Dreilinger Montagsfußballer feiern ihren 30. Geburtstag und fordern die HSV-Veteranen heraus

Gelebte Dorfgemeinschaft

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Eine wahrlich selten gewordene Aufnahme: Die Dreilinger Montagsfußballer 1997 vor einem internen Spiel „Jung gegen Alt“. Damals siegte übrigens die Jugend über die Erfahrung mit einem denkbar knappen 4:3 nach „Golden Goal“. 

Dreilingen. Montag ist Schontag – aber nicht in Dreilingen. Ganz im Gegenteil! Dort geht seit nunmehr stolzen 30 Jahren jeden Montagabend im Sommerhalbjahr die Post ab auf dem Dorfplatz. Denn dann treffen sich die Dreilinger Montagsfußballer zum geselligen Bolzen.

Dass der lustige Hobbykick am Montagabend einmal zu solch einer langjährigen Tradition werden würde, ahnte anfangs allerdings noch niemand. „Früher hat sich die Dorfjugend nach der Schule auf dem Bolzplatz getroffen“, erinnert sich Ralph Lühring, der als Gründungsmitglied von Anfang an dabei ist. „Doch mit dem Eintritt in das Berufsleben ist das dann eingeschlafen.“ Die zündende Idee kam an Pfingsten 1988. Man müsse doch mal wieder zusammen Fußballspielen. Die Lust war groß, der Montag passte allen, eine Kiste Bier für das gesellige „Danach“ wurde geordert – und gehört seitdem fest zum Ritual.

Aus der einmaligen Idee wurde nach und nach ein fester Termin und die Gruppe wuchs und wurde bunter. Denn das Wort „Dreilingen“ im Namen der Hobbytruppe wird keineswegs streng ausgelegt. Viele Kicker stammen mittlerweile aus den Nachbardörfern, ein Urgestein pendelt gar regelmäßig aus Rosche in den kleinen Ort. Das Alter der im Durchschnitt zehn Hobbybolzer reicht von 16 bis 72 Jahre. „Es geht bei uns nicht darum, Super-Fußball zu spielen, jeder kann mitmachen und Spaß haben“, erklärt Ralph Lühring.

Der Spaß kommt auch bei den anderen Aktivitäten der Dreilinger Montagsfußballer nicht zu kurz. So folgt dem Kick immer auch ein geselliges Beisammensein mit erfrischendem Bier und leckerem Grillgut. Da wird dann geschnackt, gelacht und die Seele baumeln gelassen. Spiele gegen Hobbytruppen aus anderen Dörfern bringen Abwechslung und sorgen für „Völker-Verständigung“ und als Highlight steigt in jedem September die große Saisonabschlussfeier. Die Montagsfußballer – ein Beispiel für gelebte und gelungene Dorfgemeinschaft. Wahrscheinlich auch diesem Zusammenhalt ist es geschuldet, dass die Tradition des Montagskicks bisher noch in keinem Jahr eingeschlafen ist – aller Fluktuation unter den Hobbykickern zum Trotz. „Manchmal habe ich im Winter gedacht, dass es wohl das letzte Jahr war, aber dann stehen beim ersten Termin doch wieder genug Spieler auf dem Bolzplatz“, erzählt Lühring. 30 Jahre lang erwies sich dieses Zittern nun schon als unnötig. Damit das so bleibt, ist auch weiterhin jeder Hobbysportler im Sommerhalbjahr montags um 19 Uhr auf dem Dreilinger Dorfplatz willkommen – damit die Tradition womöglich noch weitere 30 Jahre lang besteht. Aktuell fiebern die Montagskicker ihrem absoluten Highlight entgegen. Am Sonnabend, 4. August, spielen sie in Böddenstedt gegen die HSV-Altliga (17 Uhr) und haben sich dazu Verstärkung von der Böddenstedter Altliga geholt. Ein schöneres Geschenk kann es kaum geben.

Von Steffen Schmidt

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