AZ-Serie Aufmarsch der Hundertjährigen

Noch ein Jubilar: SV Hohnstorf wird 100 Jahre alt

Mannschaftsfoto des SV Hohnstorf.
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Aufstieg der Herren 2001 in die 2. Kreisklasse (hinten v. l.): A. Hauptstein, P. Alcantara-Ortega; 2. Reihe v. l.: H. Winter, K. Engelke, Sponsor P. Kroos, T. Schneider, E. Burmester, M. Liersch, A. Manke, J. Brunhöber,1. Reihe von links: U. Haicke, T. Wehr, T. Schmitter, Ch. Richter, Dominik Ignee, H. Rewoldt, R. Hahn, U. Rieth; vorne: D. Ignee, H. Köther.
  • Arek Marud
    VonArek Marud
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Der SV Hohnstorf in Jubiläumslaune. Vor 100 Jahren gründete sich der Verein vermutlich am 10. Juni 1921. Ein Rückblick.

Hohnstorf – Die Vorgeschichte des SV Hohnstorf beginnt 17 Jahre vor der eigentlichen Gründung. Der Verein geht aus dem Radfahrverein von 1904 hervor und gründet sich vermutlich am 10. Juni 1921. Gut möglich also, dass am morgigen Donnerstag in Hohnstorf ein paar Sektkorken knallen... Einer der damaligen Antreiber war Lehrer Otto Brau. Was in den Folgejahren bis 1949 passiert, ist ungewiss. Vereinsunterlagen gehen aufgrund des Zweiten Weltkrieges verloren.

Am 11. Juni 1949 kommt das Vereinsleben wieder in Bewegung. Bei den Blau-Weißen tritt 1950 eine Theatergruppe beim Sportlerball auf. Eine Tischtennissparte ist aktiv. 1953 zählt der SV Hohnstorf 106 Mitglieder, darunter 38 Jugendliche. Der Vorstand wird jedes Jahr gewählt. Erst nach einer Satzungsänderung 1965 ändert sich die Wahlperiode auf fünf Jahre.

Einmaliger Aufstieg der Fußballer in den 50er Jahren

In diese Zeit fällt die erfolgreichste Ära der Hohnstorfer Fußballer, die Anfang der 50er Jahre unter den handelnden Personen Willi Roland und Heinz Pallasch ihren größten Triumph verzeichnen. Zunächst der Aufstieg in die A-Klasse. In einem Entscheidungsspiel schlägt der SVH dann den TuS Ebstorf mit 2:1, wird Kreismeister und steigt 1954 in die Bezirksklasse auf. Motor des Teams ist Wilhelm Scheele. Doch das Abenteuer endet nach nur einer Saison. Hohnstorf steigt ab und verschwindet im Laufe der Zeit bis 1976 komplett von der Fußballfläche. Der Sportbetrieb geht aber weiter.

1976 feiert der Fußball dank Schriftführer Luhr seine Wiedergeburt. 17 Jugendliche im Alter von 18 bis 22 Jahren bestreiten ab Mai 1976 Freundschaftsspiele. Am 25. April wird beim Niedersächsischen Fußballverband eine Herrenmannschaft für den Punktspielbetrieb 1976/77 angemeldet.

Doch der Restart erfolgt nicht ohne Komplikationen. Ein Antrag auf Wiederherstellung des Hohnstorfer Sportplatzes wird von der Samtgemeinde Bienenbüttel abgelehnt. Gespielt wird auf dem alten Sportplatz im Wald am Himmelsberg, ehe 1978 ein Umzug zum neuen Platz am Ortseingang in Hohnstorf eine neue Ära markiert. Ein ausrangierter Bus der Fa. Meyer aus Bienenbüttel dient als Spielerumkleide.

Historisches 0:33 gegen MTV Römstedt II

Ebenfalls kurios ist das 0:33 der 2. Fußballmannschaft, die zu acht in Römstedt antritt. Selbst die Bildzeitung und der Kicker berichten darüber!

1982 wird der Feuerwehr und dem Sportverein ein von Professor Grewe erbautes Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung gestellt. Seit dieser Zeit wird am 1. Pfingstfeiertag ein Spaziergang rund um Hohnstorf veranstaltet, zu dem auch Nichtmitglieder eingeladen sind.

Hoppelverein Hohnstorf steht auf der Fahne: Die Damengymnastikgruppe beim 10-jährigen Jubiläum 1996.

Ein Meilenstein stellt das Jahr 1986 dar. Nun sind auch Frauen aktiv. Die Damengymnastikgruppe leitet Petra Brunhöber. 1992 gründet sich nach vielen Widerständen eine Reit- und Fahrabteilung. Auch Leichtathletik wird betrieben. Seit 2009 existiert eine Pokerrunde. Zwei Jahre früher entsteht die Bouleabteilung, die viel Aufwand betreibt und ein Bouledrome errichtet. Die Anlage wird 2011 erweitert und umfasst vier Bahnen. Die Etablierung dieser Sparte ist ein Gewinn für Verein und Dorfgemeinschaft.

Licht ins Dunkel bringt buchstäblich eine neue Flutlichtanlage 1995. Ein Verdienst von Rolf Schmidt und vieler freiwilliger Helfer. Der SV Hohnstorf profitiert vom Einsatz eines Krans einer Lüneburger Firma, der kostenlos genutzt werden darf. Vier Masten mit jeweils 2000 Watt werden aufgestellt.

Seit den 80er Jahren kicken die Hohnstorfer zwischen der 1. und 4. Kreisklasse. Eine D-Jugend-Mädchenmannschaft holt in ihrem ersten Jahr den Kreispokalsieg 1994/95. Aktuell verfügen die Hohnstorfer über eine Herren- und B-Mädchenmannschaft.

Boule erfreut sich großer Beliebtheit und wird beim SV Hohnstorf leidenschaftlich betrieben.

Besonders stolz ist der Verein in all den Jahren auf die Kameradschaft. „Der SV Hohnstorf ist ein lupenreiner Amateurverein, der durch seine Mitglieder getragen wird, die sich immer wieder in die Vereinsarbeit einbringen und durch Vorschläge, aber auch eigenes Handeln zum Erfolg beitragen“, ist der 1. Vorsitzende Günther Rademacher voll des Lobes.

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