„Kühlen Kopf bewahren“

Duell mit den Profis: Bei seinem Startelf-Debüt im Trikot des HSC Hannover bekam es Azad Karamac (rotes Trikot, Nummer 17) beim 0:5 im AOK-Stadion gegen den gastgebenden VfL Wolfsburg II auch mit dem 13-fachen Bundesligaspieler Elvis Rexhbeçaj (links), dem in diesem Sommer zum österreichischen Erstligisten Linzer ASK gewechselten Mamoudou Karamoko und Keeper Lino Kasten zu tun.
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Duell mit den Profis: Bei seinem Startelf-Debüt im Trikot des HSC Hannover bekam es Azad Karamac (rotes Trikot, Nummer 17) beim 0:5 im AOK-Stadion gegen den gastgebenden VfL Wolfsburg II auch mit dem 13-fachen Bundesligaspieler Elvis Rexhbeçaj (links), dem in diesem Sommer zum österreichischen Erstligisten Linzer ASK gewechselten Mamoudou Karamoko und Keeper Lino Kasten zu tun.

Verletzung, Corona und ein Umbruch: Der aus Bad Bodenteich stammende Azad Karamac hat nach seinem Karrieresprung zum Fußball-Regionalligisten HSC Hannover eine unglückliche Saison erlebt und den Verein verlassen.

„Ich muss jetzt kühlen Kopf bewahren“, hofft der 24-Jährige auf neue Angebote aus dem In- und Ausland.

Hannover/Bad Bodenteich – Für das Leben als Viertliga-Kicker hatte Karamac alles andere hinten angestellt. Nach zwei starken Spielzeiten beim Oberligisten MTV Gifhorn und einem überzeugenden Probetraining unterschrieb er im Sommer 2019 beim HSC und zog um in die Landeshauptstadt. Trainer Martin Polomkaden lobte: „Seine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Er strebt nach Höherem.“ Karamac punktete auch mit Mentalität und positiver Ausstrahlung.

Bei seinen frühen Herrenstationen Teutonia Uelzen, SV Emmendorf und seinem Heimatverein TuS Bodenteich hatte sich ein Engagement in der 4. Liga noch nicht abgezeichnet. Karamac: „Ich habe zu der Zeit meine dreijährige Berufsausbildung absolviert. Die hatte damals Priorität.“ Der Ruf aus Hannover sei „eine Bestätigung für mich nach der nicht so erfolgreichen Zeit im Landkreis Uelzen“ gewesen, hatte Karamac bei seinem Wechsel in der AZ erklärt.

„Das war eine extreme Belastung“

Die Umstellung auf zwei Trainingseinheiten am Tag fiel ihm zunächst aber nicht leicht. „Das war eine extreme Belastung. Irgendwann habe ich mich dran gewöhnt und eine gute Vorbereitung gespielt“, blickt er zurück auf die ersten Wochen an der Constantinstraße zurück.

Unmittelbar vor dem Saisonstart warf ihn eine hartnäckige Hüftverletzung wieder zurück. An Mannschaftstraining war wochenlang nicht zu denken, Karamac musste individuelle Schichten schieben. „Ich verlor den Bezug zum Team“, sagt er.

Am Ende der Hinrunde war Karamac wieder voll da, bekam Einsatzzeiten und stand beim 0:5 gegen den VfL Wolfsburg II das erste Mal in der Startelf: „Ich habe ein gutes Feedback von Trainer, Team, Freunden und Verwandten erhalten.“ In der Winterpause wuchsen die Hoffnungen auf mehr. Dann kam Corona, Fußball auf Stillstand, Saisonabbruch. Karamac: „Das war eine schwierige Zeit. Man hatte plötzlich keinen Bezug mehr zum Fußball.“ Zunächst Home-Training, dann in Kleingruppen, aber ohne Zweikämpfe und mit viel Ungewissheit. „Da war keine Spannung drin“, seufzt Karamac.

Bereits in den Vorgesprächen auf die nächste Saison habe sich beim HSC ein personeller Umbruch abgezeichnet, den Karamac so nicht mitgehen mochte: „Wir haben gegenseitig andere Vorstellungen und uns nach respektvollen Gesprächen getrennt. Es hat nicht gepasst.“

Einen neuen Verein hat er noch nicht gefunden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch auf dem Spielermarkt allgegenwärtig. Karamac: „Man muss jetzt Geduld haben, ich bin aber zuversichtlich.“ Über seinen Berater gebe es Kontakte im In- und Ausland, sagt der Mittelfeldmann, der in Deutschland aber weiterhin mindestens in der Regionalliga spielen möchte. Karamac trainiert täglich, fühlt sich vorbereitet und ist offen für jedes Abenteuer. VON BERND KLINGEBIEL

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