Seit 20 Jahren mit Herzblut dabei: Arne Scheele ist die gute Seele des TSV Lehmke

Kiste Wasser und klare Ansagen

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Arne Scheele ist seit fast 20 Jahren Betreuer bei den Fußballern des TSV Lehmke und damit einer von unzähligen „Heimlichen Stars“, die in der neuen AZ-Sportserie vorgestellt werden.

Lehmke – Sonntag, 12 Uhr. Die Spieler sitzen noch am Mittagstisch oder gucken die Fußball-Kultsendung Doppelpass. Arne Scheele hat dafür keine Zeit. Zwei Stunden vor Spielbeginn rollt er mit der Kreidemaschine über den Sportplatz.

Seit 20 Jahren ist Scheele beim TSV Lehmke Betreuer mit Leib und Seele.

Scheele ist der erste Ehrenamtliche der neuen AZ-Serie die „Heimlichen Stars“. In den kommenden Monaten stellen wir die unzähligen Betreuer der Uelzener Sportmannschaften vor.

„Ich mache gerne alles in Ruhe, bevor es hektisch wird“, erzählt Arne Scheele. Ehrenamtliche Arbeit liegt dem 37-Jährigen sehr am Herzen. „Ehrenamt ist verdammt wichtig, man macht es ja nicht nur für sich. Deshalb macht es mir tierisch Spaß. Ich helfe gerne. Bei uns sind im Schnitt 50 bis 100 Zuschauer. Es treibt mich an, andere bei Laune zu halten.“

Klare Kante

Betreuer aus Leidenschaft: Arne Scheele liebt seine ehrenamtliche Tätigkeit beim TSV Lehmke. Hier rollt er vor einem Punktspiel der TSV-Kicker mit der Kreidemaschine über den Lehmker Sportplatz.

Der Ur-Lehmker ist sich für nichts zu schade. Er holt gewaschene Trikots ab, hängt an Spieltagen die Vereinsfahne auf, tapt Spieler und behandelt sie auf dem Platz. Im Sommer bringt er kühle Getränke zum Spiel mit, im Winter gibt es schon mal heißen Tee. Scheele ist aber auch Pressesprecher, war früher Spielausschussobmann und und bekleidet seit Februar 2018 das Amt des 2. Vorsitzenden. Nur eines ist er nicht: Der gute Onkel von nebenan. „Ich bin nicht der herkömmliche Betreuer“, erzählt Scheele nach getaner Arbeit auf der Ersatzbank, während sich die inzwischen erschienenen Lehmker Spieler in der Umkleidekabine für ihr Punktspiel bereitmachen. „Ich schneide kein Obst und betätschele auch nicht die Spieler. Ich bin kein Typ dafür. Bei mir gibt es eine Kiste Wasser und klare Ansagen.“

Emotionaler Antreiber

Bei einem Spiel zwischen dem SC Freiburg und Hamburger SV (Dezember 2017) halten Freiwillige ein Banner mit der Aufschrift „Danke ans Ehrenamt“. Dazu zählen auch die zahlreichen Teambetreuer, um die es in der AZ-Serie „Heimliche Stars“ geht.

Der Verein hat dem Macher aus dem Hintergrund sehr viel zu verdanken. „Arne ist ein Typ, der den Verein lebt, ist stets engagiert und steht immer unter Feuer, wenn er den Platz betritt“, berichtet der TSV-Spieler und frühere Lehmker Coach Karsten Senft. Solche „Heimlichen Stars“ wie Scheele sind aus dem Mannschaftskreis nicht wegzudenken. „Arne ist die Seele des Vereins. Ohne ihn würde das alles hier nicht laufen. Er ist sich für nichts zu schade.“ Angefangen hatte alles vor zwei Jahrzehnten. Scheele, seit dem achten Lebensjahr im Verein (1990), hörte altersbedingt als C-Jugendlicher mit dem Fußball spielen auf. Denn er war immer der Nachzügler und spielte zu selten in einem Jahrgang mit seinen besten Kumpels. Damals noch bei der SG Wrestedt/Lehmke. Die Anfrage des früheren TSV-Betreuers Dirk Schlese kam wie gerufen. Nach einjähriger Einarbeitungszeit übernahm Scheele den Betreuerjob, der sich manchmal als echter Zeitfresser entpuppt. „Es ist nicht immer einfach, das zuhause bei der Familie durchzudrücken. Man braucht gutes Verhandlungsgeschick“, dankt Scheele seiner Freundin Vanessa.

Trecker-Aufstiegstrip

Doch das Ende naht. Im Februar 2020 wird Scheele Papa und will dann nach zwei Jahrzehnten kürzertreten. Die Suche nach einem geeigneten Ersatz läuft bereits. Was nicht ganz einfach ist. Scheele will dieses Amt nicht irgendwem übertragen. „Es ist schwer, ehrenamtliche zu finden, auf die man sich verlassen kann.“ Wobei sie in Lehmke nie größere Probleme hatten. „Bei uns hilft jeder dem anderen.“

Dank dieser Gemeinschaft hat der kleine Verein einige sportliche Erfolge vorzuweisen. Unvergessen bleibt der Aufstieg in die Kreisliga 2003. Mit dem Trecker ging es vom siegreichen Spiel in Rätzlingen nach Lehmke, wo sich das Team von den entlang der Straßen stehenden Bewohnern und Fans feiern ließ. Es sind diese Gänsehaut-Momente, warum Scheele seinen Betreuerjob liebt. „Die Leute haben applaudiert.“

VON AREK MARUD

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