Oetzener Jörg Firus drückt Deutschland im Fisht-Stadion von Sotschi die Daumen

Die Idee reifte in Bordeaux

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Gibt es morgen im Fisht-Stadion in Sotschi vor den Augen des Oetzeners Jörg Firus erneut ein Torespektakel gegen Schweden? Beim letzten Aufeinandertreffen vor knapp fünf Jahren in der WM-Qualifikation feierte Deutschland nach einem 0:2-Rückstand noch einen 5:3-Sieg in der Friends Arena Solna in Stockholm. Mesut Özil (rechts, mit Mikael Antonsson und Pierre Bengtsson) erzielte kurz vor dem Pausenpfiff den Anschlusstreffer. Auch die Partie ein Jahr davor verlief spektakulär, als Deutschland im Hinspiel einen 4:0-Vorsprung in der letzten halben Stunde legendär zum 4:4-Endstand abgab.

Oetzen/Sotschi. Die Idee entstand spontan. Die Fußball-EM 2016 in Frankreich war in vollem Gange, da entschieden der Oetzener Jörg Firus, seine Frau und fünf Freunde, dass eine Reise nach Bordeaux zum Viertelfinalspiel Deutschlands gegen Italien eine feine Sache sei.

Gesagt, getan. Beeindruckt von der Stimmung bei diesem Großevent, reifte fix die Idee, bei der WM in Russland ebenfalls ein Spiel der deutschen Elf anzuschauen. Morgen gegen Schweden ist es soweit!.

Firus, der im Vorstand der SVG Oetzen/Stöcken und auch für den Niedersächsischen Fußballverband als Vorsitzender des Verbandssportgerichts tätig ist, machte schon im Dezember letzten Jahres alles klar. Zwei Wochen wird er mit seiner Frau in Sotschi verbringen, jenem Ort, in dem morgen im Fisht-Stadion die wichtige Partie gegen die Skandinavier angepfiffen wird.

Das zweite Gruppenspiel, es stand zuletzt unter keinem guten Stern für die Deutschen. Gegen Ghana gab es 2014 ein 2:2, gegen Serbien 2010 gar eine 0:1-Pleite. 2016 bei der EM reichte es im zweiten Gruppenspiel gegen Polen nur zu einem 0:0. Keine guten Vorzeichen, doch für Firus kein Problem: „Große Erwartungen darf man einfach nicht haben. Die Spiele, in die man ohne Erwartungen reingeht, werden meist die besten.“

So ganz überzeugt ist Firus von der aktuellen Form des deutschen Teams jedenfalls noch nicht: „Wir hoffen mal, dass Deutschland auch diesmal wieder eine Turniermannschaft ist.“ Im 48 000 Menschen fassenden Olympiastadion wird aber vor allem die gute Stimmung für ein tolles Erlebnis bei der Siebener-Gruppe sorgen. Unabhängig vom Ergebnis wollen Firus und Co. das Großereignis aufsaugen. Während fünf der sieben Reisenden schon wenige Tage nach dem Spiel wieder abreisen, bleibt Firus mit seiner Frau noch länger in Sotschi: „Wir überlegen, ob wir uns noch das mögliche Achtelfinale von Deutschland angucken.“ Dafür müsste das Ehepaar aber den weiten Weg nach Kasan oder St. Petersburg auf sich nehmen. Je nachdem, ob die Deutschen als Erster oder Zweiter in der Gruppe F weiterkommen.

„Aber ansonsten sind ja noch ein paar andere Spiel in Sotschi. Vielleicht klappt es ja, dass wir davon noch eins anschauen“, sagt Firus, der sich schon ein echtes Schmankerl ausmalt: „Russland könnte im Achtelfinale auf Spanien oder Portugal treffen. Das wäre ein Hit.“ Dabei dann an Karten zu kommen, würde allerdings extrem kompliziert werden. „Aber auch auf der Fanmeile am Hafen wird die Stimmung dann sicher gigantisch werden“, hofft der Oetzener.

Von Christian Thiemann

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