Wetter, Absagen, Termindruck: Diskussion um Spieltage an Oktober-Feiertagen

Kicken oder chillen?

Aufgeweichte oder gefrorene Fußballplätze: Winterliche Wetterkapriolen sorgten im heimischen Fußball für ein Terminchaos im Frühjahr.

Uelzen/Landkreis. Die Lage war dramatisch wie nie zuvor. Dauerregen und Frost vor und nach der Winterpause in der letzten Fußballsaison 17/18 legten den Spielbetrieb in Uelzen und der Region für Wochen auf Eis.

Die Folge: Eine Flut von Nachholspielen zwischen Ende März und Ende Juni. Feiertage mit Partien vollgepackt, Englische Wochen mit Spielen im Drei-Tage-Takt für so manche Mannschaft – und damit letztlich auch Wettbewerbsverzerrung.

Die Verantwortlichen in der niedersächsischen Oberliga haben auf die zunehmenden Wetterkapriolen reagiert, die mit einer Hitzeglocke nunmehr sogar schon die Saisonvorbereitungen massiv beeinträchtigten. Auf ihrem Staffeltag in Barsinghausen haben die Vereine beschlossen, den Reformationstag als neuen, zusätzlichen Feiertag in Niedersachsen am 31. Oktober (Mittwoch) für einen kompletten Spieltag zu nutzen. Sie zogen die erste Runde nach der Winterpause vor. Damit sinke das Risiko von witterungsbedingten Spielabsagen im Februar, gleichzeitig verlängert sich die Winterpause für die Oberligisten um eine Woche bis zum 24. Februar.

Auch der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober (Mittwoch) bietet eine solche Möglichkeit für einen Großteil der Mannschaften, die nicht in den da bereits angesetzten Viertelfinals der verschiedenen Pokalwettbewerbe vertreten sind.

Im neuen Fußballkreis Heide-Wendland ist das jedoch (noch) keine Option, auch im Fußballbezirk Lüneburg nicht. „Beide Tage wurden den Vereinen als Nachholspieltage angeboten. Der eine oder andere hat auch Spiele dorthin verlegt“, erklärt Thore Lohmann gegenüber der AZ. Der Spielausschussvorsitzende: „Aber es stimmt, wir hätten dort natürlich auch ganze Spieltage hin verlegen können. Ich werde das Thema noch mal in den Spielausschuss geben. Vielleicht gehen wir es ja noch mal an.“

Uelzener Trainer sind in ihren Bewertungen gespalten, ob die herbstlichen Feiertage für komplette Spieltage genutzt werden sollten, um dafür im Frühjahr etwas später zu beginnen und so möglichen Ausfällen aus dem Weg zu gehen.

André Kobus vom Heide-Wendland-Ligisten FC Oldenstadt: „Die Feiertage am 3. und 31. Oktober als Spieltage anzusetzen, macht für mich absolut Sinn.“ Er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Auch am 9. und 16. Dezember sollte jeweils ein regulärer Spieltag sein. Die Vergangenheit hat ja gezeigt, dass der Februar und der März Katastrophen sind und dann nicht gespielt werden kann.“

Kobus bringt noch eine weitere Variante ins Spiel: „Pause ab dem 16. Dezember und am 13. Januar wieder beginnen. Sollten dann im Februar und März Spiele ausfallen, hätte man schon einiges vorgezogen.“

Molzens Trainer Timo Schulze hält dagegen: „Der 3. Oktober ist im Rahmenspielplan für die Pokalspiele vorgesehen, und der 31. Oktober ist erst zeitnah zum Feiertag ernannt worden. Ich finde, man sollte dann den Jungs auch die Möglichkeit geben, diese Feiertage mit der Familie und den Freunden zu nutzen.“

Grundsätzlich hält es der Coach der „Kleeblätter“ allerdings „für sinnvoll, den Rahmenspielplan für die Zukunft neu zu gestalten“. Schulze: Viel eher würde ich es bevorzugen, wenn man die Sommerpause um einige Wochen verkürzt. Die Spieler sind zu diesem Zeitpunkt alle fit, und wir haben bestes Fußballwetter. Wir brauchen keine große Pause von Ende Mai bis Mitte August in der Liga. Die Vorbereitung würde kürzer ausfallen und die Liga deutlich früher starten.“

Folge: Die Vereine müssten sich um Spielverlegungen nicht mehr sorgen, „denn die Hinserie und die ersten Spiele der Rückserie wären spätestens im Oktober gespielt“. Die Saison könnte im Frühjahr später starten. Schulze: „Man müsste nicht jede Woche hoffen und bangen, dass die Spiele zu der dunklen Jahreszeit überhaupt stattfinden.“

Von Bernd Klingebiel

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