Quarantäne beim TSV Bardowick und FC Heidetal

Der Fußball im Kreis Heide-Wendland bekommt einen Corona-Puffer

Luftkampfszene von Fußballern mit dem Torwart.
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TuS Ebstorf - Yannik Gausmann (Mitte) mit Torwart Dimitri Stork (SC Uelzen).
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Der Fußballkreis Heide-Wendland tastet sich mit großer Vorsicht in seine dritte Saison mit Corona. Auf einer Videokonferenz stellte der Spielausschussvorsitzende Thore Lohmann das Konzept für den Spielbetrieb 2021/22 vor. Nach aktuellen Quarantäne-Entscheidungen gegen Fußballer des Bezirksligisten TSV Bardowick und des Kreisligisten FC Heidetal gewann das Thema zusätzliche Brisanz.

Uelzen/Landkreis – Im Mittelpunkt steht das neu geschaffene Wort eines Corona-Puffers. „Denn wir wissen nicht, was passiert, wenn die Urlauber alle zurückkommen, welche Möglichkeiten es gibt, Fußball zu spielen“, betonte Lohmann. So gebe es in einzelnen Klassen noch Fragezeichen, in welcher Form der Spielbetrieb vor allem nach der Winterpause fortgesetzt werden könne.

Nur rund 40 von etwas mehr als 100 Kreisvereinen waren in der Runde vertreten, die sich allerdings auch zu ungewohnter Zeit am Sonntagabend (18. Juli) virtuell zusammensetzte. „Wir wollen Transparenz vermitteln, was wir im Spielausschuss treiben und eure Ideen, Sorgen und Nöte aufnehmen“, eröffnete Lohmann die Konferenz.

Der Ausschuss selbst hat sich seit der letzten Videoschalte Ende Mai umorientiert. Er hatte zunächst Regionalpokale oder ähnliche Spielformen nach der Winterpause favorisiert. Doch nun plant auch der Kreis in seinen wegen Corona-Unwägbarkeiten geteilten Ligen im Frühjahr mit Auf- und Abstiegsrunden. Lohmann: „So können wir wirklich die stärksten/schwächsten Mannschaften herausfiltern und durch so eine Runde die Saison glatt ziehen.“ Das sei das Ergebnis von „kontroversen Diskussionen bei der Gestaltung der Spielpläne“, erklärte er.

Thore Lohmann: „Es ist besser, diese Kröte zu scklucken“

Die Saison soll am 14./15. August starten und nach Hin- und Rückrunde am 14. November einen Zwischenstopp einlegen. Sollten Mannschaften während der Hinrunde (bis 26. September) in Quarantäne stecken und/oder Hinspiele ausfallen, sollen beteiligte Teams diese Partien unbedingt noch vor ihrem Start in die Rückrunde nachholen. Für diese Termine müssten Rückrundenspiele notfalls weichen. So soll die Wertungsbasis einer komplett gespielten halben Saison sichergestellt werden. Lohmann: „Die Hinrundenspiele haben absolute Priorität!“ Der Corona-Puffer!

Corona-Fälle beim TSV Bardowick und FC Heidetal schrecken den heimischen Fußball auf

Knapp vier Wochen vor dem Saisonstart schrecken nachgewiesene Corona-Infektionen beim Bezirksligisten TSV Bardowick die heimische Fußballszene auf.

15 Spieler plus Trainer Roman Razza befinden sich in Quarantäne. Auch zahlreiche Kicker des Kreisligisten FC Heidetal, gegen die die Domstädter ein Testspiel bestritten haben, sind seit Montag abgeschirmt. Der TSV sagte eine für den kommenden Sonntag geplante Vorbereitungspartie gegen den TuS Ebstorf ab.

Bezirksliga-Staffelleiter Hartmut Jäkel (Ebstorf) bezeichnet nach einem längeren Gespräch mit dem Lüneburger Gesundheitsamt die Quarantäne-Entscheidung als „vollkommen nachvollziehbar“. Den Saisonstart am 14./15. August sieht er nach aktueller Lage als „noch nicht gefährdet“ an, wohl aber den weiteren Verlauf der Saison.

Der TSV Bardowick schreibt auf seiner Facebook-Seite von drei Corona-Fällen innerhalb des Teams. „Trotz vorheriger negativer Selbsttests“ eines aus Mallorca zurückgekehrten Fußballers „unmittelbar vor der Zusammenkunft, konnten wir leider eine Ansteckung innerhalb der Mannschaft nicht verhindern“, heißt es dort. Der Trainingsbetrieb sei zum Erliegen gekommen. Und weiter: „Wir müssen uns nun erstmal sammeln und sortieren, um anschließend zu planen, wie es für uns weitergeht. Insgesamt lässt sich erkennen, auf welch tönernen Füßen unser Zusammenleben aktuell steht und das weiterhin äußerste Vorsicht geboten ist.“ kl

Lohmann: „Es ist besser, diese Kröte zu schlucken“ – aus der Sonntagabend-Runde kamen keine ernsthaften Bedenken. Von Coronaausfällen nicht betroffene Teams müssten jedoch nicht auf die Nachzügler warten, dürften nach Plan mit der Rückrunde weitermachen.

Aus den beiden Staffeln der Kreisliga ziehen die jeweils bestplatzierten vier Teams nach der Winterpause in eine Meisterrunde, die drei Aufsteiger in die Bezirksliga hervorbringen wird. Die Ergebnisse aus den Vorrundenspielen gegeneinander nehmen sie mit. In der Abstiegsrunde werden aus sechs Teams im selben Modus zwei Absteiger ermittelt.

Wie viele Mannschaften jeweils aus den Kreisklassen auf- und absteigen, soll in den nächsten Tagen festgezurrt werden, wenn der Ausschuss die Spielpläne und Ausschreibungen veröffentlichen will. Dann sollen auch die 4. Kreisklassen Nord, West und Süd nach regionalen Gesichtspunkten in jeweils zwei Staffeln geteilt werden, um die Anstoßtermine bei den Heimvereinen mit den anschließenden Hauptspielen synchronisieren zu können. In der 4. Kreisklasse sollen nach der Winterpause aber keine Entscheidungssrunde laufen. Lohmann: „Wir lassen sie durchspielen.“

Ü32-Altherren

Bei den Ü32-Altherren mit sieben 7er-Mannschaften läuft der Spielbetrieb ab dem 5. September nur noch auf dem Kleinfeld. Die Rückrunde soll nach der Winterpause ausgetragen werden. Auf Wunsch sei dann auch noch eine Pokalrunde möglich, erklärte Lohmann.

Ü40-Altliga

20 Mannschaften spielen in drei Staffeln nach den Sommerferien in Hin- und Rückrunde bis zum 29. Oktober. Auch hier soll der Corona-Puffer für Hinspiele greifen.

Ü50-Altliga

Nach zwei zusätzlichen Teammeldungen (TSV Adendorf, FC Echem) werden statt geplanter zwei nunmehr drei regionale Staffeln gebildet. Jeweils fünf Teams spielen die Hin- und Rückrunde im Herbst. Der Kreismeister soll zwischen den drei Staffelsiegern ermittelt werden, ein zusätzlicher Pokalwettbewerb sei möglich.

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