Kämpft! Rennt! Siegt!

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Ein Sieg kann so befreiend sein: Torjäger Danny-Torben Kühn will am Sonntag gegen den VSK Osterholz/Scharmbeck seine tolle Bilanz von neun Saisontreffern weiter aufpolieren, allerdings ist der Kapitän durch eine Rückenverletzung weiterhin gehandicapt.

Uelzen. Was bleibt nach sieben Pleiten in Serie übrig an Zuversicht, an Selbstvertrauen und Motivation? Diese Frage müssen Teutonia Uelzens Oberliga-Fußballer am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den VSK Osterholz/Scharmbeck beantworten.

 Die Hoffnung lebt, dass aus dem Mut der Verzweifelung heraus endlich der Befreiungsschlag gelingt. Trainer Achim Otte: „Wir müssen uns nicht verstecken, sondern die Entschlossenheit haben, es anzupacken.“ Oder wie VSK-Coach Günter Herrmann es ausdrückt: „Teutonia kämpft schon fast um die letzten Möglichkeiten.“

Der Weltmeister von 1990 und 262-fache Erstligaspieler für Werder Bremen hat sehr wohl bemerkt, dass Teutonia die meisten ihrer Spiele nur knapp verloren hat. Herrmann: „Wenn wir aber unser Ziel, einen Platz unter den ersten Zehn erreichen wollen, dann müssen wir in Uelzen gewinnen.“ Echte Zweifel daran hat der 49-jährige nicht: „Wir gehören zu den besten Teams der Liga, haben allerdings zu wenig Punkte geholt.“ Allein sechs davon ließen die Osterholzer liegen, als sie eigene 2:0-Führungen in Cloppenburg und Stade noch in Unentschieden ummünzten und gegen Topfavorit VfB Oldenburg eine drückende Überlegenheit nur zu einem 1:1 nutzten. Von so etwas kommt dann eben auch nur Platz elf nach zwölf Spielen heraus.

Allerdings: Diese Probleme hätte Teutonia gern! Seit dem 12. September ist die Mannschaft erfolglos und hat mittlerweile auch schon den Respekt eingebüßt, dem man schon anstandshalber einem Neuling entgegenbringt. Beim jüngsten 1:2 in Goslar hieß es in der Harzer Öffentlichkeit, Teutonia hat den ersten Rückstand mehr als eine halbe Stunde lang unverdrossen verteidigt, eine spiellähmende „Verweigerungshaltung“ eingenommen und sei der „mit Abstand schwächste Saisongegner“ gewesen. Auch Otte hat durchaus ein aggressiveres Zweikampfverhalten bei den Gastgebern registriert, was übrigens typisch ist für alle Gegner in dieser Liga. Dazu kam, dass die Uelzener über weite Phasen im Aufbau keine spielerische Lösung fanden, sondern oftmals langen Hafer gaben.

Dass zwischen dem, was Teutonia zeigt, und dem, was sie tatsächlich kann, eine große Lücke klafft, ist nur mit der Verunsicherung im Team zu erklären. Otte: „Meine Spieler müssen bereit sein, in der gegnerischen Hälfte Fehler in Kauf zu nehmen.“ Denn noch niemals hat ein Uelzener Trainer einem Kicker den Kopf abgerissen, auch Otte tut so etwas nicht. Also: Mut fassen, kämpfen, rennen. Und vor allem: siegen! Denn anschließend geht es zum Schlusslicht nach Stade. Sechs Punkte aus diesen beiden Spielen, und die Sache sieht für Teutonia ganz schnell schon wieder ganz anders aus. Personell stehen hinter beiden Teams ein paar Fragezeichen, wobei der VSK als Werder-Ableger aus einem breiten Pool und einem Talentschuppen der Landesliga-U23 schöpfen kann. Das vielleicht schwerste Handcicap auf Uelzener Seite: Torjäger und Kapitän Danny-Torben Kühn hat’s noch immer mit dem Rücken. Spielen wird er können, die Fragen sind nur: wie lange und ob von Anfang an?

 • So könnten sie spielen – Teutonia Uelzen: Reinhardt – Marks, Razza, Kraft, Oldag – Berg, Blödorn (Papa) – Börngen, Bäsler, Vogel (Arndt) – Kühn (Arndt).

• Personalsituation bei Teutonia: Kühn, Vogel, Sabatino, Fleischer, Arndt, Flügge und Schulz sind angeschlagen; Thomas Nowak und Ergänzungsspieler Lucas Heitsch fehlen.

• Besonderheiten: Der VSK schoss in jeder seiner sechs Auswärtspartien (1-3-2) mindestens ein Tor.

• Schiedsrichter: Henning Hartje (Northeim).

• Anpfiff: Sonntag, 14 Uhr.

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