Heute braucht’s Helden wie Bertram

Er hätte die ganze Welt umarmen können: Sören Bertram (Mitte) jubelt nach seinem dritten Tor zum 3:1 vor zwei Jahren im Relegations-Rückspiel des FC Erzgebirge Aue gegen den KSC.
+
Er hätte die ganze Welt umarmen können: Sören Bertram (Mitte) jubelt nach seinem dritten Tor zum 3:1 vor zwei Jahren im Relegations-Rückspiel des FC Erzgebirge Aue gegen den KSC. 

Uelzen/Magdeburg/Heidenheim. Keine Frage, Werder Bremen und der 1. FC Heidenheim versprühten im Hinspiel der Relegation zur Fußball-Bundesliga null Gefahr. Heute Abend im entscheidenden zweiten Aufeinandertreffen braucht’s auf beiden Seiten Torhelden wie Sören Bertram. Der Profi aus Uelzen kann Relegation.  

„Die Relegation hat mir den bisher schönsten Tag in meiner Fußballerkarriere beschert“, bleibt Bertram der Abend des 22. Mai 2018 unvergessen. 

Im Duell gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC schuf er sich mit drei Treffern beim 3:1-Heimsieg seines FC Erzgebirge selbst ein Denkmal und wurde zum Kult-Kicker in Aue.

Wie vor vier Tagen in Bremen waren auch im damaligen Hinspiel der Zweitliga-Relegation im Karlsruher Wildpark keine Tore gefallen. „Es war ein ähnliches Spiel, in dem nicht viel ging“, erinnert sich Bertram. Bloß keine Fehler machen, hinten unbedingt die Null halten. Bertram: „Bei uns war das damals ja auch so, dass wir in die Relegation mussten und Karlsruhe in die Relegation durfte.“

Vier Tage später im Rückspiel schlug dann Bertrams große Stunde beim 3:1-Triumph des FC Erzgebirge Aue. Der dreifache DDR-Meister rettete sich dank eines leidenschaftlichen Auftritts und des famosen Dreierpacks des Uelzeners vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Aue avancierte in der Summe beider Spiele zur besseren Mannschaft. Bertram: „Wir haben uns hochverdient durchgesetzt.

„In der Relegation wird ganz, ganz viel im Kopf entschieden“, sagt der Uelzener Profi Sören Bertram, der Bremen (links Milot Rashica mit Tim Kleindienst) heute leicht im Vorteil sieht. Foto: Martin Meissner/DPA

Der Relegations-Supermann, aktuell in Diensten von Drittligist 1. FC Magdeburg, hatte sich in dem Spiel seines Lebens bis zur Erschöpfung verausgabt. Bertram weiß, worauf es heute Abend im Nervenkrieg zwischen Heidenheim und Bremen auch ankommt: „Besonders in der Relegation wird ganz, ganz viel im Kopf entschieden.“

Das sei im Bremer Hinspiel am letzten Donnerstag ein psychologischer Vorteil gewesen für den Zweitligisten. Bertram: „Natürlich hat Werder als der Klassenhöhere mehr zu verlieren. Heidenheim kann eigentlich nur gewinnen, hätte den Sieg am Ende irgendwie sogar verdient gehabt.“

Nach dem torlosen Unentschieden sieht Bertram einen „leichten Vorteil“ nunmehr aufseiten der Elf von Trainer Florian Kohfeldt: „Bei einem Auswärtstor müsste Heidenheim das Spiel dann ja schon gewinnen.“

Duelle gegen die Mannschaft von der Ostalb haben Bertram während seiner Karriere übrigens stets begleitet. Bisher traf der 29-Jährige fünf Mal auf den 1. FC Heidenheim, seine Bilanz ist negativ.

Mit dem Halleschen FC blieb Bertram in der Drittligasaison 13/14 gegen Heidenheim ebenso sieglos (0:0, 0:1), wie mit dem FC Erzgebirge Aue (0:1, 1:1). Bei seinem Kurzgastspiel bei Zweitligist Darmstadt 98 verlor der Uelzener mit 1:2. Ein Tor gegen den FCH gelang Bertram dabei bisher nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare