Allstars und Schiris setzen Zeichen

Harmonieren statt kritisieren

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Miteinander statt Gegeneinader. Unter dem Motto „Ich bin gerne Schiedsrichter“ fand das Traditionsspiel der Uhlenköper Allstars (gelbe Trikots) gegen die Fußball-Schiedsrichter statt.

Uelzen. Spaßkick mit Symbolcharakter. Seit fast 20 Jahren setzen die Uhlenköper Allstars und die Fußball-Schiedsrichter mit ihrem Duell im Sportpark am Königsberg ein Zeichen für mehr Akzeptanz gegenüber den Unparteiischen.

So auch am vergangenen Montagabend beim 18. Traditionskick um den Hannes-Karpa-Wanderpokal.

Der Initiator der Veranstaltung höchstpersönlich ergriff Partei für die Schiedsrichter, die immer wieder einen schweren Job zu verrichten haben. „Man sollte mit den Schiedsrichtern kommunizieren, harmonieren und darf sie nicht beleidigen“, appellierte Eckhardt Böttcher, der die Allstars betreute. Der 71-Jährige, der den Großteil seiner Herrenlaufbahn beim TuS Bodenteich verbrachte, hat null Verständnis für übermäßige Kritik am „23. Mann“ auf dem Spielfeld: „Ohne sie geht es nicht. Wenn wir keine Schiedsrichter mehr haben, sieht es ganz, ganz schlecht aus.“

Das alljährliche Freundschaftsspiel soll das oft angespannte Verhältnis zwischen Spielern und Referees auflockern. „Schiedsrichter sind auch Sportler. Wir möchten das Miteinander fördern“, erklärt Jens Bergemann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung beim Kreisschiedsrichterausschuss, der dieses Fußball-Duell in den August-Lehrabend einbettete. Über 100 Referees sahen den 3:1-Sieg der Allstars, die sich damit für die Vorjahresniederlage revanchierten.

Bedingt durch den neuen Fußballkreis Heide-Wendland spielten auch Schiedsrichter aus den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg mit. Während es für sie eine Premiere war, feierte Allstars-Kicker Walter Oldag seinen Abschied. Der Routinier will zukünftig kürzertreten. Er war schon beim ersten Aufeinandertreffen dabei, an das er sich besonders gerne erinnert. Den Allstars fiel beim 0:4-Pausenrückstand auf, dass sie versehentlich zu zehnt spielten. Zuschauer Oldag sprang kurzerhand ein und verhalf noch zum kuriosen 6:4-Erfolg. „Für mich ist das Spiel immer das Highlight des Jahres.“ Auch er betrachtet das Event als eine „tolle Sache. Die Fußballer schimpfen immer auf die Schiedsrichter“, wünscht sich auch der ehemalige Kicker des SV Molzen und Germania Ripdorf mehr Toleranz.

Ganz so schlecht ist die Situation in Uelzen sowieso nicht, lobt Bergemann das Miteinander. „Negativschlagzeilen wie in anderen Kreisen kennen wir nicht.“ Diese seien eher eine Ausnahme. „Es herrscht ein harmonisches Miteinander.“

• Tore: 1:0 Norman Arndt (8.), 2:0 Marc Köster (35./Strafstoß), 2:1 Brian Backhaus (38.), 3:1 Björn Schwichtenberg (41.).

Von Arek Marud

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