Hygiene- und Lüftungsmaßnahmen bereiten Sportvereinen Probleme

Intensives Lüften weiterhin ein Muss

Die Turnhalle Nord am Uelzener Lessing-Gymnasium bleibt für den Sport gesperrt. Der Landkreis sieht aktuell keine Veranlassung, alternative Sitzungsräume für die politischen Gremien, etwa im Kreishaus, bereitzustellen, weil alle angemeldeten Raum-Bedarfe der Vereine derzeit gedeckt werden können, heißt es. Archivfoto: Michalzik

Uelzen/Landkreis – Trotz weiterer Corona-Lockerungen für den Amateursport bereiten den Uelzener Sportvereinen vor allem zwei Aspekte große Kopfzerbrechen. Offenbar gibt es Probleme, die vom Landkreis geforderten Hygiene- und Lüftungsmaßnahmen für Indoor-Sportanlagen umzusetzen.

Außerdem bleiben zwei Hallen geschlossen.

Das Gesundheitsamt ordnete in seinen Hygienemaßnahmen für Indoor-Sportanlagen vom 27. Mai eine „gute Querlüftung von mindestens 30 Minuten“ an. Dies bereite jedoch vielen Vereinen große Probleme. Der Kreissportbund (KSB) Uelzen erklärt und beruft sich auf Informationen des Landessportbundes, dass eine 30-minütige Querlüftungszeit „in keiner Verordnung gefordert“ sei und dass in anderen Landkreisen „eine Lüftung von 15 Minuten oder sogar eine ausgiebige Lüftung während der Indoor-Einheit als ausreichend erachtet“ werde.

Auch TuS Ebstorfs Vorsitzender Heiko Senking erklärte, wie berichtet, nach einer Zusammenkunft mit Vertretern des TV Uelzen, MTV Bad Bevensen und des KSB, dass „starre Regeln, was Hygiene, Lüften und die weitere Nutzung angeht, unserer Meinung nicht der richtige Weg sind.“ Senking forderte Interesse seitens der Politik ein, um befürchtete „weitergehende Folgen aus der Corona-Krise“ für die Sportvereine abzuwenden.

Sporthallen bleiben in den Ferien geschlossen

Doch der Landkreis werde die Lüftungsmaßnahmen vorerst nicht lockern, wie Pressesprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage erklärt. Er verweist auf Aerosole, über die das Coronavirus übertragen werden kann. „Um eine mögliche Infektion durch Aerosole zu verhindern, ist gründliches und intensives Lüften der Räume erforderlich. Insbesondere bei großen Räumen und Hallen muss für ausreichende Luftumwälzung gesorgt werden. Daher empfiehlt das Gesundheitsamt, beim „Wechsel der Sportgruppen die Sporthallen intensiv 30 Minuten zu lüften.“ (siehe Extra-Kasten).

Auch der Reinigungsaspekt beeinträchtigt die Sportvereine. So ist die KGS-Halle in Bad Bevensen mangels Reinigungskapazitäten gesperrt. Mit einer Öffnung ist laut Theine frühestens mit Beginn des neuen Schuljahres zu rechnen: „Die in der Zuständigkeit des Landkreises befindlichen Sporthallen sind während der Sommerferien grundsätzlich geschlossen. Hauptgrund für diese seit Jahren geltende Regelung ist der Umstand, dass die jeweiligen Reinigungskräfte naturgemäß ihren Jahresurlaub während dieses Zeitraumes beanspruchen“, erklärt Theine.

Im Landkreis Lüneburg sollen die Sporthallen den Vereinen während der Sommerferien zur Verfügung stehen. In Uelzen sei dies nicht realisierbar, hält der Landkreis an einer Ferienschließung fest: „Diese Vorgehensweise soll auch in diesem Jahr beibehalten werden – insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbunden erhöhten Arbeitsbelastung der entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der vergangenen Wochen und Monate.“ Zumal schlichtweg Reinigungskräfte fehlen würden, wie der Erste Kreisrat Claudius Teske in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses erklärt hatte (AZ berichtete).

Denn zusätzlich zur verstärkten Reinigung der Schulgebäude seien mit einsetzendem Beginn des Schulsports auch die Hallen sauber zu halten. „Es ist keine Frage, des Geldes“, meinte Teske. Aber es müssten die Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. „Und Reinigungskräfte sind auf dem Markt nicht zu finden.“ Sportvereine sollen zwar angeboten haben, selbst für die Reinigung der Halle aufzukommen, was allerdings nicht gestattet sei, weil „sie nicht zertifiziert sind und die Sicherheit nicht gewährleistet ist“.

Weiterer Schließungsgrund seien nach Angaben des Landkreises die während der Sommerferien turnusmäßigen Sanierungs- und Wartungsarbeiten in den Sporthallen, die eine Ausübung von Vereinssport ohnehin nicht erlauben würden.

LeG-Halle für Sport weiter gesperrt

Auch die LeG-Halle Nord ist für Sportvereine gesperrt und weiterhin für die Sitzungen des Landkreises vorgesehen. Die Frage nach alternativen Sitzungsräumen für die politischen Gremien, etwa im Kreishaus, verneint Theine. „Alle angemeldeten Raum-Bedarfe der Vereine konnten bzw. können derzeit gedeckt werden. Aus diesem Grund sieht der Landkreis aktuell keine Veranlassung, die Sporthalle kurzfristig wieder für den Vereinssport freizugeben beziehungsweise für die zunächst bis zur Sommerpause in der Halle geplanten Sitzungen der politischen Gremien räumliche Alternativen zu suchen.“

VON AREK MARUD UND BERND KLINGEBIEL

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