Schützenhilfe: Teutonias Trainer staunt über Emmendorfer Tore-Tsunami

Heine hielt es für einen Gag

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Frank Heine war mit seinem Team schon auf fast direktem Fall in die Bezirksliga, doch das sensationell zustande gekommene 4:4-Remis des SV Emmendorf in Etelsen gibt Teutonia die Chance, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen.

Uelzen/Ottersberg. Die Dramatik am Pfingstmontag im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das ultimative Saisonfinale.

Teutonia Uelzen muss am kommenden Sonnabend beim direkten Konkurrenten TSV Ottersberg gewinnen, sonst steigt das Team in die Bezirksliga ab. Die Gastgeber benötigen ihrerseits vermutlich einen Dreier. Anpfiff ist um 16 Uhr im Wümme-Stadion.

Vier Mannschaften, drei verbliebene Abstiegsplätze. Nur Teutonia und Ottersberg haben ihr Schicksal noch in den eigenen Händen, wären jeweils mit einem Sieg gerettet. Ottersberg reicht unter Umständen bereits ein Unentschieden, um das Klassenziel zu erreichen. Der TSV Etelsen und VfL Westercelle sind neben eigenen Siegen auf die Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen.

Dass Teutonia den Klassenerhalt am letzten Spieltag noch aus eigener Kraft schaffen kann, grenzt an ein Fußballwunder. Kreisrivale SV Emmendorf lag am Montag drei Minuten vor dem Schlusspfiff in Etelsen bereits mit 1:4 zurück und erkämpfte sich mit drei Treffern in 180 Sekunden noch ein 4:4-Unentschieden. Mit einem Sieg hätten die gastgebenden Schlosspark-Kicker mit denn 34 Zählern alle Trümpfe auf ihrer Seite gehabt. Mit einem weiteren Erfolg bei der mittlerweile sportlich ambitionslosen TuSG Ritterhude wäre Etelsen definitiv gerettet gewesen und Teutonia abgestiegen, selbst wenn sie mit 100:0 in Ottersberg gewonnen hätte.

Uelzens Trainer Frank Heine verschickte nach dem Spiel in Etelsen eine Sprachnachricht an Emmendorfs Spielertrainer Stephan Blödorn. Er und sein kickender Trainerkollege Till Marks sind ehemalige Teutonen.

Heine: „Ich habe meinen Dank ausgerichtet und der Mannschaft großen Respekt gezollt.“ Er habe die dramatischen Ereignisse in Etelsen zunächst „für einen Gag gehalten“. Heine staunt auch 24 Stunden nach dem Geschehen Bauklötze: „Wie kann so ein verrückter Verlauf in einer Landesligapartie sein!?“

Mitgefühl spendet Heine den unglücklichen Etelsern, die durch den 180-Sekunden-Tore-Tsunami einen Großteil ihrer Chancen auf den Klassenerhalt einbüßten. Heine: „Ich möchte jetzt nicht in deren Haut stecken.“ Allerdings sei es seiner Elf im Saisonendspurt auch nicht viel besser ergangen, wie beim Treffer zum 0:1 in der Nachspielzeit der Nachspielzeit gegen Spitzenreiter FC Hagen/Uthlede.

Von Bernd Klingebiel

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