Hoffnung, im Spielplan zu bleiben

Die weitsichtige Zweiteilung großer Staffeln, wie in der Landesliga und den Lüneburger Bezirksligen, „verschafft jetzt ein bisschen Luft“, lobt NFV-Präsident Günter Distelrath (links, im Gespräch mit dem designierten Lüneburger Bezirksvorsitzenden und ehemaligen Boss des Heide-Wendland-Kreises, Christian Röhling). Foto: B. Klingebiel
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Die weitsichtige Zweiteilung großer Staffeln, wie in der Landesliga und den Lüneburger Bezirksligen, „verschafft jetzt ein bisschen Luft“, lobt NFV-Präsident Günter Distelrath (links, im Gespräch mit dem designierten Lüneburger Bezirksvorsitzenden und ehemaligen Boss des Heide-Wendland-Kreises, Christian Röhling). Foto: B. Klingebiel

Der mindestens vierwöchige Stillstand im Amateursport stellt die Spielplangestalter im Fußball vor Herausforderungen. In der Bredouille steckt Landesligist Teutonia Uelzen. Die Blau-Gelben haben erst fünf ihrer 16 Spiele der Qualifikationsrunde absolviert.

Uelzen/Barsinghausen – Selbst der Abschluss der Hinrunde und damit eine sportlich faire Wertung der bisherigen Saison ist für die Uelzener noch fern, während andere Teams der Staffel, wie der MTV Treubund Lüneburg und TSV Gellersen, mit acht absolvierten Partien zumindest dieses Zwischenziel bereits erreicht haben. Teutonias Trainer Benjamin Zasendorf klingt zudem wenig optimistisch: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir dieses Jahr noch spielen werden.“ 

Zuversicht, die Saison im Amateurfußball trotz der coronabedingten November-Unterbrechung beenden zu können, herrscht hingegen beim Präsidenten des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV). „Wenn es bei den vier Wochen bleibt und uns anschließend nicht das Wetter einen Streich spielt, können wir im Spielplan bleiben“, sagte Günter Distelrath der Deutschen Presse-Agentur.

Die Spielausschüsse seien gewappnet. Distelrath: „Sie haben vor Saisonbeginn sehr weitsichtig gehandelt, in dem sie für viele unserer Staffeln die sogenannte 2x2-Lösung eingeführt haben.“ Sprich die Teilung in Staffeln, wie in der Landesliga und den Bezirksligen in Lüneburg mit den Uelzener Teams. Der NFV-Präsident: „Dadurch haben wir jetzt ein bisschen Luft, die wir angesichts des vierwöchigen Lockdowns auch dringend brauchen.“ Über eine Verkürzung der Spielzeit werde derzeit nicht nachgedacht.

Distelrath, der auch Vizepräsident des DFB ist, sieht die Fußballvereine in Niedersachsen trotz der erneuten Unterbrechung des Spiel- und Trainingsbetriebs nicht akut gefährdet. „Von welch fundamentaler Bedeutung das ehrenamtliche Engagement für unseren Sport, für unseren Fußball ist, merken wir gerade jetzt in der Pandemiezeit“, sagte er.

Vereine, die ein starkes Ehrenamt haben, seien bisher relativ gut durch diese Zeit gekommen. Distelrath: „Und das werden sie auch in den kommenden vier Wochen schaffen. Die Ehrenamtlichen in den Vereinen sind für mich Corona-Helden!“  

HINTERGRUND

Besondere Umstände könnten besondere Maßnahmen erfordern: Die Spielausschüsse im Fußballbezirk Lüneburg und Heide-Wendland-Kreis haben sich in ihren Ausschreibungen die Möglichkeit geschaffen, im Spielbetrieb flexibel auf Krisen reagieren zu können. Die Grundlagen dafür schuf der außerordentliche NFV-Verbandstag im letzten Sommer durch entsprechende Änderungen von Satzungen und Ordnungen.

So behalten sich die Bezirks- und Kreisspielausschüsse vor, „im Falle eines erheblich verzögerten Beginns der Saison, bei Unterbrechung sowie bei Abbruch der Saison wegen behördlicher Verfügungslage, abweichende Beschlüsse bezüglich Spielsystem sowie Auf-und Abstieg zu treffen.“ Die Verantwortlichen können beispielsweise auf ihrer jeweiligen lokalen/regionalen Ebene die Austragung der Spiele in den Qualifikations- sowie den nachfolgenden Meister/Abstiegsrunden in der Landes- und Bezirksliga durch Ausschussbeschluss auf eine einfache Punktrunde verkürzen.

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