für den NFV-Fairnesspreis, den Emmendorf gewonnen hatte. Aber: Nicht alle konnten mit. Kein Platz für Köster.

„Ich bin fast heulend nach Hause gegangen“, gesteht er ein. Er fragte im Sporthotel nach einem Zimmer. „Meine Frau und ich sind am Samstagmorgen sofort hinterhergefahren.“ Der SV Emmendorf ohne Jörg Köster? Unvorstellbar!

VON ROUVEN PETER

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