Römstedt dicht vor Aufstieg / Rätzlingen/Teutonia vor Abstieg

„Jetzt nur nicht nachlassen“

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Sollte Teutonia Uelzen II (rechts Niklas Schwalbe) das Stadtderby gegen den SC 09 Uelzen (Mahmoud Al-Hassanseif) verlieren, wäre der Abstieg bereits am heutigen Sonnabend besiegelt. 

Uelzen/Landkreis – Der 28. Spieltag kann zum „Tag der Entscheidungen“ in der Fußball-Kreisliga Heide-Wendland werden.

Es gibt einfach Phasen, da trifft man aus zwei Metern kein Scheunentor. Und in einer solchen Phase befinden wir uns gerade.

Nachdem Spitzenreiter TuS Barendorf schon am vergangenen Wochenende den Bezirksligaaufstieg perfekt machte, können ihm nun der TuS Neetze (in Scharnebeck) und – aus Kreissicht deutlich gewichtiger – der MTV Römstedt (in Dannenberg) folgen. Am Tabellenende droht sowohl dem TV Rätzlingen (gegen Zernien) als auch Teutonia Uelzen II (im Stadtderby gegen den SC 09) im Falle von Misserfolgen der definitive Abstieg in die 1. Kreisklasse.

Teutonia Uelzen II – SC 09 Uelzen (Sa., 16 Uhr)

Das Uelzener Stadtderby hat stets seinen besonderen Reiz, auch wenn es schon weitaus bessere Zeiten erlebt hat. Ligaschlusslicht Teutonia II steht haarscharf vor dem Abstieg: Gewinnen die Blau-Gelben das Prestigeduell gegen den Sportclub am heutigen Sonnabend nicht, ist der Gang in die 1. Kreisklasse auch rechnerisch besiegelt. Die Fischerhöfler (aktuell Tabellenneunter) würden im Endspurt gerne noch den einen oder anderen Rang nach oben klettern.

SVT-Spielertrainer Björn Becker will die verkorkste Serie „noch irgendwie über die Bühne kriegen“, erwartet „einen kompakten und über sehr gute Einzelspieler verfügenden Erzrivalen.“ Sein eigener Kader bereitet ihm Kopfzerbrechen: „Ich hoffe, der eine oder andere angeschlagene Spieler meldet sich rechtzeitig fit. Ansonsten wird es sehr schwierig, eine Mannschaft aufs Feld zu bekommen.“ Elvis Hyka fehlt weiterhin rotgesperrt.

Auf der Gegenseite bleibt Harald Voigts vom SC-Trainerteam trotz unbestreitbarer Favoritenrolle vorsichtig: „In einem solchen Derby kann immer alles passieren. Teutonia hat auch schon recht gute Spiele gemacht, die dann doch knapp verloren wurden. Wir müssen schon auf der Hut sein und konzentriert zur Sache gehen.“

MTV Dannenberg – MTV Römstedt (So., 15 Uhr)

Noch drei Spiele, sechs Punkte Vorsprung vor Verfolger Scharnebeck – die Tür zur Bezirksliga steht für den Ligadritten aus Römstedt sperrangelweit offen. Wenn es optimal läuft für den Kreisvertreter, darf nach dem Spiel in Dannenberg schon kräftig gefeiert werden. Dennoch hält Trainer Torben Tutas auch nach dem vermutlich entscheidenden Vorsonntags-3:0 über die Scharnebecker den Ball (noch) flach: „Ich erwarte, dass wir genauso auftreten wie in der zweiten Halbzeit am letzten Sonntag und jetzt nur nicht nachlassen. Das muss der Maßstab für den Endspurt sein. Im Hinspiel haben wir uns gegen Dannenberg schwer getan (2:2), nun wollen wir es besser machen.“ Die zuletzt fehlenden Sabri Delen und Benedikt Borutta füllen den Kader wieder auf.

FC Oldenstadt – SV Lemgow/D. (So., 15 Uhr)

André Kobus, Trainer FC Oldenstadt

Nach nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen sieht Oldenstadts Trainer André Kobus den Hauptgrund dafür in der mangelnden Chancenverwertung: „Auch wenn es sich aufgrund der Ergebnisse etwas merkwürdig anhört, wird es sowohl im Spiel gegen den Ball, als auch im Spiel nach vorne von Woche zu Woche besser. Ich weiß aber, wie das als Stürmer ist. Es gibt einfach Phasen, da trifft man aus zwei Metern kein Scheunentor. Und in einer solchen Phase befinden wir uns gerade.“ Gegen den punktgleichen Tabellennachbarn aus Lemgow/Dangenstorf (der FCO ist Ligazwölfter, die SV tummelt sich auf Rang elf) soll der berühmte Knoten nun platzen, ein Sieg ist das ausgegebene Ziel.

Union Bevensen – TuS Woltersdorf (So., 15 Uhr)

Auf zuletzt vier sieglose Partien blicken mittlerweile die Bad Bevenser zurück (drei Remis), gegen den TuS Woltersdorf soll nun der Hebel wieder umgelegt werden. Auch, um den aktuellen Tabellenplatz fünf zu festigen. Union-Coach Thorsten Schüler fordert nach dem Hinspiel-3:4 Wiedergutmachung: „In den letzten Spielen haben wir immer nur eine Halbzeit, meist die zweite, gut gespielt. Es gilt jetzt, mal wieder über die gesamte Dauer unsere Leistung abrufen. Woltersdorf kommt in erster Linie über Kampf und Einsatz, da müssen wir gegenhalten.“ Personell bleibt die Lage bei den Kurstädtern wegen Urlaub, Dienst und Verletzungen weiter angespannt.

TV Rätzlingen – SV Zernien (So., 15 Uhr)

Allerletzte Chance für die Rätzlinger im Kampf um den Klassenerhalt! Nur wenn der Tabellenvorletzte das Duell gegen den Ligadrittletzten aus Zernien gewinnt, darf er weiterhin ernsthaft von seiner Rettung träumen. Im Falle einer Niederlage wäre der Drops gelutscht, der Abstieg definitiv besiegelt. TVR-Trainer Oliver Kühn ist sich der heiklen Situation bewusst und hofft, dass sein Team in die gleiche Kerbe haut: „Ich nehme meine Mannschaft in die Pflicht, sich endlich mal wieder zu zerreißen und den Kampf anzunehmen. So einen enttäuschenden Auftritt wie am Vorsonntag in Lüneburg (1:6) dürfen wir uns in keinem der letzten Spiele mehr erlauben.“ Kapitän Patrick Zachow fehlt rotgesperrt, Joschua Luer fehlt aufgrund einer Verletzung.

VON MICHAEL KLINGEBIEL

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