Heide-Wendland-Liga: Römstedt, Bad Bevensen und Oldenstadt daheim / SC 09 und Rätzlingen bei Spitzenteams

„Größter Gegner ist eigene Aggressivität“

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Mit einem Heimsieg über SV Zernien würde der FC Oldenstadt (rechts Dennis Springer) seinen Mittelfeldplatz untermauern. Und auch Union Bevensen (Tim Idziak) hat Heimrecht. Im Duell Fünfter gegen Sechster geht es gegen den SC Lüneburg. 

Uelzen/Landkreis. Vor dem 10. Spieltag in der Fußball-Kreisliga Heide-Wendland tummeln sich nach wie vor drei Kreisvertreter in der oberen Tabellenhälfte, die drei anderen belegen aktuell die drei Abstiegsplätze.

Der MTV Römstedt (gegen Mechtersen/Vögelsen) und die Union Bevensen (gegen SC Lüneburg) könnten mit möglichen Heimerfolgen den Kontakt zum Führungstrio Neetze/Scharnebeck/Barendorf halten, der FC Oldenstadt (gegen Zernien) als derzeitiger Tabellenachter möchte erst einmal seinen Rang im sicheren Ligamittelfeld festigen.

Sowohl der auf dem drittletzten Rang liegende SC 09 Uelzen (in Neetze), als auch der Vorletzte TV Rätzlingen (in Barendorf) stehen vor hohen Hürden. Das Spiel von Schlusslicht Teutonia Uelzen II gegen Reppenstedt wurde auf den 31. Oktober verlegt.

TuS Neetze – SC 09 Uelzen (Sonntag, 15)

Ein Blick auf die Tabelle verrät bereits eindeutig, vor was für einer Herkulesaufgabe der Ligadrittletzte aus Uelzen beim Spitzenreiter in Neetze steht. Allein die beiden TuS-Torjäger Guido-Christer Schierle und Yannik Lau haben bisher mit zusammen 29 „Buden“ weit mehr als doppelt so viel geknipst wie die Fischerhöfler insgesamt (12 Saisontreffer). Allerdings ist es auch irgendwie das leichteste Spiel der Saison für den Sportclub, schließlich kann er nur überraschen.

Harald Voigts aus dem SC-Trainerteam weiß ganz genau, wie hoch die Trauben für sein Team hängen, ist aber nicht ohne Zuversicht: „Ich hoffe, wir nehmen den Schwung aus dem Römstedt-Spiel vom letzten Sonntag (1:1) mit. Dann könnte es auch beim Topfavoriten in Neetze mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung für einen Coup reichen. Aber dafür muss schon alles zusammenpassen!“

MTV Römstedt – TSV Mechtersen/V. (So., 15)

Der Ligavierte aus Römstedt erwartet mit dem Tabellensiebten TSV Mechtersen/Vögelsen eine knifflige Aufgabe. „Das ist eine kampfstarke Mannschaft, die uns sicherlich alles abverlangen wird“, ist MTV-Co-Trainer Rainer Schneider überzeugt.

Der Gast aus dem Landkreis Lüneburg blieb in seinen bisherigen drei Auswärtspartien ungeschlagen (zwei Siege/ein Remis). Dennoch möchte der MTV seinen Erfolgszug in der Liga (zuletzt fünf Siege/ein Unentschieden) liebend gern fortsetzen. Schneider klingt dementsprechend zuversichtlich: „Zuletzt gelang es unserer jungen Mannschaft zwar nicht mehr, die spielerische Qualität entsprechend in Tore umzumünzen. Dennoch sind wir mit dem bisherigen Auftreten zufrieden und wollen uns im oberen Drittel festsetzen. Die drei Punkte sollen auf jeden Fall in Römstedt bleiben.“

Trainer Torben Tutas und sein Sohn Henrik werden die Mannschaft nach ihrem Urlaub wieder verstärken. Dagegen erlitt Raphael Giannis beim jüngsten Pokalspiel in Wustrow einen Kreuzbandriss und wird lange ausfallen.

TuS Barendorf – TV Rätzlingen (Sonntag, 15)

Als krasse Außenseiter fahren die Rätzlinger zum Ligadritten nach Barendorf. Der gastgebende TuS blickt auf zuletzt fünf Siege am Stück zurück und präsentiert sich – im Gegensatz zum Vorletzten TVR – seit Wochen in blendender Form.

Nach der deftigen Vorsonntagspleite gegen Bad Bevensen (0:6) vermutet Rätzlingens Coach Oliver Kühn dementsprechend eine extrem schwierige Auswärtspartie: „Die Barendorfer erwarten uns mit der zweitbesten Offensive der Liga um den 14-fachen Torschützen Michael Ambrosius. Es wird besonders darauf ankommen, in der Defensive besser zu stehen und effektiver gegen den Ball zu arbeiten. Sonst droht uns die nächste Pleite.“ Zumindest personell sieht es gut aus, Kühn kann wohl wieder aus dem Vollen schöpfen.

Union Bevensen – SC Lüneburg (Sonntag, 15)

Auf ihren unmittelbaren Tabellennachbarn aus Lüneburg (6.) trifft die auf Rang fünf liegende Union Bevensen. Mit Blick zum schon ein wenig enteilten Führungstrio Neetze/Scharnebeck/Barendorf ist ein Sieg hier wie da nahezu Pflicht, wenn der Kontakt nicht abreißen soll – ein spannendes Duell ist also angesagt!

Für Union-Betreuer Helge Hinrichs sind die Lüneburger derzeit nur schwer einzuschätzen. Drei klaren Niederlagen gegen Topmannschaften der Liga folgten zuletzt drei deutliche 4:1-Siege. „Wir denken, es wird einen engen Spielverlauf geben.“ Die Leistungen der Kurstädter in den zurückliegenden Wochen lassen Hinrichs allerdings optimistisch auf den kommenden Sonntag schauen: „Wenn wir da anknüpfen können, sollte etwas Zählbares herauskommen.“ Lucas Tippe fehlt aufgrund einer Rotsperre, ansonsten sollte der Kader gut aufgestellt sein.

FC Oldenstadt – SV Zernien (Sonntag, 15)

Mit dem SV Zernien empfangen die Oldenstädter als Ligaachter ein Team aus der unteren Tabellenregion (12.) und gehen somit als (leichte) Favoriten ins Spiel. Aber Vorsicht: Die Gäste aus dem Kreis Lüchow/Dannenberg holten sechs ihrer bisherigen sieben Punkte auswärts (zwei Siege/drei Niederlagen) und könnten sich als zäher Gegner entpuppen.

„Um einen sorglosen Herbst einzuläuten, ist ein Heimsieg Pflicht“, stellt FCO-Coach André Kobus aber klar. Nachdem er zuletzt ein ständiges Auf und Ab seiner Jungs beobachten musste, fordert er unmissverständlich, diese Aufgabe seriös anzugehen und von der ersten Minute an Gas zu geben. „Unser größter Gegner ist noch immer die eigene Aggressivität und Konzentration. Ich würde mir wünschen, dass die Mannschaft diesen nächsten Entwicklungsschritt zeitnah macht und die dadurch entstehende individuelle Fehlerquote senkt.“

Von Michael Klingebiel

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