Die Matchwinner tippen auf 2:1

Gipfeltreffen: Teutonia will gegen Emmendorf die alten Kräfteverhältnisse wiederherstellen

Derby-Held: Teutonias Philipp Hatt traf im Pokalduell gegen den SV Emmendorf zum 1:0 Endstand.

Uelzen/Emmendorf. Gipfeltreffen im Uelzener Fußball: Landesligist Teutonia Uelzen empfängt am morgigen Sonnabend seinen Kreisrivalen SV Emmendorf zum Derby der Hinrunde. Anstoß ist um 16 Uhr im Sportpark. 

SVE-Trainer und Ex-Teutone Danny Torben Kühn: „Das wird ein heißer Tanz, da kommen mindestens 1.000 Zuschauer!" Nach den beiden Ligapleiten im letzten Jahr gegen den damaligen Aufsteiger gelang Teutonia vor zwei Monaten im Achtelfinale des Bezirkspokals beim 1:0-Heimsieg eine Mini-Revanche. Doch auch weiterhin thronen die Grün-Schwarzen (8./13 Punkte, 14:13 Tore) in der Tabelle vor den Uelzenern und haben sogar ein Spiel weniger ausgetragen. Teutonia (11./10 Punkte, 10:16 Tore) kann morgen dennoch zumindest vorerst vorbeiziehen, müsste dafür aber mit mindestens vier Toren Vorsprung gewinnen.

Teutonia Uelzens Trainer Frank Heine erwartet nach der 1:4-Blamage in Winsen eine Reaktion seiner Mannschaft. Er muss im Derby gegen Emmendorf nur auf Jonas Kramer (Gehirnerschütterung/Platzwunde) verzichten. „Von der Papierform ist Emmendorf vor uns, ist aber nicht der große Favorit. Gerade wenn es darauf ankommt und wir gegen starke Gegner spielen, zeigen wir ganz andere Leistungen.“

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Ein Treffer, der die Emotionen entfesselte

Teutonias Philipp Hatt gelang im Pokal das heiß ersehnte Siegtor

Sein Siegtor vor zwei Monaten im Bezirkspokal zum 1:0 gegen den SV Emmendorf war wie Balsam auf die im Stolz verletzten Fußballerseelen der Uelzener Teutonen. Nach zwei Punktspielpleiten gegen den damaligen Landesliganeuling bescherte Philipp Hatt den Blau-Gelben den ersehnten Erfolg. Die AZ sprach mit dem Torjäger über das Derby, Teutonias Chancen und den Reiz, die Fußball-Nummer 1 zu sein.

AZ: Herr Hatt, im Pokalspiel gelang Ihnen das entscheidende 1:0. Welchen Stellenwert nimmt dieser Treffer in Ihrer bereits umfangreichen Toresammlung ein?

Philipp Hatt: Ein Treffer in einem Derby und vor reichlich Zuschauern ist immer etwas Besonderes. Es war zwar nicht das spektakulärste Tor, trotzdem wird mir dieser Treffer aufgrund der Emotionen stets in Erinnerung bleiben.

Wie fiel das Tor?

Ich erinnere mich bei diesem Tor hauptsächlich an den 40-Meter-Sprint von unserem alten Mann (Andris Kuvsinovs). Wir sind heute noch am Rätseln, wo er diese Kraft hergenommen hatte. Seine Flanke legte Nillo (Nils Brüggemann) mit viel Übersicht auf mich quer – und ich hatte einfaches Spiel.

Beide Punktspiele gegen Emmendorf in der letzten Saison gingen verloren. Was lief falsch für Teutonia?

Im Hinspiel empfand ich die Niederlage als etwas unglücklich, da wir zu viele Torchancen haben liegen lassen. Im Rückspiel konnten wir unsere Leistung nicht abrufen und kassierten somit eine verdiente Niederlage.

Welchen Emmendorfer Spieler würden Sie gern bei sich im Team sehen?

Wenn ich einen wählen müsste, würde ich mich für meinen Stürmerpartner Benni Silbermann entscheiden. Er gehört schon seit Jahren zu den Leistungsträgern, und ich könnte mir von seiner Erfahrung und Kontinuität etwas abgucken.

Wie schätzen Sie die Chancen auf einen Heimsieg ein?

Wenn wir an die Leistungen der Punktspiele gegen Treubund Lüneburg und Bornreihe anknüpfen können, bin ich sehr zuversichtlich, dass das mit dem Heimsieg klappen könnte.

Mal ehrlich: Ärgert es Sie, den Titel der Uelzener Nummer 1 im Fußball an Emmendorf verloren zu haben?

Ich würde lügen, wenn ich es bestreiten würde. Wir müssen es momentan akzeptieren, aber sehen es gleichzeitig als zusätzlichen Ansporn, dieses zu ändern.

Wie geht’s morgen aus?

2:1 für uns!

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Danny Torben Kühn, Trainer des SV Emmendorf, muss morgen auf Jos Oldag (Außenbanddehnung oder -riss im Knöchel) sowie wohl auch auf Manuel Klasen (Oberschenkel) verzichten. „Das Pokalspiel war ein richtiger Tiefschlag für uns. Das wollen wir nicht ein zweites Mal erleben. Wer auf dem Platz nicht brennt, den wechsele ich nach 20 Minuten aus!“

Emmendorfs Jan Böhringer ist der Derby-Torjäger

Emmendorfs Derby-Torjäger Jan Böhringer.

Keiner traf in den letzten drei Pflichtspiel-Derbys zwischen dem SV Emmendorf und Teutonia Uelzen so oft wie Jan Böhringer. Der Emmendorfer Offensivmann brachte die Grün-Schwarzen vor einem Jahr im Sportpark mit dem Tor zum 2:1-Endstand auf Siegkurs und netzte in der Rückrunde beim 3:1-Heimerfolg zwei Mal ein. Die AZ fragte nach bei Jan Böhringer, wie sein Geheimrezept lautet.

AZ: Herr Böhringer, in den Landesliga-Derbys der letzten Saison schossen Sie drei der fünf Emmendorfer Tore. Warum treffen Sie gegen Teutonia so besonders gern?

Jan Böhringer: Am liebsten würde ich gern gegen jeden treffen. Aber gegen Teutonia ist es allein wegen dem Derby nochmal was anderes, dort ist man nochmal mehr motiviert.

Welches dieser drei Tore ist Ihr persönlicher Favorit?

Das Tor im Hinspiel. Die Mannschaft hat klasse gespielt – und dann mit diesem Tor aus diesem Winkel dazu beizutragen, das Derby zu gewinnen, war schon besonders. Vor allem, weil ich erst an diesem Tag aus dem Urlaub kam und ich damit auch nicht wirklich gerechnet habe.

Wie kam dieses Tor zustande? Erzählen Sie doch mal!

Ich bekam den Ball von dem hervorragend spielenden Francesco Sabatino an der Kante des Sechzehners, habe den Ball mit einer Drehung mitgenommen und dann ging es schnell. Ich habe gesehen, dass der Winkel spitz war, aber da denkt man nicht lange nach und schießt.

Im Pokalspiel vor zwei Monaten gab’s dann jedoch die 0:1-Niederlage in Uelzen. Was lief da falsch für Emmendorf?

Nach der ersten Halbzeit hätten wir führen müssen. Unsere Chancenverwertung war nicht gut, ansonsten haben wir eine gute Halbzeit gespielt und waren schon überlegen. Aber in der zweiten Halbzeit war Teutonia einfach stärker, und wir haben ordentlich abgebaut.

Und andersherum: Was hatte Teutonia Ihnen in diesem Spiel voraus?

Teutonia kann ja auch Fußball spielen, sie sind ein gutes Team und hatten am Ende ein Tor mehr auf dem Konto. Wir waren vielleicht von der Fitness her auch unterlegen, aber das haben wir mittlerweile wieder gut in den Griff bekommen. Außerdem sind Spiele am Anfang der Saison schwer einzuschätzen, weil sich noch einiges ändern kann.

Welchen Teutonia-Spieler würden Sie gern bei sich im Team sehen?

Ich bin sehr zufrieden mit den Spielern, die wir bei Emmendorf haben. Und wer zu uns kommt oder nicht, dafür bin ich nicht zuständig.

Wie schätzen Sie die Chancen auf einen Auswärtssieg ein?

Ich denke, bei so einem Derby kann alles passieren. Aber wir gehen selbstbewusst in die Partie und werden alles versuchen, um zu gewinnen.

Mal ehrlich: Erfüllt es Sie mit Stolz, Teutonia den Titel der Uelzener Nummer 1 im Fußball abgenommen zu haben?

Gibt schlechtere Gefühle. Aber ich denke, dass sich Emmendorf diesen Titel wegen der guten Arbeit der letzten Jahre einfach verdient hat.

Ihr Tipp für morgen?

2:1 für uns!

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