Teutonias Auftritt wirft Fragen auf / Emmendorf „zufrieden“

„Haben uns belächelt“

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Die Konkurrenz (links Barums Lasse Keunecke) und das eigene Auftreten setzten Teutonia Uelzen (Neuzugang Onur Tunc) in Holdenstedt schwer zu.

Uelzen/Emmendorf – Teutonia Uelzens Auftritt wirft Fragen auf. Der elfmalige Cup-Sieger landete beim hochkarätigen 15. Vorbereitungsturnier des SV Holdenstedt erstmals auf dem letzten Platz (AZ berichtete).

Ligarivale SV Emmendorf, dem ohnehin eine problematische Saison vorhergesagt ist, wurde immerhin Vierter von sechs Teams.

„Im Großen und Ganzen sind wir bis dato sehr zufrieden“, erklärt das neue Emmendorfer Trainerduo Felix Lüring und Nick Motzny (rechts).

Uelzens klassenhöchste Mannschaften spielten in Holdenstedt insgesamt aber nur eine Nebenrolle. Die Medaillen gingen an die phasenweise um Klassen besser aufspielenden Bezirksligisten VfL Suderburg, SV Rosche und MTV Barum. Nur eine Momentaufnahme für Teutonia und den SVE? Oder doch insbesondere für die Uelzener ein deutlicher Fingerzeig auf hammerharten Abstiegskampf in der Landesliga?

Während sich die Landesligisten Teutonia Uelzen und SV Emmendorf mit ihrem Turnier-Abschneiden unterschiedlich zufrieden zeigten, war die Stimmung beim gastgebenden SV Holdenstedt rosig: Spieler Frederik Swit feierte seinen 30. Geburtstag und „durfte“ im Anschluss an die Siegerehrung nach guter alter Tradition vor dem Vereinsheim fegen.

Teutonia-Trainer Frank Heine sieht sich in seinen Vorwarnungen bestätigt: „Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, können die Jungs das feiern wie die Meisterschaft, dann haben sie Großes geleistet“, erklärte er gestern gegenüber der AZ. Nach vielen Spielerverlusten und mir nur wenigen Neuzugängen sei eine neue Phase angebrochen: „Das ist ein Prozess für die Mannschaft. Wir brauchen viel Zeit und Geduld. Mich reizt diese Aufgabe.“

Frank Heine.

Teutonias Rumpfelf in der Holdenstedter Vorrunde hatte durch die zusätzlichen Ausfälle von Malte Bertram, Jonas Kramer, Phillip Klötzing und Marvin Drewes so gut wie nichts mehr mit dem Team der letzten Saison gemein. „Die Zuschauer haben uns belächelt, aber das war uns vorher bewusst“, sagt Heine. Die Gegner MTV Barum (2:3) und SV Rosche (1:5) seien „hoch motiviert gewesen, uns zu ärgern“, erklärt der Teutonia-Coach – „und das haben sie mit Bravour geschafft.“

Nominell besser aufgestellt zeigte sich Teutonia im Platzierungsspiel am Sonntag gegen Kreisligaaufsteiger SV Holdenstedt. Der Erfolg war aber erneut gleich null. Nach offen geführten 90 Minuten stand es 0:0 gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Gastgeber, das fällige Elfmeterschießen ging an die Lila-Weißen. Heine: „Es haben vier, fünf Leute gefehlt. Aber das wird uns auch in der Saison mal passieren.“

Gestern folgte ein langes Telefonat mit Kapitän Eugen Krasnikov. Heine: „Wir müssen auf unsere Defensive aufbauen, nach vorn mehr Risiko gehen. Ich könnte ein ganzes Buch darüber erzählen. Jeder muss weiterhin knallhart an sich arbeiten. Uns wird keiner den Vorwurf machen können, zu wenig getan zu haben.“

Nach dem starken personellen Aderlass war dem SV Emmendorf bereits in Holdenstedt gegen die unterklassige Konkurrenz ein schwerer Stand vorhergesagt. Nach einem Auftaktsieg gegen den Gastgeber lieferten die Grün-Schwarzen um das junge und unerfahrene Trainerteam Felix Lüring/Nick Motzny dem späteren Turniersieger und Bezirksliga-Titelkandidaten VfL Suderburg immerhin einen Schlagabtausch (1:2). Im Spiel um Platz drei lag der SVE gegen Barum bereits mit 0:3 und 1:4 hinten, ehe er in den letzten 180 Sekunden der Partie noch sensationellen zum 4:4 ausglich.

Lüring: „Nach erst drei Trainingseinheiten kam das Turnier für uns zu früh. Wir hatten Abstimmungsprobleme in der Abwehr. Im Großen und Ganzen sind wir bis dato aber sehr zufrieden.“

Im Team der Emmendorfer standen einige ehemalige Zweitherrenspieler, wie Pascal Husemann, Dustin Borbe und Jan Heinze; der Ex-Ersatzkeeper Lukas Zanders agierte als Feldspieler. In der kommenden Saison üben die personell gleichermaßen gestresste Erste und Zweite den Schulterschluss, kündigt Lüring einen ständigen Personalfluss an.

Das Tor hütete überraschend der Ex-Roscher Bastian Drögemülller, der zuletzt pausiert hatte. „Er kam einfach zu uns, ist ein guter Freund von Francesco Sabatino“, erklärt Lüring die Neuverpflichtung. Drögemüller soll die Nummer zwei werden hinter Stammkeeper David Meyer.

VON BERND KLINGEBIEL

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