25-Jährige erzählt über Arbeit mit Fußball-Profis

KSB-Referentin Vera Tebelmann über ihr aufregendes Werder-Praktikum

Vera Tebelmann steht auf einer Treppe im Weser-Stadion
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Neun Monate war Vera Tebelmann ein Teil der großen Werder-Familie: Die jetzige Referentin des Kreissportbundes Uelzen absolvierte ein anspruchsvolles Praktikum beim Fußball-Bundesligisten. 
  • Arek Marud
    vonArek Marud
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Bremen/Uelzen - Mit acht Jahren besuchte sie ihr erstes Werder-Heimspiel. Sie sammelte Autogramme und besaß eine Dauerkarte. Und plötzlich durfte Vera Tebelmann für ihren Lieblingsverein und Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen arbeiten.

Die Bremer Profis hautnah miterleben und mit ihnen zusammenarbeiten. Für Edelfan Vera Tebelmann ging dieser Traum bei einem neunmonatigen Praktikum in Erfüllung. Von Juni 2019 bis März 2020 kümmerte sich die jetzige Referentin für Sportentwicklung und Sportjugend beim Kreissportbund Uelzen (in Vertretung) um den digitalen Vertrieb und das Marketing mit Schwerpunkt E-Sports. Sie erstellte Werbekampagnen, betreute die Homepage (E-Sports) und Sponsorengäste. Das Spannendste an ihrem Job war aber die Tätigkeit mit den Profis.

„Anfangs fühlte ich mich wie ein Fan, der am liebsten Fotos und Autogramme bekommen hätte.“ Doch die 25-Jährige durfte sich das nicht anmerken lassen. „Ich musste mich zurückhalten.“

Dauergast in Tabuzone

Tebelmann düste mit den Spielern zu Autogrammstunden, organisierte Unterschriftenaktionen von 40.000 Fußbällen und begleitete verletzte Werder-Stars bei Heimspielen in die VIP-Lounge zu Sponsorentreffen. Zwei bis drei Mal in der Woche stand sie in der Kabine – für Fans und Medienvertreter eine Tabuzone. Für Tebelmann eine Wahnsinnserfahrung, ist sie seit ihrer Kindheit Werderfan. Sie ließ kaum eine Autogrammstunde aus und war Dauergast bei Werders alljährlichem Tag der Fans. Und auf einmal führte sie Small Talks mit Milot Rashica, Davy Klaassen oder Niclas Füllkrug. „Es ist aufregend, gleich behandelt zu werden“, blickt Tebelmann zurück. Sympathisch fand sie Theodor Gebre Selassie und vor allem Maximilian Eggestein, „weil er bodenständig und nah an den Menschen dran war“.

Traum endet abrupt

Alles lief perfekt. Eine Einstellung im Projektmanagement E-Sports war in Planung. Mit Werders einsetzenden Abstiegssorgen in der letzten Saison wackelten die verlockenden Berufsaussichten, weil viele Stellen im Verein an den Verbleib im Elitehaus gekoppelt waren. Die sportliche Krise erschwerte ihre Arbeit, weil sich die zunehmend abgeschirmte Mannschaft auf den Abstiegskampf konzentrieren musste: Physiotherapie, bis zu drei Trainingseinheiten, Fitnessstudio. Es blieb wenig Zeit für Werbedeals und Sponsorenveranstaltungen.

Nicht alles war Gold in Werders Glitzer-Welt, berichtet Tebelmann vom anspruchsvollen Job. Oft musste sie abends arbeiten. An den Wochenenden sowieso: „Es war anstrengend, aber aufregend, weil man in eine andere Welt eintaucht.“ Doch dann wurde sie abrupt aus ihren Träumen gerissen. Corona-Krise! Praktikum-Aus! Das Ende eines grün-weißen Märchens, an das sich Tebelmann fast ein Jahr später immer noch gern erinnert. „Es war ziemlich cool. Man hatte Ehrfurcht und Respekt, für den Verein zu arbeiten, den man eigentlich liebt.“

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