Großstädter im Klosterflecken: Knights-Kanadier Justin Dennis lebt sich ein in Ebstorf

„Jeden Tag besser werden“

+
Justin Dennis hat seine Mitspieler Spieler der Ebstorf Heide Knights bereits schätzen gelernt. „Sie sind ehrgeizig und motiviert. Sie sind sehr wissbegierig“, erklärt der kanadische Neuzugang.

jk / kl Ebstorf. „Es ist cool hier“, sagt Justin Dennis. Damit meint der Neuzugang der Ebstorf Heide Knights aber nicht die derzeit frostigen Außentemperaturen. Als Kanadier ist er ganz andere Minusgrade gewohnt.

Der 28-Jährige versucht derzeit, sich als Großstadtkind im beschaulichen Klosterflecken einzuleben. Denn er soll die Heide Knights als noch punktloses Tabellenschlusslicht in der 1. Basketball-Regionalliga zu neuer Blüte führen (AZ berichtete).

Mit dem Engagement in Ebstorf will Dennis sich mit starken Leistungen für eine möglichst schnelle Rückkehr in die 2. Bundesliga empfehlen. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. Im Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen ASC Göttingen soll Dennis erstmals für die Ritter in die Schlacht ziehen – sofern bis dahin alle Genehmigungen vorliegen.

Ex-Knights-Spieler Justus Koch sprach vor dem geplanten Debüt mit dem 28-Jährigen.

Mr. Dennis, wie sind Sie mit dem Verein in Kontakt getreten?

Justin Dennis: Die Heide Knights habe ich über die Homepage der Teams der 1. Regionalliga entdeckt. Ich habe die Trainer angeschrieben, und Ebstorf hat geantwortet. Sie haben mir ihre Situation erläutert. Ich war einverstanden, solange ich die Chance bekomme, wieder Spielpraxis zu sammeln und Deutschland meinen Stempel zu verpassen.

Wie ist Ihr erster Eindruck von den Rittern?

Sie sind ehrgeizig und motiviert. Sie sind sehr wissbegierig. Das ist das, was ich vor allem am Team schätze. Sie saugen alles auf, wenn ich probiere, ihnen mit meinen Ratschlägen zu helfen. Es geht hier nicht ums Ego, um den Einzelnen, sondern nur um das Team und darum, jeden Tag besser zu werden. Die Dinge, die wir verbessern müssen, sind klein.

Was sind Ihre Ziele mit den Heide Knights?

Ich will, dass wir alle zusammenarbeiten und fürs Team spielen. Und wenn wir können, jedes Spiel zu gewinnen. Meine Einstellung ist es, egal ob du zwölf Siege und null Niederlagen hast oder anders herum – ich möchte jedes Spiel gewinnen. Für mich ist es, wenn ich aufs Feld gehe, wie eine Schlacht, die ich gewinnen möchte. Wenn das heißt, Dreier zu treffen, ein Spiel durch Physis zu gewinnen oder harte Defense zu spielen, ist mir das egal! Es gibt verschiedene Wege zum Sieg. Du musst einfach nur gewinnen.

Was bringen Sie dafür ein, wo liegen Ihre größten Stärken?

Disziplin und Struktur, Tempo für das Spiel bringen. Für eine positive Stimmung sorgen. Wenn mal was schief läuft, sage ich immer – nächstes Mal!

Nach Ihrem Schulabschluss in Toronto sind Sie als Sport-Stipendiant in die USA gegangen. Wo haben Sie College-Basketball gespielt?

Ich habe in Kalifornien und Montana gespielt. Davor an einem College in Texas. Danach wollte ich professionell Basketball spielen, was aber nicht gut funktioniert hat. Also habe ich weiter trainiert, während ich gearbeitet habe. Dann hatte ich die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen, habe es in einen Kader geschafft und direkt die Liga gewonnen.

Wo waren Ihre Stationen in Deutschland?

Zuerst habe ich bei Haspa Hagen gespielt. Danach in Herten in der Pro B. Aber in der zweiten Hälfte der Saison habe ich mich leider schwer verletzt und war für neun Monate raus. Später bin ich dann wieder in die Regionalliga gegangen und jetzt… nun, bin ich wieder hier.

Was vermissen Sie am meisten an Ihrer Heimat?

Familie und Freunde.

Ebstorf ist aber auch sehr schön. Was halten Sie von dem Ort?

Er ist sehr klein. Das hat auch seine Vorteile. Du hast alles direkt vor der Tür. Du musst also nicht erst weit anreisen. Für mich als Großstadtkind wird es bestimmt etwas dauern, bis ich mich daran gewöhne, aber ja, es ist cool hier.

Wie sieht Ihre Freizeitgestaltung aus?

Ich trainiere. Sonst gucke ich viel NBA, NBA-Highlights, College-Basketball. Ich bin ein Student des Spiels. Ich gucke nicht nur Highlights, sondern auch verschiedene Bewegungen, Strategien im Angriff und in der Verteidigung. Ich will das Spiel studieren.

Dann bietet sich nach Ihrer aktiven Zeit eine Karriere als Trainer ja geradezu an...

Ja, ich möchte Kinder trainieren! Eigentlich trainiere ich sie auch hier (in Ebstorf). Ich glaube, die Jugendabteilung kann meine Hilfe gut gebrauchen. Und ich glaube, ich kann den Kindern die Skills und Grundlagen beibringen, sodass sie als Spieler besser werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare