AZ-Sportlerwahl 2019: Gian Lucas Werner aus Bad Bevensen ist Shooto-Europameister

Kämpfender Erzieher vermittelt wichtige Werte

Gian Lucas Werner ging 2019 auf Medaillenjagd, feierte zahlreiche nationale und internationale Erfolge und wurde unter anderem Europameister im Shooto.
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Gian Lucas Werner ging 2019 auf Medaillenjagd, feierte zahlreiche nationale und internationale Erfolge und wurde unter anderem Europameister im Shooto.

Uelzen/Landkreis – Der Kampfsport hat ihn schon immer gefesselt. Inzwischen ist der aus Bad Bevensen stammende Gian Lucas Werner ein echter Shooto-Spezialist, der bei der AZ-Sportlerwahl 2019 eine der ungewöhnlichsten, jemals vorgeschlagenen Sportarten vertritt.

Vom schüchternen Jungen zum selbstbewussten Kampfsportler. „Gian Lucas hat im Vollkontaktkampfsport MMA und Shooto sehr gute Ergebnisse erworben“, schlägt Angelika Werner ihren Enkel für die AZ-Sportlerwahl bei Mensch 2019 vor. Die Allgemeine Zeitung und die Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg zeichnen mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen als Partner der Veranstaltung Persönlichkeiten in den Kategorien Ehrenamt, Einzelsport und Mannschaft des Jahres aus.

Werner ist der fünfte Einzelsport-Kandidat. Der 21-Jährige wurde am 22. Dezember 2018 deutscher Shooto-Meister und qualifizierte sich für die EM, wurde im Januar Dritter bei den Westdeutschen Meisterschaften im Verband GEMMAF (German Mixed Martial Art Federation). Es folgten der Titel Süddeutscher Meister, der EM-Sieg und die WM-Qualifikation in Japan. Im September wurde Werner Zweiter in der Deutschen Meisterschaft GAMMAF (German Amateur Federation) und MMA (Mixed Martial Art). Er nahm an der WM teil und wurde Zweiter in der Deutschen Meisterschaft GEMMAF, MMA. Und das alles trotz seiner Hörbehinderung (beidseitig Hörgeräte, die jedoch im Ring nicht getragen werden dürfen).

Werner finanziert alle Aktivitäten privat, da Shooto und MMA nicht olympisch und von der Sportförderung ausgeschlossen sind. So etwa einen dreiwöchigen Trainingsaufenthalt in Los Angeles.

Werner begann mit dem Sport in Bad Bevensen im Sportcenter von Angela von der Weppen. Nach der Schließung wechselte er ins Combat Center Lüneburg. Die Ausbildung zum Erzieher hat er mit dem Abschluss „Sozialassistent“ unterbrochen, um mehr Zeit für das Training zu haben. „Mehr Einsatz für seinen sportlichen Traum kann man kaum geben“, findet seine Oma Angelika Werner.

Der Erzieher-Job ihres Enkels sorgt in Kombination mit dem Kampfsport durchaus für Verwunderung, gibt Werner zu. Den Kindern will er besonders grundlegende Werte wie Respekt anderen gegenüber vermitteln – „Dieser wird in meiner Sportart ganz groß geschrieben.“

Nachtrag zum Kandidaten Peter Tiede, der in der Donnerstagsausgabe der AZ vorgestellt wurde. Der Bogensportler hatte nicht - wie irrtümlich berichtet - den Verein „Bogenschützen Gerdau“ 1976 gegründet, sondern Harm Contermann aus Bargfeld.

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