Fußballkreis hält an den Pokalplänen fest

„Der Höhepunkt der Karriere“

Nervenstärke ist im Elfer-Final-Four von den Mannschaften gefordert. Teutonia stand als letztes Uelzener Team 2018 im Bezirkspokalfinale. Der Landesligist verlor mit 2:4 beim TVJ Schneverdingen, auch weil Phillip Klötzing (links) und Malte Bertram (hinten) in der regulären Spielzeit mit Strafstößen an Keeper Karim Attia scheiterten.
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Nervenstärke ist im Elfer-Final-Four von den Mannschaften gefordert. Teutonia stand als letztes Uelzener Team 2018 im Bezirkspokalfinale. Der Landesligist verlor mit 2:4 beim TVJ Schneverdingen, auch weil Phillip Klötzing (links) und Malte Bertram (hinten) in der regulären Spielzeit mit Strafstößen an Keeper Karim Attia scheiterten.

Uelzen/Landkreis – Der Fußballbezirk Lüneburg ermittelt seine Pokalsieger bei den Frauen und Männern in reinen Elfmeterschießen. Von diesem Prozedere hält der Heide-Wendland-Kreis nichts. Er will seine Cup-Wettbewerbe in normalen Partien zu Ende bringen. Notfalls erst im Herbst.

Am Ostermontag sollten sich die Mannschaften in den Halbfinals auf Bezirks- und Kreisebene sportlich gegenüberstehen, die Endspiele am Abend vor Himmelfahrt steigen. Doch im März kam der Corona-Lockdown. Und auch die Pokalwettbewerbe wurden auf Eis gelegt.

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) wird die Saison 2019/2020 voraussichtlich abbrechen, die neue würde damit planmäßig am 1. Juli beginnen. Also muss auch eine Lösung für die Cupwettbewerbe her. Im Antrag des NFV-Verbandsvorstandes für den außerordentlichen Verbandstag am 27. Juni heißt es dazu: „Können die Pokalsieger nicht rechtzeitig bis zum 30. Juni auf sportlichem Wege ermittelt werden, werden sie durch Losentscheid ermittelt.“ Die Annahme des Gesamtantrages gilt als sicher.

Pokalsieger ausgelost

Der Bezirk Hannover hat das Thema schon durch und zog seinen Pokalsieger am letzten Mittwoch unter acht Teams aus dem Topf. Dort war der Bezirkspokal erst im Viertelfinale, als Corona kam. Eigentlich ging es beim Losen nicht darum, wer Pokalsieger ist, sondern darum, wer den Bezirk Hannover im Niedersachsenpokal der nächsten Saison vertreten wird. Dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide war das Losglück hold. Er „verteidigte“ seinen Titel und fühlte sich nachher auch trotz der Umstände als tatsächlicher Cupsieger.

Im Bezirk Lüneburg werden die Entscheidungen hingegen vom Punkt aus fallen. Im Elfer-Final-Four! Am Sonntag, 28. Juni, soll das bizarre Schauspiel auf dem Sportplatz des SV Ilmenau in Melbeck über die Bühne gehen.

Die teils von weit her anreisenden Halbfinalmannschaften haben jeweils sechs ausgewählte Spieler und zwei Offiziellen an Bord. Mehr lässt das Hygienekonzept nicht zu. Sie schießen die Elfer vor Geisterkulisse, mit desinfizierten Bällen, unter Beachtung von Abstand und unter Regie von Coronaregel-Rangern. Wer rausfliegt, hat das Gelände schnellstmöglich zu verlassen (AZ berichtete).

Barum macht nicht mit

Halbfinale, Endspiel – dann stehen im Eiltempo die jeweiligen Sieger fest, die sich für den finanziell ziemlich attraktiven Niedersachsenpokal der Saison 2020/21 qualifizieren. Ein Team macht die Sache aber nicht mit: Frauen-Landesligist MTV Barum II hat seine Teilnahme am Elfer-Turnier abgesagt. Gegner TuS Westerholz steht direkt im Finale. MTV-Trainer Michael Struck: „Wir sehen darin keinen sportlichen Reiz, wenngleich wir das Bemühen des Bezirksspielausschusses durchaus begrüßen. Letztlich können wir uns ohnehin nicht für den Verbandspokal qualifizieren.“ Denn daran nimmt bereits Barums Erstvertretung als Oberligist automatisch teil.

„Langsam mal genug“

Der Pokalspielleiter und Spielausschussvorsitzende des Heide-Wendland-Kreises, Thore Lohmann, empfindet ebenfalls wenig Sympathie für das Elfer-Szenario. Das sei „keine sinnvolle Vorgehensweise“. Und es „ist langsam mal genug“ – auch wenn sich „andere Leute mit viel Erfahrung ganz viele Gedanken gemacht und es gut gemeint haben“. Er will die Sache im Kreis auf die gewohnte Tour beenden, auch wenn es in dieser Saison nicht mehr klappen wird.

Konsequenz einer verspäteten Entscheidung im Heide-Wendland-Kreis: Er könnte zu Saisonbeginn keinen Vertreter zum Bezirkspokal melden. Für Lohmann kein Problem: „Ich gehe davon aus, dass dieser Wettbewerb aus Termingründen ohnehin nicht stattfinden wird.“

Die Cupwettbewerbe auf Kreisebene stecken im Halbfinale fest. Lohmann hat den beteiligten Vereinen das Elfer-Konzept vorgestellt. „Ich habe Rückmeldung erhalten, den Kreispokal auszuspielen. Für viele Fußballer ist ein Kreispokalfinale der Höhepunkt ihrer Karriere. Wir wollen, dass die Spieler gewertschätzt werden“, erklärt er. Die Spielausschussvorsitzenden der Kreise im Bezirk stünden dazu aber noch im Austausch miteinander.

Die Fortsetzung erst nach der Sommerpause würde dann allerdings nicht mehr als offizieller Kreispokalwettbewerb 19/20 laufen können, weil die neue Saison dann ja bereits begonnen haben wird. Zudem haben sich die beteiligten Mannschaften im Sommer durch Spielerwechsel personell wahrscheinlich verändert. Zu den Spielberechtigungen von einzelnen Akteuren „werden wir eine Regelung hinbekommen“, versichert Lohmann.

VON BERND KLINGEBIEL

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