Fußball-Landesliga: Teutonia und Emmendorf hoffen auf einen Befreiungsschlag

Herzblut-Derby im Abstiegskampf

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Ausgeglichen: In den letzten fünf Pflichtspielderbys gewannen Teutonia (links der sich zurzeit in bestechender Form befindliche Malte Bertram) und der SV Emmendorf (Marlon Rötschke) je zweimal; ein Duell endete 2:2. 

Uelzen/Emmendorf – Gipfeltreffen im Tabellental, harter Überlebenskampf statt unbeschwertem Fußballfest: In der Fußball-Landesliga steigt am morgigen Sonnabend (16 Uhr, Sportpark) das Derby zwischen Teutonia Uelzen (11. ) und dem SV Emmendorf (15. ).

Mal Jubel hier, mal Tristesse dort: Philipp Hatt (links, mit Benjamin Silbermann) erzielte in fünf Duellen vier Tore und ist Uelzens Rekordschütze.

Die Fans sollen trotz der tabellarischen Schieflage auf ihre Kosten kommen. „Weil es Herzblut-Fußball ist“, sagt Teutonia-Trainer Frank Heine. Nur vier Mannschaften sind in der Staffel noch sieglos, Teutonia und Emmendorf gehören dazu. Uelzens Torjäger Philipp Hatt: „Es ist schon erschreckend, dass zeitgleich beide Mannschaften so tief unten stecken.“

Nach dem ersten Punktgewinn am letzten Sonntag gegen VfL Lüneburg (2:2) und der überzeugenden Leistung erwartet SVE-Trainer Felix Lüring eine offene Partie: „Wir wollen den Auswärtssieg!“ Teutonia hingegen verspielte beim 2:3 bei Eintracht Lüneburg zeitgleich und zum zweiten Mal in Folge einen Zwei-Tore-Vorsprung. Sie würde mit einer Derbypleite in der Tabelle bereits hinter die Emmendorfer rutschen. Heine kündigt unbedingten Siegeswillen an: „Von unserer Seite wird es kein langweiliges Spiel geben.“

Jan Böhringer (links, mit Phillip Klötzing) ist mit drei Treffern Emmendorfs bester Derbyknipser.

Die verdattelten Führungen kosteten die Blau-Gelben eingeplante, wichtige Punkte. Heine sieht seine Mannschaft nach den schwerwiegenden Abgängen im Sommer weiterhin in einem Prozess. Es gebe aktuell ein „Qualitätsproblem, weil sich manche noch nicht den Aufgaben stellen“. Heine: „Wir müssen noch mehr machen als in den letzten Spielzeiten. Aber wenn wir gegen Emmendorf 2:0 führen sollten, bringen wir das diesmal auch über die Bühne.“ Die Gäste wollen Teutonias Wackler allerdings nutzen, wenngleich Lüring Erwartungsdruck von seinem Team nimmt: „Ich möchte nicht zwingend behaupten, dass Uelzen angeschlagen ist.“

Eine Bank in den Derbys der jüngeren Vergangenheit ist auf Uelzener Seite Mittelstürmer Hatt. Er erzielte in den letzten fünf Punkt-/Pokalspielen gegen Emmendorf die Hälfte aller Teutonia-Tore, vier von acht. „Jedes Derby-Tor war etwas besonderes“, erklärt er. Ein Lieblingstreffer ist nicht darunter: „Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich aufgrund der Wichtigkeit das 1:0 im Pokal nehmen.“

Hatt („Ich tippe auf ein 3:1 für uns“) erwartet ein „Kampfspiel mit bestimmt einigen guten Aktionen“, in das Teutonia „mit gemischten Gefühlen“ gehe. Der 22-Jährige: „Guckt man sich unsere Spielverläufe und dabei besonders die ersten Halbzeiten an, können wir mit gutem Selbstvertrauen reingehen. Natürlich sind dann die Einbrüche der Leistung eher kontraproduktiv, aber ich denke, wir müssen uns nicht verstecken.“ Er selbst hat zu den Emmendorfern wenig persönlichen Bezug. „Ich kenne einige aus meiner Schulzeit oder vom Beachsoccer, aber intensive Freundschaften pflege ich nicht.“

VON BERND KLINGEBIEL

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