Die Dartschnecken aus Ebstorf richteten Landes-Ranglistenturnier aus

Maßarbeit und Mythen

Ebstorf. Wer erinnert sich nicht? Auf fast jedem Gabentisch der heute erwachsenen Männer landete irgendwann im Laufe ihrer Jugend ein Dartboard.

Ansonsten kennt man(n) das Darten als netten Zeitvertreib aus der Kneipe, wo in feuchtfröhlicher Atmosphäre um Punkte und um Anerkennung gekämpft wird.

Mittlerweile hat sich Dart jedoch von seinem Kneipenimage gelöst und sich zu einer ernstzunehmenden Sportart entwickelt. Die Dartschnecken aus Ebstorf waren am letzten Wochenende Ausrichter eines Landes-Ranglistenturniers (AZ berichtete). Organisator Pascal Witt weiß aus eigener Erfahrung: „Natürlich hat eine Randsportart wie das Darten immer um sein Image und das öffentliche Interesse zu kämpfen.“

Dabei hat der Verein aus Ebstorf so einiges zu bieten: Bei den Dartschnecken zielen insgesamt 28 Akteure. Das A-Team spielt in der Verbandsliga Ost des Niedersächsischen Dartverbandes (NDV), das B-Team in der Bezirksoberliga, und das C-Team in der Bezirksliga des Bezirks-Dartverbandes Lüneburger Heide (BDVLH).

Erklärtes Ziel des A-Teams, das aktuell Tabellenplatz drei belegt, ist der Aufstieg in die Niedersachsenliga, der letzten Vorstufe vor dem Sprung in die Bundesliga. Dafür haben sich die Ebstorfer gezielt verstärkt, beispielsweise mit David Schulz aus Lüneburg, in der vergangenen Saison noch Bundesligaspieler. Und auch mit einem weiteren Mythos gilt es aufzuräumen: Wer da glaubt, beim Dart käme es darauf an, in Robin Hood- Manier möglichst oft die Mitte des Boards, das so genannte Bull’s Eye, zu treffen, der irrt. Noch attraktiver ist die „Triple 20“, ein acht Millimeter breites Segment im oberen Bereich der Scheibe. Die bringt bei drei zur Verfügung stehenden Darts insgesamt 180 Punkte, während man mit drei Treffern ins „Bull’s Eye“ auf lediglich 150 Punkte kommen kann.

Pascal Witt, zurzeit auf Platz zwei in der Bezirksrangliste Lüneburger Heide geführt und somit der zweitbeste Darter unter 180 Spielern aus dem Raum Uelzen, Lüneburg, Celle und Heidekreis: „Ganz entscheidend sind die innere Ruhe und Konzentration. Als nächstes folgt ein gewisses Talent, denn ohne geht es nicht. Als dritte Komponente ist dann noch die Präzision zu nennen. Und nur, wer alle drei Komponenten in Einklang bringen kann, wird am Ende ganz oben stehen.“

Beim Ranglistenturnier im Klosterflecken war dem Lokalmatador das Glück dann aber nicht hold: Nach zwei gewonnenen Spielen gingen die folgenden zwei Begegnungen gegen ehemalige Bundesligaspieler jeweils knapp mit 2:3 verloren, was der Freude und der Leidenschaft des 21-jährigen Witt an seinem Sport jedoch keinen Abbruch tut.

Von Oliver Huchthausen

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