Schlüsselsuche, Umzug und Stippvisite: Rund ums Spiel klappt auch nicht immer alles

„Geknallt bis nach Meppen“

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Schon beim Sieg gegen Sperber Veerßen und Germania Ripdorf hatten die Kicker des SC Kirch-/Westerweyhe eine gute Figur abgegeben, aber erst recht in zünftiger Tracht beim Mannschaftsabend, den das Team beim Bockbierfest in Wittingen verbrachte.

kl/am Uelzen/Landkreis. Auf Krücken, auf Stippvisite, auf zünftiger Mannschaftsfeier und auf Schlüsselsuche. Zum Start aus der Winterpause präsentiert sich der „AZ-Nachschuss“ mit bunten Geschichten rund um den vergangenen Spieltag im Uelzener Fußball auf Hochtouren.

Auf Krücken und mit einer Schiene tauchte Malte Leskien am Sonntag im Barumer Waldstadion auf. Der Torwart des Bezirksligisten VfL Suderburg hatte sich im Abschlusstraining am Freitag am Knöchel verletzt. Und das eine Minute vor Ende der Übungseinheit. Nach einem Pass kam er ohne gegnerische Einwirkung unglücklich auf. „Es hat geknallt bis nach Meppen“, schildert Spielertrainer Jaroslav Detko den schmerzhaften Vorgang. Sogar ein 

Nach der Verletzung von Malte Leskien sprang der Suderburger Spielertrainer Jaroslav Detko im Derby gegen den MTV Barum als Torwart ein. In dieser Szene hat er Glück, dass Julian Wulf danebenschießt.

Krankenwagen wurde gerufen. Eine genaue Diagnose steht noch nicht fest. Detko stellt sich aber auf eine mehrwöchige Pause seines Stammkeepers ein und vertrat ihn bereits am Sonntag beim Derby (4:0). Da die Suderburger nicht gerade ein Überangebot an Torhütern haben, wird Feldspieler Detko auch in den kommenden Wochen aushelfen. Für den Linksfuß nichts Ungewöhnliches, sprang er in der Vergangenheit immer wieder in die Bresche. Auch bei seinem Ex-Klub TSV Bienenbüttel.

Da staunten die Spieler des Bezirksligisten SC 09 Uelzen aber nicht schlecht, als ihnen der Tross des MTV Treubund Lüneburg II auf dem Weg in die Umkleidekabine begegnete. Mit dabei waren gleich sechs A-Jugendliche aus dem MTV-Regionalligateam. Drei von ihnen standen in der Startformation. Darunter Stürmer Jeremy Fritz, der beim 2:1-Auswärtssieg der Lüneburger durchaus den Unterschied ausmachte. „Ein sehr guter Mann. Er hat für viel Wirbel gesorgt“, sagte der SC-Trainer Harald Voigts, der eigentlich davon ausgegangen war, dass der Gegner ohne Verstärkung aus dem Nachwuchs und auch aus dem Landesligateam antanzen würde. Doch Treubunds A-Jugendspiel fiel aus. „Das war eine Hiobsbotschaft“, musste Voigts vor und schließlich auch nach dem verlorenen Match eine bittere Pille schlucken.

Schon beim Sieg gegen Sperber Veerßen und Germania Ripdorf hatten die Kicker des SC Kirch-/Westerweyhe eine gute Figur abgegeben, aber erst recht in zünftiger Tracht beim Mannschaftsabend, den das Team beim Bockbierfest in Wittingen verbrachte.

„Wir wollen heute gepflegt die Hütte abreißen!“ Viel vorgenommen hatte sich die Münchner Zwietracht für das Wittinger Bockbierfest. Den Abriss schafften sie allerdings nicht, denn das Festzelt stand am Sonntag immer noch. Unter den 4000 Partygästen tummelten sich in zünftigen Trachten auch die Kicker des Kreisklassenvertreters SC Kirch-/Westerweyhe. Und die hatten ganz besonders gute Laune zum lange geplanten Mannschaftsabend mitgebracht, konnten sie doch ihren Sieg gegen Sperber Veerßen begießen. Cheforganisator und Kapitän Lorenz Schulz: „Wir waren im letzten Jahr schon einmal als Mannschaft dabei. Und weil es uns so gut gefallen hat, wollten wir wieder hin. Dafür haben wir unser Spiel extra auf Freitagabend legen lassen und sind dann am Samstag gemeinsam mit einem gecharterten Reisebus angereist.“

Das späte Ausgleichstor von Natascha Iwers zum 1:1-Endstand im Spiel beim klar favorisierten Buchholzer FC versöhnte die Landesliga-Fußballerinnen der SV Teutonia Uelzen dann wieder. Denn vor der Partie hatten die Damen viel Ärger ertragen müssen. Die Kabinen waren verschlossen. Kein Zugang zu den Sanitäranlagen, keine Möglichkeit, sich umzuziehen. Auch die Gastgeberinnen saßen auf gepackten Taschen in der Kälte. Teutonias Mannschaftsführerin Nina Becker: „So eine schlechte Vorbereitung eines Spiels habe ich noch nie erlebt. Das totale Chaos!“

Als die Uelzenerinnen nach einer Stunde drauf und dran waren, dem BFC die Spritkosten für eine ergebnislose Tour in Rechnung zu stellen und über Neuansetzung, Wertung und Sportgericht diskutierten, erschien der Hausmeister doch noch und öffnete das Verlies. Becker: „Wir hatten nur zehn Minuten, um uns warm zu machen.“ Denn die Blau-Gelben mussten um 19 Uhr zurück sein in Uelzen, „weil wir Spielerinnen haben, die zur Arbeit müssen“, erklärte Kapitänin Becker.

Kurze Vorstellungsrunde in Emmendorf: Kapitän Benjamin Silbermann, die Spielertrainer Till Marks und Stephan Blödorn (rechts) und Vorsitzender Thomas Kellmer im Schulterschluss mit dem kommenden Coach Danny Torben Kühn (Mitte).

Als Neu-Emmendorfer und Alt-Drochterser war der angehende Trainer Danny Torben Kühn auf Stippvisite beim Landesligaspiel im Waldstadion. Schließlich standen sich mit dem gastgebenden SVE sein künftiges Team und die SV Drochtersen/Assel II gegenüber, für deren Erste er 42 Mal in der Regionalliga Nord aufgelaufen war. Nach dem Schlusspfiff (2:2) stellte sich Kühn in der Emmendorfer Kabine vor. „Es verlief relativ kurz, da ich die Spieler auch nicht lange aufhalten wollte nach so einem Spiel.“ So kurz sogar, dass Kapitän Benjamin Silbermann die Vorstellung verpasste: „Ich war gerade noch draußen auf dem Platz zugange und kam zu spät.“

Kühn hielt sich bewusst zurück: „Die Enttäuschung über das Ergebnis war deutlich zu spüren. Ich habe noch einige Einzelgespräche geführt, die sehr positiv verliefen.“ Zum Spiel mochte Kühn sich nicht äußern. „Das werden Till Marks und Stephan Blödorn beim Training alles analysieren. Meine Zeit beginnt erst ab dem 1. Juli.“

Auf der hinteren Bank vor der Tribüne im Sportpark fühlt Trainer-Rückkehrer Frank Heine (Mitte) sich pudelwohl und drehte den Kabinentausch seines glücklosen Vorgängers Jörg Scholz kurzerhand wieder um.

Im Sportpark geht es hin und her. Nicht unbedingt was das Spielgeschehen beim miesen 1:2 von Landesligist Teutonia Uelzen gegen Eintracht Lüneburg angeht. Sondern auf den Trainerbänken. Unter Jörg Scholz war der blau-gelbe Tross nach Erfolglosigkeit von der links auf die rechts stehende Bank umgezogen. Sein Nachfolger und Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Frank Heine stellte bei seinem Saisondebüt den Retourschein aus. Zurück auf die angestammte linke Bank! „Aus Aberglauben, weil ich damals dort auch immer gesessen und gestanden habe. Ich habe gute Erinnerungen daran und mich da immer wohlgefühlt. Und das soll auch so bleiben.“

Auf die Leistungen der Akteure hatte der Bankwechsel allerdings keine positiven Auswirkungen. Heine: „Es war Not gegen Elend, beide konnten oder wollten nicht mehr, hatten Respekt voreinander und keine Wettkampfpraxis.“

Als eine Art Feuerwehrmann sprang der ab dem Sommer ohnehin vorgesehene Pascal Kläden nach der kurzfristigen Trennung zwischen Bezirksligist SV Rosche und Coach André Kobus ein. Und schon nach dem ersten Spiel musste der Durst gelöscht werden. Aus einer geplanten Kennenlern-Kabinenrunde wurde nach dem furiosen 4:3-Heimsieg gegen den SV Wendisch Evern eine echte Siegparty. „Wir nehmen alles mit. Und ich werde sicher das eine oder andere Getränk spendieren“, kündigte Kläden nach seinem gelungenen Trainereinstand an.

Einen seiner Schützlinge musste er ein wenig aufmuntern. Jan Mennerich avancierte auf kuriose Art und Weise zum Pechvogel des Abends. In der 81. Minute für Till Schierwater eingewechselt, verletzte sich der Reservist bei seinem ersten Sprint und musste schon nach 120 Sekunden wieder raus. Es war eine sehr unnötige Zerrung, da Mennerich einem Ball hinterherlief, der nicht zu erreichen war. Kläden: „Ich hätte gesehen, dass der Ball ins Aus geht.“

Schiedsrichterkritik einmal anders. In den Tagen nach dem jüngsten Heimspiel des Bezirksligisten TuS Bodenteich gegen den VfL Lüneburg (0:3) hat sich der dabei eingesetzte Unparteiische Thomas Appel (SV Westerbeck) bei den Blau-Weißen gemeldet. Er lobt den Verein auch im Namen seiner Assistenten Thomas Schulz und Tim Schwechheimer, freut sich der TuS-Vorsitzende Friedhelm Schulz. Appel dankt: „Von Anfang bis Ende sind wir vom TuS Bodenteich sehr, sehr herzlich begrüßt, begleitet, beköstigt und verabschiedet worden. Durch so ein vorbildliches und faires Verhalten wird man in dieser auch für Schiedsrichter nicht immer einfachen Zeit sehr wertgeschätzt und geachtet.“

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