Adriaan Boele fährt querschnittsgelähmt Autocross / Schulz siegt im Superfinale

„Das liegt im Blut“

Der querschnittsgelähmte Adriaan Boele lässt sich die Freude am Autocross nicht nehmen. „Im Automobilsport muss man schnell schalten, schnell bremsen und schnell Gas geben. Das ist mit der Handbedienung sehr schwierig“, erklärt der Niederländer. Fotos (4): Arens
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Der querschnittsgelähmte Adriaan Boele lässt sich die Freude am Autocross nicht nehmen. „Im Automobilsport muss man schnell schalten, schnell bremsen und schnell Gas geben. Das ist mit der Handbedienung sehr schwierig“, erklärt der Niederländer. 

ar/af Klein Pretzier. Nach einem schweren Unfall ist Adriaan Boele querschnittsgelähmt. Der Niederländer lässt sich aber trotz seines Handicaps vom Autocross nicht abhalten. „Das liegt im Blut. Wenn man das ein Mal gemacht hat, kommt man da nie wieder raus.“

Und so stecken Boele und sein Team seit Jahren ihr ganzes Herzblut in das kostspielige Hobby. „Jeden Abend und jedes Wochenende“ dreht sich bei dem Holländer alles um sein Auto und seinen Sport. „Das geht nur, wenn die Partnerin mitzieht. Meine Freundin ist immer mit dabei“, erklärt Boele beim Champions-Race, mit dem die Autocross-Saison auf dem Uhlenköper-Ring bei Klein Pretzier beendet worden ist.

Adriaan Boele fegt über den Uhlenköper-Ring. Er hat den Anschluss an seine Mitstreiter geschafft. 

Boele misst sich in der Tourenwagen-Klasse 12 mit der Konkurrenz. „Im Automobilsport muss man schnell schalten, schnell bremsen und schnell Gas geben. Das ist mit der Handbedienung sehr schwierig“, beschreibt er seinen Nachteil gegenüber den anderen Fahrern. Trotzdem will er mit seinem eigens umgebauten Fahrzeug „wettbewerbsfähig sein“. Mittlerweile hat Boele den Anschluss an seine Mitstreiter geschafft.

Die Bahn auf dem Uhlenköper-Ring war trotz Regenfällen perfekt vorbereitet, zunächst aber noch ziemlich cremig; sie trocknete von Lauf zu Lauf immer besser ab und wurde sehr schnell.

Auch bei der letzten Autocross-Veranstaltung dieses Jahres auf dem Uhlenköper-Ring fuhren die Piloten auf des Messers Schneide um die Siege. Es ging zwar nicht mehr um wichtige Punkte für den Deutschland-Cup, dennoch bewiesen sie enormen Ehrgeiz. Die Lokalmatadoren zeigten selbst den großen Namen der Autocross-Szene, die auch aus anderen Meisterschaftsserien angereist waren, wo es langgeht. So waren von der MSG Uhlenköper im ADAC Timo Schulz und Christoph Conen auf der Piste.

Conen, wie gewohnt stark in der Klasse 7 der Eigenbauten bis 1600 ccm unterwegs, hatte es mit starken Gegnern zu tun. Der Meister dieser Klasse, Mirco Schwerdtfeger aus Celle, der Europameisterschaftsdritte Steven Laubach und andere Topfahrer kämpften mit ihm um jeden Zentimeter der Strecke. Am Ende konnte Conen drei Mal einen ersten Platz in den Vorläufen und den Sieg im Klassenfinale der Buggy 1600 verbuchen. „Es war es ein schöner Saisonabschluss“, strahlte Conen.

Gewohnt perfekt vorbereitet, fuhr auch Timo Schulz starke Rennen. Er holte alles aus seinem Golf II heraus und qualifizierte sich abermals für das Superfinale. Zwölf aufheulende Motoren am Vorstart läuteten den ersten der drei Läufe der Divisons-Rennen ein. Es ging gnadenlos in die erste Runde. Im Kampf um die Plätze stockte den Zuschauern des öfteren der Atem. Schulz fuhr sicher und klug, zeigte bei Überholmanövern sein fahrerisches Können. Am Ende zeigte er sich sichtlich zufrieden mit dem Sieg im Superfinale der Division 1.

Timo Schulz fand vor acht Jahren eher zufällig zum Autocross: Einige Freunde hatten einen Rennwagen zusammengebaut. „Nur fahren wollte keiner. Also haben sie mich gefragt“, erklärt Schulz schmunzelnd. Trotz fehlender Motorsport-Erfahrung nahm er an und bewies schnell sein Talent. Bereits 2013 wurde er Meister der Serie. Auch in dieser Saison fuhr er ganz vorn mit und wurde trotz eines ausgelassenen Laufes Vierter der Tourenwagen-Klasse 2.

Autogrammstunde für die Motorsportfans: Zehn Fahrer unterschreiben geduldig Poster.

In der Mittagspause boten die Veranstalter auf dem Uhlenköper-Ring den Fans erstmalig eine Autogrammstunde. Zehn Fahrer unterschrieben geduldig die von AutocossGermany kostenlos zur Verfügung gestellten Poster. Zudem verkaufte die Kinder- und Jugendfeuerwehr aus Rätzlingen Kalender für einen guten Zweck. Der Erlös soll an die Familie eines verunglückten Kameraden ihrer Kinderfeuerwehr gehen.

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