American Football: Niedersachsen-Auswahl trainiert in Uelzen

Kasernen-Drill am Fischerhof

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Action am Fischerhof: 65 Jungen des Auswahlkaders bereiteten sich bei einem viertägigen Trainingslager in Uelzen auf das Jugendländerturnier in Oldenburg vor.

Uelzen. „Five Minutes“, „Get right“, „Slightline“: Kommandos auf Englisch schallten vier Tage lang über das Trainingsgelände des TV Uelzen am Fischerhof.

Zu Gast war die Jugendauswahl U17 des „American Football und Cheerleading Verbandes Niedersachsen“ (AFCVN), die sich auf das Jugendländerturnier in Oldenburg vorbereitete.

Dort werden am 27. und 28. Oktober sechs Mannschaften aus sechs Bundesländern gegeneinander antreten, um den deutschen Jugendmeister zu ermitteln. Dem Team Niedersachsen, das im vergangenen Jahr deutscher Meister wurde, stellt sich nun die anspruchsvolle Aufgabe, diesen Titel zu verteidigen. Für Vizepräsident Sport, Claus Holtz, bot Uelzen die idealen Voraussetzungen für das viertägige Trainingscamp: Übernachtet wurde in der Jugendherberge, bis zum TVU-Platz sind es nur ein paar Meter – das spart Zeit. „Unsere 65 Jungs des Auswahlkaders kommen aus verschiedenen Vereinen von Wilhelmshaven bis Göttingen, das ist viel Fahrerei. Hier haben wir die Möglichkeit, eine Menge zu lernen und gleichzeitig den Teamgedanken zu fördern.“

Damit das gelingt, beobachten gleich mehrere Auswahltrainer permanent das Spielgeschehen, jeder Einzelne ist für verschiedene Spielsituationen zuständig. Cheftrainer Maik Mauer, im Football-Jargon „Headcoach“ genannt, hat bereits viele Jahre in der 1. Bundesliga gecoacht und dabei mehrere Meistertitel eingefahren. „Wo rennst Du denn hin“, brüllt er über den Rasen, als sich wieder einmal ein Spieler nicht an die taktischen Vorgaben hält. „Football ist zu 100 Prozent Taktik. Was auf manch Außenstehenden wie eine wilde Prügelei anmutet, ist in Wirklichkeit der Versuch, durch kluge Spielzüge zu Raumgewinn zu kommen, um den Ball in die Endzone des Gegners zu tragen oder dort zu fangen – der sogenannte Touchdown.“

Die beiden Mannschaften, die sich gegenüberstehen, werden in „Offense“ und „Defense“ eingeteilt. Die angreifende Mannschaft versucht, den Ball in die Endzone des Gegners zu bringen, die Verteidiger wollen dies verhindern. Wenn beide Teams aufeinander zustürmen, entstehen diese tumultartigen Szenen, die man aus den Übertragungen im Fernsehen kennt. Trotz des körperbetonten Einsatzes ist American Football aber beileibe kein Sport für Rowdys, sondern erfordert Disziplin und Mitdenken – jeder Spieler muss seine Rolle auf dem Platz genau kennen und ausfüllen, damit das Team erfolgreich ist.

Und das wird geübt, geübt und nochmals geübt, der Ton auf dem TVU-Gelände klingt mehr nach Kasernen-Drill als nach Trainingseinheit. Warum tun sich die jungen Spieler das also an? „Weil es einfach viel geiler ist als Fußball und riesigen Spaß macht“, tönt es vonseiten der Mannschaftskameraden.

Bliebe nur noch die wichtige Frage, warum das Sportgerät eigentlich so eiförmig ist? „Das hat aerodynamische Gründe“, erklärt Maik Mauer. „Der Ball lässt sich so besser fassen und gezielter werfen. Sehr gute Spieler werfen den Ball bis zu 60 Meter weit.“ Touchdown!

Von Oliver Huchthausen

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