Ziele, Sorgen, Zukunftspläne – AZ-Interview mit Emmendorfs Kapitän Benjamin Silbermann

„Klassenerhalt wäre ein echtes Fußballwunder“

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„Mit 40 würde ich lieber Basketball und Tennis spielen“, sagt der 36-jährige Benjamin Silbermann, der fast 600 Spiele für Emmendorf absolviert hat und seit vielen, vielen Jahren den Takt auf dem Spielfeld angibt.

Emmendorf – Er hat fast 600 Matches auf dem Buckel, spielt seit 1988 nur für den SV Emmendorf und steht vor einer der schwersten Spielzeiten überhaupt. Benjamin Silbermann ist der Mr. Emmendorf.

Vor dem Saisonstart beim Rotenburger SV spricht der 36-Jährige im AZ-Interview über den schweren Stand der Dorfvereine und die schwierige Situation seines Heimatklubs.

Herr Silbermann, hinter dem SV Emmendorf liegt eine turbulente Zeit. Haben sich der Verein und die Mannschaft von all den Spekulationen um einen freiwilligen Rückzug in die Bezirksliga erholt?

Natürlich, wir haben die neue Situation schnell angenommen und machen bisher das Beste draus. Das Pokalspiel in Suderburg war trotz der Niederlage im 11m-Schießen schon mal ein insgesamt positives Erlebnis.

Welche Rolle haben Sie als Mannschaftskapitän und Identifikationsfigur bei all den Gesprächen und Abwägungen bekleidet?

Im Grunde die gleiche Rolle wie jeder andere auch aus der Mannschaft und dem näheren Umfeld, nur dass mein Wort vielleicht noch etwas mehr Gewicht hatte.

Namhafte Spielerabgänge, ausbleibende Toptransfers, Rückzug von Trainer Achim Otte: Es geht von Anfang an um den sportlichen Überlebenskampf. Wie groß sind Ihre Sorgen?

Eigentlich mache ich mir keine großen Sorgen, wenn ich ehrlich bin. Jedem ist – denke ich – bewusst, dass der Klassenerhalt ein echtes Fußballwunder wäre und es primär darum geht, den SVE für die Zukunft auf zwei gesunden Beinen zu halten. Wir als Team müssen einfach zusammen halten, in guten, wie auch schlechten Zeiten, die sicherlich des Öfteren in dieser Saison auf uns warten.

Mit Felix Lüring und Nick Motzny gibt es ein neues Trainergespann. Was haben die Beiden in der Sommerpause bewegt und wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Sie haben uns schnell auf die neuen Gegebenheiten eingestellt und auch ohne um den heißen Brei herum zu reden, klar gemacht, dass wir im Trainingsbetrieb auch mal Tage erleben werden, wo wir vielleicht nur acht Mann auf dem Platz haben werden. Die Zusammenarbeit läuft ohne Probleme, die Mannschaft ist zusammengerückt nach den Turbulenzen des Frühjahrs.

Das 0:2 beim MTV Barum am vergangenen Sonntag hat noch einige Schwächen aufgedeckt. Woran muss die Mannschaft aktuell ganz besonders arbeiten?

Definitiv an der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, da gehen wir zu sorglos mit unseren Möglichkeiten um. In der Landesliga werden wir nur wenige Chancen bekommen, die müssen wir dann besser ausspielen.

Sie sind 36 Jahre alt, haben 594 Spiele für Emmendorf absolviert. Werden wir Benjamin Silbermann auch noch mit 40 Jahren bei der 1. Herren erleben?

Geplant ist das natürlich nicht, aber dieser Sommer hat ja gezeigt, dass der Fußball insbesondere in den kleineren Dorfvereinen in den nächsten Jahren vor einer großen Bewährungsprobe stehen wird. Wer weiß, wie es um den Herrenfußball beim SVE bestellt sein wird... Aber mit 40 würde ich dann doch schon lieber Basketball und Tennis spielen.

Am Sonntag geht es zum Rotenburger SV. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Es wird schwierig, personell gibt es ein paar Fragezeichen und den RSV haben wir in den vergangenen zwei Jahren als extrem kompakte Mannschaft erlebt. Ein Punkt zum Auftakt wäre schon eine tolle Sache. Zumal es der Spielplangestalter nicht besonders gut mit uns meinte und im Anschluss weitere Hochkaräter warten.  am

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