Spielbetrieb mit Lüchow-Dannenberg: Vorstände laden die Vereine zu außerordentlichen Fußball-Kreistagen ein

Gemeinsame Liga: Jetzt wird es ernst

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Früher standen sich Teams aus Uelzen und Lüchow-Dannenberg nur in Relegationsspielen zur Bezirksliga gegenüber wie bei der Partie zwischen SV Eddelstorf (gelbe Trikots) und TSV Hitzacker im Juni 2013. Zur Saison 2016/17 aber sollen die beiden Kreisligen der jeweiligen Kreise für einen gemeinsamen Spielbetrieb zusammengelegt werden.

Uelzen/Landkreis. Jetzt wird es ernst mit einer gemeinsamen Fußball-Kreisliga Uelzen/Lüchow-Dannenberg bereits zur übernächsten Saison.

In einer am Wochenende veröffentlichen Pressemitteilung haben die Vorstände der beiden Fußballkreise einen Beschluss verkündet, nach dem sie den im Jugend- und Ü50-Bereich bereits praktizierten gemeinsamen Spielbetrieb auch auf die Senioren ausweiten wollen. Doch das letzte Wort darüber haben die Fußballvereine.

Die Kreisvorsitzenden Gerd Lüdtke (Uelzen) und Karl-Hermann Ahlers (Lüchow-Dannenberg) haben ihre jeweiligen Mitgliedsvereine zu außerordentlichen Kreistagen eingeladen. Die Teilnahme ist Pflicht. Dannenberg tagt am Donnerstag, 19. März. Uelzen am Freitag, 20. März, in Rätzlingen. Auf beiden Versammlungen geht es einzig und allein um das Thema des gemeinsamen Spielbetriebs.

Um das Konzept in die Tat umzusetzen, müssen beide Kreistage zustimmen; erforderlich ist jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Delegierten. Lehnen die Dannenberger ab, wäre die Uelzener Tagung am Folgetag gegenstandslos. Im Fußballkreis Uelzen sind von den Plänen 74 Herrenmannschaften betroffen, in Lüchow-Dannenberg 27.

Die gemeinsame Kreisliga soll zur Saison 2016/17 mit 16 Teams starten. Doch schon in der kommenden Spielzeit müssen die Weichen gestellt werden. So sollen sich nach AZ-Informationen elf Mannschaften aus Uelzen und fünf aus Lüchow-Dannenberg für die neue Kreisliga qualifizieren. Viele weitere Details, wie die Aufstiegsregelung in der dann fusionierten Kreisliga und die Besetzung der gemeinsamen Bezirksliga-Relegation mit dem NFV-Kreis Lüneburg, werden zurzeit erarbeitet. Die nächste Sitzung der Vorstände ist am 5. März.

Die anderen Spielklassen unterhalb der Kreisliga sollen regional eingeteilt werden. So sind jeweils zwei, auch gemischte Staffeln (Ost und West) der 1. Kreisklasse mit 13 oder 14 Mannschaften sowie der 2. und 3. Kreisklasse mit je zwölf Teams geplant; die 4. Kreisklasse in Uelzen wird aufgelöst. Lüdtke: „Weitere Handlungsfelder sollen folgen.“ Sprich: Frauenfußball, Schiedsrichter und Talentförderung.

Das Konzept ist die Folge eines Reformdrucks von oben, den der Landesverband ausübt. Der will, dass sich Kreisverbände den demographischen Entwicklungen bis 2017 durch Fusionen anpassen. In Nordost-Niedersachsen ist besonders Lüchow-Dannenberg von einem Spieler- und Mannschaftsschwund betroffen. Die dortige Kreisliga umfasst nur noch zwölf Mannschaften. Um den Spielbetrieb dauerhaft abzusichern und attraktiv zu gestalten, favorisiert der NFV sogar eine große Lösung mit den Kreisen Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. Doch die vergleichsweise gut aufgestellten Lüneburger sind bei den jetzigen Planungen außen vor. Sie reagierten überrascht und sind angesäuert über die intensive Zusammenarbeit der beiden anderen.

Von Bernd Klingebiel

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