Derby-Interview mit Kevin Kwiotek

Handball-Landesliga: Der Uelzener Evergreen gegen die SG Südkreis Clenze schürt Emotionen

Handball am Kreis beim Torwurf.
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Kevin Kwiotek (rechts) hat große Derbyerfahrung gegen die SG Südkreis Clenze (Pascal Mendala). Beim letzten Aufeinandertreffen Ende Februar 2020 steuerte er zwei Treffer zum 24:21-Heimsieg bei.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Für die einen ist es das größte Spiel einer Saison, für die anderen höchstens ein hübsches Duell in einer langen Spielzeit: Handball-Landesligist TV Uelzen erwartet am Sonnabend (6. November, 19 Uhr, HEG-Halle/2G-Regeln für erwachsene Zuschauer, Maskenpflicht bis zum Sitzplatz) die SG Südkreis Clenze – und platzt fast vor Vorfreude.

Uelzen – „Für uns ist es ein Derby!“ betont TVU-Trainer Maurice Maus und weiß, dass die Gäste es nicht ganz so sehen. Sie haben mit dem MTV Dannenberg ihren Erzrivalen direkt vor der Haustür.

Und doch sind die Partien zwischen Uelzen und Clenze von beiden Seiten stets hochemotional geführt und heiß umkämpft. Der Dauerbrenner der Landesliga reißt die meist zahlreichen Fans in der Halle regelmäßig aus den Sitzen.

Zuletzt feierte der TVU fünf Siege in Folge gegen seinen Nachbarn, verlor seit 2013 nur vier von 14 Duellen. Unvergessen die Clenzer 21:37-Abfuhr am 31. März 2019. Ein Ergebnis für die Vereinschronik, ein Abend zum Einrahmen für die Uelzener. Maus steuerte damals einen Treffer für den TVU bei.

Der jetzige Coach sammelte sein schönstes Clenze-Erlebnis bereits 2006 als Spieler des Verbandsligisten SG Zweidorf. Sekunden vor Schluss verlor er bei einer Ein-Tore-Führung den Ball auf Höhe der Mittellinie, hinderte seinen Gegenspieler am schnellen Einwurf. Maus sah die Rote Karte, während die Sekunden zum Auswärtssieg hinuntertickten und er inmitten der aufgeheizten Tribüne Platz nehmen musste.

Der TVU ist heute Abend laut Papierform allerdings nicht der Favorit. Clenze (4.) ist mit 6:2 Zählern gut aus den Startlöchern gekommen, Uelzen (7./2:4) nicht so. Eine Niederlage sollten sich die Black Owls also nicht erlauben, zumal es anschließend ins Hansestadt-Duell zum verlustpunktfreien HV Lüneburg geht.

Maus wertschätzt den „brettstarken Rückraum“ der Clenzer sehr. Er benotet Chris Kotlowski als einen der stärksten Rechtsaußen der Liga. Und lobt das nie aufsteckende Team, das traditionell auch mit seinen vielen Fans wie Pech und Schwefel zusammenhalte – Maus: „Clenze ist halt ein Dorf.“

Das Interview zum Derby mit Uelzens Kevin Kwiotek

Wie das Derby gegen Clenze funktioniert, weiß beim TVU kaum einer besser als Kevin Kwiotek. Der Rückraumspieler steckt schon seit seinem neunten Lebenjahr im schwarz-weißen Trikot. Die AZ sprach mit dem 26-jährigen.

Herr Kwiotek, am letzten Sonnabend in Wietzendorf mussten sie kurz nach Spielbeginn verletzt vom Parkett. Was ist passiert?

Kevin Kwiotek: Ich habe mir leider eine Adduktorenzerrung zugezogen und konnte daher nicht weiterspielen.

Wie stehen die Chancen, dass Sie gegen Clenze mitspielen?

Schwer zu sagen. Ich probiere, rechtzeitig wieder fit zu werden, um die Mannschaft bestmöglich auf dem Spielfeld zu unterstützen.

Haben Sie eine Ahnung, wie oft Sie das Derby gegen die SG Südkreis in der Landesliga bereits gespielt haben?

Das dürfte vermutlich schon im zweistelligen Bereich liegen.

Welches Duell ist Ihnen dabei besonders in Erinnerung geblieben?

Unser 37:21-Heimsieg im März 2019 war sicherlich ein Highlight, da in dem Spiel einfach alles gepasst hat. Mit 16 Toren Unterschied gewinnt man ein Derby nicht all zu oft.

Was genau macht diese Spiele gegen Clenze so besonders?

Die Stimmung. Die ist im Derby nochmal intensiver als in anderen Spielen. Sowohl innerhalb der Mannschaft als auch in der Halle, die immer voll ist, wenn Clenze zu Gast ist.

Mit 2:4 Punkten ist der Start ergebnistechnisch nicht besonders gut geglückt. Wie stark lastet der Druck auf den Black Owls?

Wir haben erst drei von 20 Spieltagen absolviert und leider auch immer wieder mit Unterbrechungen zwischen den Spielen zu kämpfen gehabt. In den kommenden sechs Wochen spielen wir endlich jedes Wochenende und können uns in einen richtigen Spielrhythmus spielen. Gewinnen wir gegen Clenze, stehen wir mit einem ausgeglichenen Punktekonto da. Daher verspüren wir im Team eher Vorfreude und positiven Druck, die zwei Punkte in Uelzen zu behalten.

Wo sehen Sie den TVU denn am Ende dieser Saison?

Die Liga ist dieses Jahr meiner Meinung nach noch ausgeglichener als in den letzten Jahren. Ich traue uns allerdings trotzdem einen Platz unter den ersten Fünf zu.

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