AZ-Nachschuss: MTV-Fans sorgen für prächtige Stimmung / Stadensens Kicker in Oktoberfest-Laune

Gerdau goes Gorleben

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Partystimmung beim Anhang des MTV Gerdau. Die Fans begleiteten ihr Team zum Auswärtsspiel bei der SG Gartow/Liepe II und machten aus dem Auswärts- ein Heimspiel. Nach der Rückkehr gab’s reichlich Party-Pizza im Feuerwehrgerätehaus in Bohlsen. 

am/dlp Uelzen/Landkreis. Gerdauer Fans werden ihrem Ruf als 12. Mann gerecht und feiern ausgelassen den Auswärtssieg ihres Teams. Partystimmung auch bei den oktoberfesterprobten Kickern des SV Stadensen.

Eine große Nummer im heutigen AZ-Nachschuss ist der SV Eddelstorf, der Anekdote um Anekdote liefert. Und in Suderburg wandelt man auf den Spuren von Borussia Dortmund.

Früher war man beim SV Rosche über einen Torwart froh. Gegen die FSG Südkreis mischten nun gleich drei Torwarte mit. Pascal Borck regulär im Tor. Edgar Meisner und Marlon Nawo wurden eingewechselt. Ungewöhnlich auch der Einsatz von Martin Starbatty. Der frühere SVR-Stürmer – vielen besser unter dem Nachnamen Massow bekannt – lief ohne Training in den letzten 15 Minuten auf, so groß war die Personalnot. „Alle drei haben alles gegeben“, war Trainer Pascal Kläden froh über Rosches Feuerwehrmänner und hofft, den „Fußballrentner“ (Kläden) zum Comeback überreden zu können. Oberschenkelprobleme zwangen den 32-Jährigen zum vorzeitigen Ruhestand. Hinzu kam die Familie. „Ich habe Martin zum Training eingeladen. Vielleicht hat er Lunte gerochen“, hofft Kläden auf „unseren Stimmungsmacher in der Kabine“, der ohnehin bei allen Roscher Heimspielen als Fan für gute Laune sorgt.

Gerdau goes Gorleben. Spieler, Funktionsteam und Fans des MTV Gerdau reisten mit dem Bus zum Match bei der SG Gartow/Liepe II. Insgesamt nahmen 50 Personen die 90 Minuten-Tour für 90 Minuten Fußball auf sich. Immerhin konnte nach Abpfiff ein 4:2-Arbeitssieg gefeiert werden. Die MTV-Fans machten aus dem Auswärts- ein Heimspiel. Gefeiert wurde aber nicht nur in Gorleben, sondern später auch in Bohlsen. Im dortigen Feuerwehrgerätehaus feierte der MTV mit diversen Party-Pizzen und kühlen Getränken bis in den Abend hinein.

Geschichten noch und nöcher hatte die Partie des SV Eddelstorf gegen SV Küsten zu bieten. Anekdote Nummer eins: die Fans des SVE. Die „Ultras“ sorgen seit Jahren für hervorragende Stimmung. Ihr lautes, rhythmisches Klopfen gegen die Bande hat längst Kultcharakter. Bei Ecken oder Freistößen hämmern die Jungs gegen die vor wenigen Jahren selbst angeschaffte Bande mit der Aufschrift „Ultras Eddelstorf. Den Bang im Herzen“. Dem SVE-Vorsitzenden Michael Strzalla gefällt’s. „Es hat sich herumgesprochen, dass in Eddelstorf Bambule veranstaltet wird.“ Um sich einheitlich zu präsentieren, schafften sich die Fans vor drei Wochen Pullover und T-Shirts an. Dummerweise hat die Mannschaft seitdem alle drei Spiele verloren...

Mehr Anerkennung geht nicht. Die Eddelstorfer Mannschaft hat nun sogar ihren Schlachtruf vor den Spielen geändert und das Motto ihrer SVE-Ultras übernommen. Gegen Küsten wurde erstmals „Kühe, Schweine, Eddelstorf“ im Mannschaftskreis gebrüllt. Der Spruch „Barfuß oder Lackschuhe“ hat damit ausgedient.

Apropos ausgedient. Auch das Trikot von Marcel Albry ist Geschichte. Eddelstorfs Defensiv-Stratege stand Ende der ersten Halbzeit plötzlich mit zerrissenem Jersey am Mittelkreis. Sein Gegenspieler muss wohl früher ein guter Eiskunstläufer gewesen sein. Der Küstener legte eine astreine Pirouette hin, und der festgehaltene Albry machte nach einer 360-Grad-Drehung den Abflug. Der Dauer-Zupfer endete mit einem oberkörperlangen Riss. Albry musste in ein Trikot eines Ersatzspielers schlüpfen. Für den SVK-Akteur gab es für den Trikot-Belastungstest die Gelbe Karte.

Vor zwei Wochen erst feierten viele Uelzener Fußballer auf dem Oktoberfest. Nun zog der SV Stadensen nach, der allerdings im engsten Mannschaftskreis und seit vielen Jahren seine eigene Wiesn-Party in der Mannschaftskabine feiert. Rund 30 Spieler, Verantwortliche, Vorstandsmitglieder und Spielerfrauen erschienen stilecht mit Dirndl und Lederhosen. Mit dabei war auch Noah Clasen, der die Feierlichkeiten am Sonntag beim Sieg gegen die SVG Oetzen/Stöcken gleich fortsetze und seine ersten beiden Tore für den neuen Klub erzielte (2:1). „Das Oktoberfest war der Grund, warum Noah die doppelte Kraft gegen Oetzen hatte“, flachste Mitspieler Jonas Hilmer.

Auf die Piste wäre am liebsten auch Suderburgs Trainer Jaroslav Detko nach dem furiosen 4:3-Sieg gegen den Vastorfer SK gegangen. Mit 2:3 lag der VfL in der 87. Minute hinten und kam durch einen Doppelpack von Dennis Ohneseit und Thomas Suchan spektakulär zurück. Das Spiel erinnerte an den fulminanten 4:3-Sieg von Borussia Dortmund gegen FC Augsburg. Und tatsächlich. Nach dem 3:3 feuerte Torwart Malte Leskien den 3:3-Torschützen mit schwarz-gelber Extra-Motivation an. „Ich habe ihm gesagt, er soll an Dortmund denken.“ Ohneseit hob den Daumen und kurz danach waren die beiden Dortmund-Fans nach dem Siegtor aus dem Häuschen. „Wir haben es wie der BVB gemacht“, strahlte Leskien. Auch Detko flippte vor Freude aus. „Ich habe selten so ein Spiel erlebt. Schade, dass heute Sonntag ist. Nach so einem Match hat man Lust, mit der gesamten Mannschaft auf die Piste zu gehen. Nach solchen Emotionen willst du am liebsten den ganzen Abend mit dem Team feiern.“

Jubel auch bei Teutonia Uelzen II. Am 9. Spieltag holten die Blau-Gelben endlich ihren ersten Punkt (1:1 in Zernien). Dies hatte sich schon in den letzten zwei Spielen angedeutet. „Jetzt hatten wir endlich das Glück auf unserer Seite“, strahlte Co-Trainer Björn Becker. Dieser Punkt war deshalb auch so besonders, weil mit Eric Uhlenbrock und Simon Busse wieder einmal zwei neue Spieler in der Startelf standen, die zunächst in Tritt kommen müssen. Busse wurde von Kumpel und Landesliga-Kicker Toni Bruck überredet und spielte zuletzt eher Basketball. Vor drei Wochen begann der frühere Oldenstädter Kicker nun wieder mit dem Fußballtraining. Uhlenbrock (früher Teutonia U18) mischt erst seit vier Wochen im Training mit. Beide mussten gleich von Anfang an ran. „Hut ab, wie sich das gesamte Team zerrissen hat“, lobte Becker ohnehin den gesamten Teamgeist.

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