Hoffnung schwindet Tag um Tag

Das aktuelle Infektionsgeschehen deutet darauf hin, dass der Fußball im Bezirk Lüneburg und im Heide-Wendland-Kreis für dieses Jahr im Spielbetrieb die weiße Fahne hissen muss.
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Das aktuelle Infektionsgeschehen deutet darauf hin, dass der Fußball im Bezirk Lüneburg und im Heide-Wendland-Kreis für dieses Jahr im Spielbetrieb die weiße Fahne hissen muss.

Uelzen/Landkreis – Am Ende wird es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, wann die Fußballer in Niedersachsen von der Oberliga abwärts vorzeitig in die Winterpause geschickt werden, die es in Corona-Zeiten so wie früher gar nicht mehr gibt. Schon im Januar sind Punktspiele möglich.

Und notfalls wollen Mannschaften sogar zwischen Weihnachten und Silvester auflaufen.

Den ungewöhnlichen Vorschlag, am 27. Dezember um Punkte kämpfen zu wollen und den Spielplan zu entzerren, haben vier Teams unterbreitet, erklärt der Bezirksspielausschussvorsitzende Jürgen Stebani im AZ-Gespräch.

Die auch in der Region sprunghaft angestiegenen Corona-Infektionszahlen verheißen auch für den Amateurfußball nichts Gutes. Während des November-Lockdowns und der kurz davor nahezu komplett abgesagten Runde sind fünf fest eingeplante Spieltage verloren gegangen. Und ob der Ball ab Dezember überhaupt wieder rollen darf, ist eher unwahrscheinlich. Ganz abgesehen davon, dass Mannschaftstraining im November nicht möglich, ein Kaltstart Anfang Dezember selbst bei grünem Licht der Gesundheitsbehörden quasi auszuschließen ist. Die Unsicherheit nagt an allen Fußballern.

Natürlich wissen auch die Kicker in der Region, dass es momentan wichtigere Dinge gibt als ihr Hobby. Dass ab Dezember und dann bis kurz vor Weihnachten noch gespielt werden soll, kann sich kaum einer vorstellen. Selbst dem Berufsoptimisten Jürgen Stebani schwindet Tag um Tag die Hoffnung auf einen planmäßigen Saisonverlauf Aber: „Wir versuchen, so weit zu kommen, wie es sportlich möglich ist.“

Zunächst Nachholspiele austragen

Spannend, wie es in der Landes- und Bezirksliga weitergeht, die nach einer nun stockenden Qualifikation ab Ende März mit Auf- und Abstiegsrunde fortgesetzt werden soll. So bastelt der Spielausschussvorsitzende daran, „in einer ersten Phase zunächst die Nachholspiele auszutragen.“ Damit sollen die Tabellen glattgezogen und möglichst alle Partien der Hinrunde komplettiert werden, um dann sportlich fair für die Aufteilung zu werten.

In der Landesliga liegen die Probleme vor allem bei Teutonia Uelzen und dem TSV Verden 04, die jeweils erst fünf von acht Hinspielen der Qualifikationsrunde absolviert haben. Theoretisch sei trotz dieser geringen Anzahl an Spielen eine Quotientenwertung schon möglich, sagt Stebani.

Teutonias Trainer Benjamin Zasendorf jedenfalls glaubt nicht an eine zeitnahe Begradigung des Spielplanes für sein Team, das als Tabellenvierter auf dem letzten Platz in Richtung Aufstiegsrunde rangiert: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr noch spielen werden.“ Spitzenreiter MTV Treubund Lüneburg und Schlusslicht TSV Gellersen haben alle Partien der Hinrunde übrigens schon beisammen.

In der Qualifikationsstaffel 1 der Bezirksliga 1 haben sämtliche Teams acht von neun Hinrundenspielen ausgetragen. In der Staffel 2 hinkt der SV Eddelstorf der Konkurrenz hinterher, hat zwei Partien Rückstand.

Stebani hat in der 6. und 7. Liga die aktuellen Spiele im 14-Tage-Intervall abgesagt. Ab dem 22. November sind sie weiterhin angesetzt, jedoch ohne wirkliche Aussicht auf Austragung. Die Spielpläne im Heide-Wendland-Kreis sind erst wieder ab dem ersten Dezember-Wochenende scharfgestellt.

„Kann passieren, muss aber nicht“

Bei allen weiteren Schritten wollen die Spielausschüsse zunächst die Entscheidungen und Auswirkungen der nächsten Gesprächsrunde zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten abwarten, bei denen es wohl eher um Corona-Verschärfungen gehen dürfte.

Ob der Verbandsvorstand des Niedersächsischen Fußballverband (NFV) bei möglicherweise noch strikteren Vorgaben zusammenkommen und seinen Kurs hin zu einer Generalabsage bis zum Jahresende neu festlegen werde, „kann passieren, muss aber nicht“, erklärt Stebani. Es gebe bereits eine NFV-Beschlusslage, nach der sich der Spielbetrieb an den jeweils örtlichen Verfügungen orientiere.

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