Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes: Die Uhlen-Kickers schaffen den Sprung unter die besten zehn Klubs

Was ein kleiner Verein alles leisten kann

Zum Auftakt seines Informationsbesuchs überreichte Frank Schmidt den jungen Kickern einen Fußball. Fotos: Ph. Schulze

Uelzen. Holen die Uhlen-Kickers den Mercedes Benz-Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach Uelzen?.

Seit 2007 verleihen der DFB und sein Generalsponsor jährlich einen gemeinsamen Integrationspreis, den mit insgesamt 150 000 € Euro höchstdotierten Sozialpreis Deutschlands, mit dem sowohl Vereine als auch Schulen und sonstige Institutionen für hervorragende Integrationsarbeit im Bereich des Fußballs ausgezeichnet werden. In diesem Jahr schaffte mit den Uhlen-Kickers auch ein Bewerber aus Uelzen den Sprung unter die besten zehn Vereine Deutschlands. Sie sind damit der einzige Teilnehmer aus Niedersachsen, dem diese schon jetzt große Anerkennung zuteil wird.

Exakt am 13. Gründungstag des noch jungen Uelzener Fußballklubs stand für die Kickers der Besuch des Integrationsbeauftragten des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV), Frank Schmidt, an. Der Gast aus Osnabrück sollte sich ein Bild vom Verein, seinen Strukturen und seiner Umgebung machen.

Sein Aufenthalt in Uelzen begann mit dem Besuch der Fußballvorschule, bei dem Schmidt als Gastgeschenk einen Ball an die durchschnittlich fünf Jahre alten Kicker überreichte. „Sie können sehr stolz sein, einen Platz unter en ersten Zehn erreicht zu haben“, erklärte Schmidt. Besonders lobte er im Laufe der Gespräche die vielfältigen Zusatzangebote, die enge Einbindung der Eltern, die seit einigen Monaten bestehende Fußballvorschule und den geringen Mitgliederbeitrag des Vereins.

Auch zeigte er sich erstaunt darüber, was man als „kleiner“ Verein, der ihm vorher nicht bekannt war, alles leisten kann. Vor allem die Tatsache, dass gut ein Viertel der Vereinsmitglieder Kinder mit Migrationshintergrund seien, zeige auf, was man bewirken könne, wenn man gute, soziale und motivierte Vereinsarbeit leiste, sagte Schmidt. Positiv wurde auch die gute Zusammenarbeit mit Schulen, sozialen Einrichtungen und Kindergärten empfunden. Lob gab es außerdem dafür, dass die meisten Mannschaften einen ausgebildeten Übungsleiter mit Trainerschein haben. Schmidt nahm sich viel Zeit für seine Beurteilung und hörte sich auch die alltäglichen Probleme der Vereinsarbeit an der Basis an. So wurde unter anderem auch das Thema Ehrenamt angesprochen. Viele Vereine seien bereits an ihre Grenzen gestoßen, da immer weniger Menschen bereit seien sich dort entsprechend zu engagieren.

Die Eindrücke des DFB-Mitarbeiters fließen nun in die Unterlagen der Jury ein, der unter anderem DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Nationalmannschaftsmanager und Schirmherr des Integrationspreises Oliver Bierhoff sowie die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer angehören. Im März des nächsten Jahres stehen dann die endgültigen Platzierungen fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare