Soltau zieht Team zurück – Uelzen hat die Landesliga sicher

Der TVU kann es auch undramatisch

Im Hinspiel setzte sich der TVU überraschend mit 30:25 gegen den MTV Dannenberg durch. Kevin Kwiotek (Mitte) steuerte als bester Uelzener Schütze acht Treffer bei. Foto: B. Klingebiel

Uelzen/Dannenberg/Soltau. Nach spektakulären Klassenerhalten in jeweils letzter Sekunde hat Handball-Landesligist TV Uelzen den Kampf gegen den Abstieg in dieser Saison ganz undramatisch gewonnen. Aber dennoch auf eine erneut besondere Weise.

Gestern wurde bekannt, dass der MTV Soltau seine erste Mannschaft zur kommenden Spielzeit aus der Verbandsliga Niedersachsen zurückziehen wird. Die Böhmestädter wollen einen Neuanfang in der Landesliga starten, in der zurzeit die eigene Reserve einen sicheren Mittelfeldplatz belegt. Weil aber nicht zwei Teams eines Vereins gleichzeitig in einer Staffel spielen können, wird die MTV-Zweite am Saisonende auf den letzten Tabellenplatz der Landesliga gesetzt und steht als erster Absteiger fest.

Damit ist drei Runden vor Schluss klar: Der TVU kann mit aktuell acht Zählern Vorsprung auch bei potenziell drei Absteigern nicht mehr in Gefahr geraten. Aufatmen auch beim derzeitigen Noch-Drittletzten SG Südkreis Clenze, der zum Klassenerhalt seinen Drei-Punkte-Vorsprung auf Salzwedel nun „nur noch“ ins Ziel retten muss.

TVU-Trainer Herbert Mendrizik verspürt durch die Entwicklung in Soltau und in der Liga „Erleichterung“ für sein Team, obwohl der eigene Abstieg nur noch im Falle einer sportlich sehr sonderbaren Saisonschlussphase möglich gewesen wäre. In der heutigen Auswärtspartie beim Tabellendritten MTV Dannenberg (19 Uhr, Halle Schulzentrum) können die „Black Owls“ folglich ganz ohne Druck aufspielen.

Mendrizik erwartet dort aber keine Geschenke. Die Gastgeber wollen den dritten Platz der Konkurrenz nicht überlassen. „Und ihnen liegt die 25:30-Hinspielpleite in Uelzen noch schwer im Magen“, sagt Mendrizik.

Für den TVU kommt es vor allem darauf an, den Haupttorschützen Mick Hentschke an die Kette zu legen. Der Dannenberger führt die ligaweite Statistik mit 147 Treffern bei nur 16 Einsätzen an, kommt auf starke 9,19 Tore pro Partie. Mendrizik kennt den Ausnahmespieler, dessen Mitwirken beim MTV oft über Sieg oder Niederlage entscheidet, aus seiner gemeinsamen Zeit als Trainer in Clenze: „Mick ist nicht mehr ganz so schnell, aber immer noch sehr gut!“ Im Hinspiel fehlte Hentschke.

Unterdessen plant der TVU für die nächste Landesligasaison. Der aktuelle Kader bleibe weitestgehend zusammen, weiß Mendrizik. Er selbst habe über seine Zukunft als Trainer der „Black Owls“ wegen beruflicher Belastungen noch keine Entscheidung getroffen. „Ich bin in Gesprächen mit dem Verein. Es ist absolut ergebnisoffen.“

Von Bernd Klingebiel

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