Die AZ hat nachgefragt

Reaktionen zur Staffeleinteilung: „Kam jetzt doch sehr überraschend“

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Beim TSV Lehmke (von links René Münk, Maximilian Kott, Jannes Sahm) sorgt die Staffeleinteilung für angestrengte Diskussionen. „Das geht gar nicht!“ hadert Betreuer Arne Scheele angesichts der Auswärtsfahrten von durchschnittlich 35 Kilometern.

kl/dlp/mk Uelzen/Landkreis. Der TSV Wriedel muss in der 1. Kreisklasse Süd des neuen Fußballkreises Heide-Wendland auch schon mal mit Provianttaschen auf Auswärtsfahrt gehen. Zu den Gegnern zählen unter anderen der TuS Liepe und FC Samtgemeinde Gartow.

Anderthalb Stunden und rund 90 Kilometer für die einfache Tour müssen die Blau-Gelben einplanen, wenn sie zum Punkteduell in den Nachbarkreis aufbrechen.

Dirk Bahr, der den TSV als Trainer übernehmen wird, zeigt sich von der Nord-Süd-Einteilung überrascht. Bahr: „Zufrieden kann ich nicht sein, da ich mir Lüneburger Mannschaften gewünscht hätte.“ Als ausgeschiedener Coach von Eintracht Lüneburg II könne er diese „aktuell besser einschätzen“.

Die am Wochenende veröffentliche Einteilung der Kreisklassen-Staffeln im neuen Heide-Wendland-Kreis (AZ berichtete) hat nicht überall Jubel ausgelöst. „Das ist unser bester Vorschlag“, erklärt der designierte Spielausschussvorsitzende Thore Lohmann.

Die Lüneburger Mannschaften bleiben weitestgehend unter sich, bekommen es hier und da mal mit neuen Konkurrenten aus Uelzen und Lüchow-Dannenberg zu tun. Aber auch stark mit Uelzener Teams besetzte Staffeln gibt es, wie die 1. Kreisklasse Süd, in der lediglich vier Vertreter aus Lüchow-Dannenberg das 16er-Feld ergänzen. Die Weststaffel der 3. Kreisklasse und die 4. Kreisklasse Süd sind sogar komplett in Uelzener Hand. Im Gegenzug dazu ist der TSV Bienenbüttel das einzige hiesige Team in der 1. Kreisklasse Nord. Die TSV-Reserve und der TSV Groß Hesebeck/Röbbel halten die Uelzener Fahnen in der Nord-Staffel der 2. Kreisklasse hoch.

Florian Schick, der Bienenbüttels 1. Herren trainiert, zeigt sich mit der Einteilung „eigentlich zufrieden“. Einerseits bedauert er es, „dass wir uns aus dem Kreis Uelzen staffeltechnisch verabschieden werden.“ Andererseits sei „die Neigung in Richtung Lüneburger Raum schon immer sehr stark gewesen, sodass wir uns auf die neuen Mannschaften/Gegner freuen.“ Schick: „Da ich viel im Lüneburger Raum gespielt habe, sind mir die Vereine gut bekannt.“

Maik Schulze, Trainer der TSV-Reserve: „Allen kannst du es nicht recht machen. Es muss aber die Frage gestattet sein, ob es zum Beispiel für die Kollegen aus Groß Hesebeck besser ist, nach Handorf zu fahren als nach Veerßen? Oder ob in der 3. Kreisklasse West für MTV Römstedt II und MTV Himbergen es optimal eingeteilt ist?“

Schulze freut sich „auf eine schöne Lüneburger Staffel“. Der Bienenbüttel-Coach: „Ich kann mich jetzt nicht wirklich beklagen, da unsere Wege recht kurz sind und ein tolles Derby mit Ilmenau ansteht. Alles andere wird sich im Laufe der Zeit zeigen.“

Beim MTV Himbergen vermisst Felix Quittenbaum in der Oststaffel der 3. Kreisklasse künftig die Derbys als das Salz in der Suppe. Der Trainer: „Die Einteilung ist keine Überraschung für uns! Schade, dass weder Eddelstorf II noch Römstedt II in unserer Staffel sind. Ein Mini-Derby ist ja immer reizvoll.“ Dennoch freuen sich die Himberger „auf neue Gegner und neue Plätze.“ Quittenbaum: „Der SC Kirch-/Westerweyhe II wird vielleicht nicht ganz so glücklich sein, geht aber wohl als Uelzener Favorit ins Rennen.“

Jens Rekitzki, Trainer der SCK-Reserve, stimmt zu: „Da uns bisher immer gesagt wurde, dass sich unsere Liga nicht wirklich ändert, kam das jetzt doch sehr überraschend. Auch wenn es mit neuen Gegnern sicherlich interessant wird, bin ich persönlich damit nicht wirklich zufrieden. Ich sehe da ein Problem drin, für die 3. Kreisklasse jeden Sonntag soweit zu fahren.“

Stinkig ist man beim TSV Lehmke in dieser Oststaffel der 3. Kreisklasse. Durchschnittlich 35 Kilometer müssen die Schwarz-Roten zu ihren Auswärtsspielen in Hitzacker, Lemgow, Dannenberg oder Gusborn abspulen, hat Arne Scheele ausgerechnet. Der TSV-Betreuer: „Gegen zwei, drei Fahrten hätte ich persönlich nichts. Aber das geht gar nicht! Bin mal gespannt, ob es da eine Art Zuschuss gibt vom neuen Heide-Wendland-Kreis!“

TuS Ebstorfs Trainer Björn Penkert (1. Kreisklasse Süd) ist entspannter: „Wir hätten uns natürlich auch gern noch drei oder vier Mannschaften aus Lüneburg gewünscht. Aber wir nehmen es, wie es kommt, es ist ja kein Wunschkonzert.“

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